OlliOlli2: Welcome to Olliwood (2015)

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PS Vita-Review: Boardslide. Varial Kickflip. Beinbruch.

Willkommen in Olliwood!
Willkommen in Olliwood! © Entwickler / Publisher

Boardslide, Double Heelflip, Nose Manual, Fall, Beinbruch. Etwa so sieht die Reihenfolge bei OlliOlli2: Welcome to Olliwood aus. Der Nachfolger des damaligen Vita-Exclusives OlliOlli nimmt erneut das Skateboarding-Genre und packt es in einen temporeichen Sidescroller, frisiert mit einer steilen Lernkurve. Die Jagd nach dem Highscore geht in eine zweite, herausfordernde Runde.

Mit OlliOlli landeten die britischen Entwickler Roll7 einen regelrechten Hit auf der Playstation Vita. Sowohl bei den Kritikern als auch bei den Spielern kam das bockschwere, süchtig-machende Indie-Game sehr gut an. OlliOlli2 möchte an diesen Erfolg anknüpfen, indem es Fehler aus dem Erstling ausmerzt und der bekannten Formel neue Features beimischt - wie es ein gutes Sequel auch machen soll. Wieder gibt es 25 Tracks in je zwei Modi zu meistern, um am Ende im RAD-Modus anzutreten.

OlliOlli2 baut auf dem erfolgreichen Konzept des Erstlings auf und bietet so einen herausfordernden Sidescroller, der mit seinen knackig-kurzen Runden auf der Playstation Vita super funktioniert. Die meist präzise Steuerung und der steile, aber faire Schwierigkeitsgrad motivieren zum Weiterspielen. Dazu kommt eine charmante Grafik und einer guter Soundtrack. OlliOlli2 ist der Inbegriff eines gelungenen Sequels und sollte vor allem von Vita-Usern ausprobiert werden.

Gameplay

Zuhause bei den Azteken
Zuhause bei den Azteken © Entwickler / Publisher

Wer OlliOlli kennt, weiss bereits, worauf er oder sie sich einlässt. OlliOlli2 geht ebenfalls in die Kategorie der Spiele "a minute to learn, a lifetime to master". Das Prinzip ist demnach herzlich simpel: Der kleine Skater fährt von links nach rechts, grindet dabei über Rails, bewältigt Hindernisse und versucht, jeden Trick zu stehen. All das basiert auf Timing. Je präziser man spielt, desto mehr Punkte gibt es. Ebenfalls speziell: Jede Combo muss am Ende mit rechtzeitigem Drücken des X-Knopfs gelandet werden. So bleibt sie spannend bis zum (bitteren) Ende. Im RAD-Modus, der am Ende freigeschaltet wird, muss sogar jeder einzelne Trick, Manual und Grind perfekt sitzen, sonst landet man auf dem Asphalt.

Apropos bitter: Wie bereits der Vorgänger ist auch OlliOlli2 teilweise frustrierend, aber in einem guten Sinn. In den meisten Fällen basieren die Fehler nämlich auf der eigenen Unachtsamkeit, wodurch diese masochistische "Nur noch einmal"-Sucht entsteht. Und bevor man es bemerkt, ist wieder eine halbe Stunde vorbei. Leider ist die Steuerung nicht immer so präzise, wie sie sein sollte, in den allermeisten Fällen ist man aber einfach zu langsam.

Jetzt ja nicht verstolpern...
Jetzt ja nicht verstolpern... © Entwickler / Publisher

In diversen kleinen Lernabschnitten werden die Gegebenheiten des Spiels vorgezeigt. Kombiniert mit dem Trickbuch, das jeden im Spiel vorhandenen Trick und dessen Tastenkombination zeigt, muss der Spieler selbst lernen, wann er was wie timen muss. Diese Tutorialabschnitte sind neu, im Erstling war man noch ganz auf sich allein gestellt. Allgemein merzt OlliOlli2 praktisch alle Fehler aus, die OlliOlli noch etwas kränkeln liessen.

So musste man in der Vita-Version damals bei jedem Scheitern auf den Touchscreen drücken, um das Level neuzustarten. Diese Aktion wurde durch den Dreiecks-Button. Ebenfalls eine willkommene Neuerung sind die Manuals, quasi Wheelies auf dem Skateboard. Diese ermöglichen es, einen Trick bei der Landung weiterzuführen und so die Combo am Laufen zu halten. So wird das Spiel noch mal einen Zacken flüssiger, und praktisch jedes Level kann in einer grossen Combo beendet werden. Weiter gibt es die Reverts, also das Drehen des Position bei der Landung. Diese sind nicht ganz so gut eingebunden, können aber meist ignoriert werden.

Multiplayer

Als ob diese Bahn noch heil wäre...
Als ob diese Bahn noch heil wäre... © Entwickler / Publisher

Die einzige Multiplayer-Komponente, die OlliOlli2 vorweist, sind Online-Leaderboards. Da werden die Punkte weltweit miteinander verglichen, und die Besten können sich messen. Ein Comeback macht der Daily Grind, bei dem man täglich eine Strecke des Spiels meistern muss. Der Spieler hat den ganzen Tag Zeit, die Strecke zu üben und zu perfektionieren. Sobald man so weit ist, kann man ernst machen und die Strecke richtig fahren. Am Ende werden die Punkte der weltweit angetretenen gegenübergestellt. Wer diesen einen Versuch verbockt, muss auf den nächsten Tag warten.

Technik

Für OlliOlli2 haben sich die Entwickler Roll7 vom Pixel-Artstyle verabschiedet. Neu sieht das Spiel aus wie ein Flash-Game, behält den Charme des Vorgängers aber dennoch bei. Die fünf Levelabschnitte sind unterschiedlich genug, um das Auge bei Laune zu halten. Auch die Ohren werden gut unterhalten, und zwar mit einem tollen elektronischen Soundtrack, der nach und nach freigeschaltet wird. Die Musik des Vorgängers pumpte allerdings noch etwas mehr.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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