Mafia III (2016)

Mafia III (2016)

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PS4-Review: Einmal Open-World-Brei bitte!

Welcome to New Bordeaux!
Welcome to New Bordeaux! © Entwickler / Publisher

Als Lincoln Clay vom Vietnamkrieg nach Hause zurückkommt, wird er vom warmen Empfang seiner Adoptivfamilie geradezu überwältigt. Die Idylle dauert jedoch nicht lange an. Seine Familie wird kurz darauf von der italienischen Mafia getötet. Von da an kennt Lincoln keine Gnade und beginnt einen Rachefeldzug sondergleichen.

Mafia III setzt in der Tradition der Vorgänger seinen Schwerpunkt auf die Erzählung. Erstmalig ist ein Schwarzer der Protagonist, und das Spiel wagt sich an Themen wie Rassismus ran.

Im Gegensatz zu anderen Open-World-Titeln legte die Mafia-Reihe den Schwerpunkt stets auf eine starke, lineare Story. Im dritten Teil übernimmt sich jedoch Hangar 13 mit dem Anspruch, ein GTA light mit vielen Missionen und Nebenbeschäftigungen bieten zu wollen. Besonders im Mittelteil ziehen sich die repetitiven Aufgaben in die Länge und lassen Langeweile aufkommen. Die Kulisse selbst hat nur wenige Highlights. Da wäre mit dem gewählten Setting deutlich mehr zu erreichen gewesen. Hervorzuheben ist jedoch die Atmosphäre. Die Reaktion der Passanten sowie die musikalische Untermalung lassen echte Sechzigerjahre-Südstaaten-Gefühle aufkommen. Im Zusammenspiel mit der guten Story und den unterhaltsamen Zwischensequenzen machen sie viele Kritikpunkte zum Teil wett. Leider bei weitem nicht alle.

Story

Wo geht es hier zum Strand?
Wo geht es hier zum Strand? © Entwickler / Publisher

Die Entwickler von Hangar 13 haben sich für die Geschichte ordentlich ins Zeug gelegt. Zwar geht die zugrundeliegende Erzählung nicht über eine klassische Rachegeschichte hinaus, doch die Inszenierung kann sich mehr als sehen lassen. Die Videosequenzen sind hochwertig produziert und vermögen den Spieler zu fesseln. Gesellschaftliche Themen werden leider nur oberflächlich beleuchtet. Offenbar wollte sich das Entwicklerstudio nicht in diese Nesseln setzen, was der Story die Wucht nimmt.

Gameplay

Die ersten Trailer zum Spiel liessen nichts Gutes erahnen, doch man muss durchaus anerkennen, dass sich Mafia III über den Entwicklungszeitraum gemausert hat. Die einzelnen Open-World-Mechaniken funktionieren und greifen gut ineinander, was, zumindest oberflächlich, für Abwechslung sorgt.

Er wurde gefeuert.
Er wurde gefeuert. © Entwickler / Publisher

Allerdings bleibt Hangar 13 auch hier nur an der Oberfläche, so dass keine der Mechaniken für sich alleine mit den besten der jeweiligen Genres mithalten kann. So muss sich der Schleichaspekt die Kritik gefallen lassen, wonach die künstliche Intelligenz der Gegner als künstliche Dummheit bezeichnet werden muss. Hat man den Dreh raus, sinkt die Herausforderung auf ein Minimum.

Zudem wird die spielerische Abwechslung im Missionsdesign nicht konsequent verfolgt. Ab einem gewissen Zeitpunkt wiederholen sich bestimmte Aufgaben in einem völlig übertriebenen Masse. Man kann zwar versuchen, die immergleiche Mission auf verschiedene Arten zu erfüllen, doch auch so hat man sich nach dem dritten oder vierten Mal sattgesehen.

Man hätte sich von den Entwicklern mehr Mut zu Neuem gewünscht, denn sie verlassen sich auf bewährten, unaufgeregten Open-World-Brei. Das Allermeiste hat man auch schon besser in anderen Spielen gesehen, wodurch auch das durchaus interessante Setting im an New Orleans angelehnten New Bordeaux nicht zu begeistern mag.

Technik

Wenn die Zigi-Pause nicht nach Plan läuft...
Wenn die Zigi-Pause nicht nach Plan läuft... © Entwickler / Publisher

Grafisch sieht das Spiel nicht schlecht aus, allerdings haben wir in dieser Konsolengeneration schon Besseres erlebt. Besonders in den Aussengebieten trifft man hin und wieder auf matschige und nachladende Texturen. Innen sieht es schon deutlich besser aus, wenngleich die Bildrate in hektischen Situationen in die Knie gehen kann.

Über die Videosequenzen sowie den Sound kann man nicht meckern, die befinden sich jederzeit auf konstant hohem Niveau. Besonders der Soundtrack gefällt mit massenweise lizenzierten Liedern aus der damaligen Zeit.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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