Until Dawn (2015)

Until Dawn (2015)

PS4-Review: Horror pur, nichts für schwache Nerven!

Bitte lass es vorüber sein!
Bitte lass es vorüber sein! © Entwickler / Publisher

Zehn Freunde, die in ihrer Art klischeehafter nicht sein könnten, machen sich auf, um ein gemütliches Wochenende in einem ausgedienten Sanatorium zu verbringen. Das Sanatorium wird mittlerweile als Ferienhaus genutzt, doch es strahlt noch immer eine ungeheure und beklemmende Atmosphäre aus. Ein kleiner Scherz eskaliert, wonach Beth aus dem Haus stürmt. Ihre besorgte Schwester eilt ihr in die kalte, verschneite Winternacht hinterher. Beide sollen nie mehr gesehen werden.

Until Dawn verbindet ausführliche Videosequenzen mit Quick-Time-Events. Der Titel sollte ursprünglich bereits 2014 auf den Markt kommen und wurde für das PlayStation-Move-System der PS3 optimiert. Aufgrund der besseren Performance der PS4 wurde der Release letztlich aber verschoben.

Die Story und die Präsentation von Until Dawn können es durchaus mit einem genretypischen Horrorfilm aufnehmen. Für Gänsehaut und Schockmomente ist reichlich gesorgt. Leider kommt der Horror aber nicht über das Teeniefilm-Niveau hinaus, was jedoch schon der Trailer erahnen lässt. Viel negativer fällt die schwache Steuerung auf, die trotz der gut gemeinten Integration des Touchpads nicht wirklich überzeugen kann.

Story

Die Story und Charaktere könnten nicht typischer für ein Horrorszenario sein. Ein Gruppe von Freunden, von denen manche auch noch romantische Gefühle füreinander hegen, verbringen ein Wochenende in einem ehemaligen Sanatorium, welches auf einem verfluchten Indianergrundstück liegen soll. Nachdem zwei ihrer Freunde unter mysteriösen Umständen verschwinden, treffen sich die verbleibenden Freunde ein Jahr später zu einem Erinnerungstreffen erneut in eben diesem Haus. Nach kurzer Zeit wird ihnen jedoch klar, dass sie nicht alleine sind...

Super Halloweenkostüm!
Super Halloweenkostüm! © Entwickler / Publisher

Die Horrorklischees sind omnipräsent: ein Haus mit einer unheimlichen Vorgeschichte, ein Treffen zu später Stunde in einer verlassenen Gegend und dazu noch ein ungeklärtes Verbrechen. Doch blickt man über die Klischees hinweg, wird ersichtlich, dass die Story trotzdem gelungen ist. Sie wirkt überzeugend und absolut fesselnd. Auch dank der relativ langen Einführung wird viel über die einzelnen Charaktere erzählt, welche so unerwarteten Tiefgang erhalten.

Gameplay

Until Dawn beinhaltet insgesamt zehn Kapitel. In vielen Sequenzen müssen teilweise unter Zeitdruck Entscheidungen gefällt werden, die mitunter über Tod oder Leben der Freunde entscheiden können. Dabei wurde der sogenannte Schmetterlings-Effekt berücksichtigt, wonach kleine Entscheidungen grosse Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf haben können. Somit kann das Game öfters gespielt werden, wobei bei jedem Durchgang mit alternativen Enden gerechnet werden kann. Dabei soll jeder Durchgang rund neun Stunden dauern.

Was ist da draussen?
Was ist da draussen? © Entwickler / Publisher

Die verschiedenen Charaktere können in Until Dawn abwechselnd gesteuert werden. Das Haus darf dabei frei erkundet werden. Doch ausserhalb des Hauses sind die Bewegungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Die Missionen gestalten sich oftmals tunnelartig und die Aufgaben konzentrieren sich häufig auf die Suche nach Dingen oder Orten. Dabei können verschiedene Gegenstände gefunden werden, die den Spielverlauf weiter beeinflussen können.

Technik

Die Gruselsequenzen werden gekonnt von Soundeffekten und einer düsteren Optik unterstützt. Until Dawn gelingt es, den Spannungsbogen konstant hochzuhalten, sodass der Spieler nie weiss, was als Nächstes passieren wird. Hinter jeder Türe könnte sich ein Killer oder eben doch nur ein wildes Tier verstecken.

Ist das Marmelade im Gesicht?
Ist das Marmelade im Gesicht? © Entwickler / Publisher

Die Steuerung der Charaktere hingegen überzeugt eher weniger. Die Drittepersonkamera schwenkt oft herum, zoomt rein und raus oder ändert die Perspektive, sodass es manchmal schwierig ist, sich räumlich zu orientieren. Ebenso kann es durchaus vorkommen, dass man längere Zeit nach einem Ort oder Gegenstand sucht, da die Hinweise dazu eher vage und verwirrend sein können. Leider beschränkt sich die Steuerung allgemein nur auf Laufsequenzen und spontane Interaktionen während Quick-Time-Events. Dazu kommen noch einige Geschicklichkeits- und Reaktionsaufgaben. Wer sich aber schon immer mal gefragt hat, wofür das Controller-Touchpad eigentlich nützlich ist, bekommt in Until Dawn die Antwort.

Tobias Geser [gto]

Tobias schreibt seit 2010 Game-Reviews. Am liebsten spielt er spannende Adventures und actionreiche Shooter Games. Mit FIFA hingegen kann er überhaupt nichts anfangen. In seiner Freizeit trifft man Tobias häufig auf dem Mountainbike an.

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Kommentare Total: 2

woc

Ich fand das Game von A bis Z genial. Es hat mich trotz der kurzen Spielzeit in den Bann gezogen. Es lohnt sich, nach dem ersten Playthrough die Kapitel erneut zu spielen, um verschiedene Aspekte der Story erleben zu können. Und ja: Das Ziel ist es, das alle Spieler am Schluss überleben. 😎

gto

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