Battleborn (2016)

Battleborn (2016)

  1. ,
  2. , ,

Xbox One-Review: Battlebored

"Machemer es Alle?"
"Machemer es Alle?" © Entwickler / Publisher

Gearbox hat nicht den besten Leistungsnachweis. Neben dem tollen Borderlands hat das Entwicklerstudio bisher nur mässige bis schwache Titel herausgebracht, darunter die Enttäuschungen Duke Nukem Forever und Aliens: Colonial Marines. Mit Battleborn versuchen sich die Texaner an einer Mischung aus klassenbasiertem Shooter und Multiplayer Online Battle Arena, oder kurz MOBA. Wenn das nur gut geht...

Das Universum wird von den Varelsi angegriffen und alle Spezies fliehen auf den Planeten Solus, da die grosse Mehrheit der restlichen Planeten zerstört wurde. Nun versammeln sich die besten Kämpfer jeder Spezies, um gegen die bösen Varelsi zu kämpfen und das endgültige Ende des Universums zu verhindern.

Battleborn ist ganz klar ein Spiel. Es hat eine Grafik und macht Geräusche. Man kann herumrennen, andere abschiessen und Knöpfe drücken. Viel mehr macht es nicht. Es ist weder beleidigend schlecht noch lobenswert gut. Es hat einige gute Ideen, die alles in allem aber nicht zu überzeugen vermögen. Leider gehört Battleborn zu den Spielen, von denen man in drei Monaten nicht mehr weiss, dass es sie gibt.

Story

Arme. Arme überall...
Arme. Arme überall... © Entwickler / Publisher

Battleborn bietet einen von vielen Spielern immer noch erwünschten Singleplayer-Modus. Dieser besteht aus acht Missionen und kann sowohl alleine als auch im Team bestritten werden. Aber weder die Kampagne an sich noch die Story kann überzeugen. Die Handlung ist schwach erzählt und bietet kaum Substanz, ist aber wenigstens in chic anzusehenden Zeichentrick-Sequenzen im Stile eines Samstagmorgen-Cartoons der 1980er-Jahre gehalten. Der Humor gleicht sehr dem aus Borderlands und ist dementsprechend Hit-or-Miss, aber generell weniger griffig.

Die Kampagne ist vor allem alleine sehr unspektakulär. Jede Mission dauert bis zu einer Stunde, je nach Fähigkeitslevel, und beinhaltet mehrere Bulletsponge-Bossgegner. Der Rest ist nur Rumrennen und Rumschiessen, ohne richtiges Ziel. Dazu kommt der Unsinn, dass man eine begrenzte Anzahl Respawns hat und es keine Checkpoints gibt. Dies wäre ja aushaltbar, wenn die Kampagne denn wenigstens Spass machen würde.

Gameplay

Ah, Knarren!
Ah, Knarren! © Entwickler / Publisher

Das Gameplay in Battleborn macht Spass, halt in dem Sinn wie in jedem anderen Spiel, in dem man rumhüpfen und rumschiessen kann. Die 25 Charaktere spielen sich alle sehr unterschiedlich, was gut funktioniert und das Gameplay interessant hält. Allerdings startet man mit lediglich deren acht und muss den Rest teilweise mühsam freispielen. Man wird quasi gezwungen, Figuren zu spielen, die nicht gefallen, um an die zu kommen, die gefallen.

Allgemein trifft Battleborn einige fragwürdige Entscheidungen. Zwar hat es viele Ideen, die vor allem im kleinen Organismus gut funktionieren, aber über die gesamte Palette gesehen leidet das Balancing stellenweise arg. So kann man während des Spiels jeweils aufleveln und Fähigkeiten verstärken. Ist man aber unterlegen, werden die Gegner immer noch besser und machen den Spieler noch mehr fertig. Anders herum macht's natürlich Spass.

Multiplayer

Gentlemen.
Gentlemen. © Entwickler / Publisher

Für ein Spiel, das von seinem Multiplayer leben will, ist der Umfang etwas gar eingeschränkt: drei Modi mit je zwei Maps, das war's. Dies hilft allerdings, die Maps schneller kennenzulernen und sich darin zurechtzufinden. Schade ist, dass es schon einmal fünf Minuten dauern kann, bis man vom Menü in einem Spiel ist. Die spielbaren Modi erinnern stark an die eines MOBAs, und Fans der Shooter- und MOBA-Genres könnten dem Ganzen etwas abgewinnen.

Technik

Der Artstyle gleicht dem aus Borderlands, allerdings ist er bei weitem nicht so konsequent. Oder um es direkter auszudrücken: Der Style ist der reinste Clusterfuck - als hätte man sieben verschiedene Stile genommen und sie in einen Mixer geworfen. Dies gilt für die Levels wie auch für die Charaktere. Letztere kann man damit rechtfertigen, dass es völlig unterschiedliche Spezies sind, aber dass sehr unterschiedliche Wesen in derselben Welt funktionieren können, beweist beispielsweise Mass Effect. Einige der Figuren sehen richtig gut aus, andere sind einfach nur hässlich. Neben dem kompletten Chaos auf dem Schlachtfeld läuft Battleborn ganz ordentlich. Es läuft meist flüssig, und schwerwiegende Bugs waren im Test auch keine auffindbar.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Instagram
  6. Letterboxd

Kommentare Total: 2

daw

Naja, für mich war das Spiel au eher enttäuschend. Hätte da irgendwie mehr erwartet. So peppig auch Borderlands war, bei Battleborn haben sie den Charme (leider) nicht mehr hingekriegt. Für kurzzeitige Verweilung ganz OK, aber eben, nicht der erwartete Reisser...

nna

Xbox One-Review: Battlebored

Kommentar schreiben