Salt and Sanctuary (2016)

Salt and Sanctuary (2016)

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PS4-Review: Dark Souls in 2D

Trinkets for Gold!
Trinkets for Gold! © Entwickler / Publisher

Gestrandet, nahe dem Tod erwachen wir an der Küste einer nebligen Insel. Was war das doch gleich, das Ding auf dem Schiff? Dieses unglaubliche Monster, das uns mit einem Schlag aus dem Weg räumte? Wir müssen die Prinzessin finden. Sie wird uns baldigen Frieden bringen. Doch zunächst müssen wir durch die Hölle gehen...

Salt and Sanctuary ist eines dieser gefürchteten Souls-like-Spielen, die sich von den Games von From Sofware inspierieren lassen und deren Mechaniken borgen. Der Entwickler, Ska Studios, besteht aus Michelle und James Silva, zwei grossen Fans von Hidetaka Miyazakis Werken. Seinen Einfluss sieht man an jeder Ecke von Salt and Sanctuary.

Salt and Sanctuary ist fast schon ein dreistes Plagiat der Souls-Reihe. Beinahe alle Mechaniken wurden übernommen und für ein zweidimensionales Gameplay interpretiert. Das bedeutet aber auch, dass die hohe Qualität von From Software übernommen wurde. Hier erleben wir knüppelharte Kämpfe in einer geheimnisvollen Spielwelt. Mit jeder Auseinandersetzung bangen wir um unseren Spielfortschritt, was die situative Spannung in ungeahnte Höhen schiessen lässt. Wenn eine Kopie so gut ist, dann kann man auch ein Auge zudrücken. Bald erscheint Dark Souls III. Die Wartezeit können wir uns bedenkenlos mit Salt and Sanctuary verkürzen.

Story

Der Tod lauert gleich um die Ecke.
Der Tod lauert gleich um die Ecke. © Entwickler / Publisher

Ganz wie das Vorbild bietet Salt and Sanctuary keine Videosequenzen an, um die Story voranzutreiben. Hier setzen wir uns die Geschichte aus kleinen Textfetzen in Item-Beschreibungen oder kurzen Gesprächen mit NPCs zusammen. Wir werden somit auch nicht wie gewohnt durch die Spielwelt geführt. Stattdessen müssen wir die Insel nach und nach erkunden und selber herausfinden, wo es weitergeht.

Gameplay

Das Spiel der Ska Studios beinhaltet fast alle Mechaniken der Souls-Serie und passt sie für 2D an. Anstatt Seelen bekommen wir beim Besiegen des Gegners Salz, das wir in den Level-Aufstieg oder Verbessern der Waffe stecken können. Werden wir getötet, müssen wir das verlorene Salz von unserem Bezwinger ergattern, indem wir ihn besiegen. Gelingt uns das nicht, ist das Salz für immer verloren. Das schafft eine enorme Spannung, denn auch kleinere Gegner können uns gehörig einheizen.

Wenn das Farbwaschmittel ausgeht...
Wenn das Farbwaschmittel ausgeht... © Entwickler / Publisher

Mit jeder Erhöhung unseres Levels bekommen wir Punkte, die wir einem bestimmten Attribut zuordnen können: Stärke, Geschicklichkeit undsoweiter. Je nach Waffe skaliert diese mit dem einen oder anderen Attribut. Es bringt zum Beispiel herzlich wenig, in Stärke zu investieren, wenn die Hauptwaffe nur mit zunehmender Geschicklichkeit höheren Schaden austeilen kann.

Im Kampf haben wir leichte und harte Schläge zur Verfügung, die wir zu coolen Combos verbinden können. Das Schild blockt einen Teil des Schadens ab, und wenn wir es genau im richtigen Augenblick schwingen, können wir ein kurzes Zeitfenster nutzen, um einen verehrenden Angriff auszuführen. Woran erinnert uns dies? Miyazaki zwinkert uns zu.

Jeder Kampf ist anspruchsvoll, und besonders die Bosskämpfe verlangen, dass wir uns die Angriffsmuster der Monster merken und eine Strategie dagegen ausdenken. Wie froh sind wir, wenn wir, am Ende unserer Kräfte und fast ohne Lebensenergie an einen Sanctuary gelangen, wo wir uns erholen und unsere Vorräte auffüllen können! Dieses Gefühl der Errungenschaft ist unbeschreiblich, und es entsteht nur mit einer ganz spezifischen Art von Spiel.

Multiplayer

Ah, ein freundliches Gesicht!
Ah, ein freundliches Gesicht! © Entwickler / Publisher

Sobald ihr den ersten Sanctuary erreicht habt, könnt ihr die Option für den lokalen Kooperativmodus aktivieren. Dadurch werden die Gegner stärker, aber gerade gegen Bosse kämpft es sich wesentlich komfortabler.

Ebenfalls bietet uns das Spiel einen PvP-Modus an, wo ihr gegen eure Freunde antreten könnt, doch diese Implementation fühlt sich weniger durchdacht an als die kooperative Option.

Technik

Salt and Sanctuary hat einen ganz eigenen Stil, der wohl nicht jedem zu gefallen weiss. Stilsicher ist der Artstyle durchaus. Ein Wermutstropfen bildet die deutsche Übersetzung: Hier wurde grotesk schlechte Arbeit geleistet. Selbst mit geringen Englischkenntnissen versteht ihr das Spiel in angelsächsischer Sprache besser als auf Deutsch.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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