Minecraft: Story Mode (2015)

Minecraft: Story Mode (2015)

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PS4-Review: Hey, Quadratschädel, lass uns die Welt retten.

Mach doch nicht so ein Gesicht, Jesse.
Mach doch nicht so ein Gesicht, Jesse. © Entwickler / Publisher

Die Zeiten der Anfänge, in denen Telltale Games mit Spielen wie Tales of Monkey Island oder Back To The Future noch versucht hat, dem klassischen Point-and-Click-Genre neues Leben einzuhauchen, sind lange vorbei. Die Abenteuer mit zahlreichen Rätseln wurden durch zu treffende Entscheidungen und Quick-Time-Events ersetzt. Die Geschichten wurden ins Episodenformat verpackt. Der Erfolg liess nicht auf sich warten, wie The Walking Dead, Wolf Among Us oder Game of Thrones beweisen.

Auf der Erfolgswelle von Minecraft reitend, ist nun das Telltale-Abenteuer Minecraft: The Story Mode erschienen. In fünf Episoden wird dabei die Geschichte um Jesse und seinen Freunden erzählt, welche ihre eigenwillige und quadratische Pixel-Welt von einem übermächtigen Feind befreien müssen.

Die ersten Episoden sind zwar unterhaltsam und insgesamt auch gelungen, schaffen es jedoch nicht, den Spieler wirklich zu packen und diese Mischung aus Sucht, Ungeduld und Vorfreude zu entfachen, für die Telltale Games ansonsten so bekannt sind. Das liegt hier vor allem daran, dass man sich nicht in die Welt und Thematik verliert, sondern stets auf sicherer Distanz bleibt. Oftmals verkommt man zum unbeteiligten Zuschauer, auch weil die guten spielerischen Momente zu weit auseinanderliegen. Am Ende bleibt Minecraft: Story Mode ein gutes Spiel, das aber bei weitem nicht so episch daherkommt wie zahlreiche seiner Vorgänger.

Story

Wow, was ist das denn?
Wow, was ist das denn? © Entwickler / Publisher

Hatten die anderen Spiele zumeist eher intensive und bodenständige Vorlagen, folgt mit Minecraft: Story Mode ein leichtfüssiger Ausflug. Jesse und seine Freunde sind sympathisch, das Schwein Rufus ist überaus süss, und auch sonst versprühen die ersten Episoden reichlich Charme und Humor.

Als die Dinge aber ernster werden, weil die Helden durch ihre Handlungen praktisch den Weltuntergang in Gang setzen, versucht Telltale erneut, mit den Emotionen zu spielen. Dies gelingt nur bedingt, da sowohl die Inszenierung als auch die Atmosphäre bei weitem nicht bedrückend und bedrohlich genug wirken. Das ist aber nicht mal so schlecht, denn damit bietet das Spiel eine nette Abwechslung zur gewohnten Telltale-Vorgehensweise.

Gameplay

Die legendären Helden vereint...
Die legendären Helden vereint... © Entwickler / Publisher

Spielerisch wird kaum etwas am Erfolgsrezept variiert. Es gibt viele Dialoge und mögliche Entscheidungen, vereinzelt einfache Rätsel und Kampfpassagen sowie massenweise Quicktime-Events. Letztere sind in Anbetracht der Vorlage eher schwach gestaltet. Gebäude oder Hilfsmittel bauen? Einfach wiederholt auf die eine oder die andere Taste drücken. Das mag zwar durchaus im Sinne von Minecraft selbst sein, ist aber in diesem Kontext einfach zu banal.

Oftmals wird Telltale vorgeworfen, die Entscheidungen seien nur Fassade und eine Täuschung. Das könnte in gewissen Situationen auch hier gelten, insbesondere zu Beginn des Spiels. Trotzdem scheint es so, als ob man bei einem erneuten Durchspielen tatsächlich komplett andere Wege einschlagen könne. Das wäre auch wünschenswert, da die einzelne Episoden bisher doch eher zu kurz geraten sind.

Technik

Hoppe, hoppe Reiter...
Hoppe, hoppe Reiter... © Entwickler / Publisher

Das Flair von Minecraft wird super eingefangen, und es wird ein stimmiges Bild geliefert, das durchaus erfrischend wirkt. Dennoch hat diese Art von Inszenierung auch Schattenseiten. Insbesondere die emotionale Komponente kommt durch die Darstellung einfach nie zur Geltung. Man fühlt mit Jesse zwar mit, aber bei weitem nicht so wie mit einer Clementine oder dem bösen Wolf.

/ Antonio Prosperati [pan]

Trailer: Episode 2 Englisch, 01:25