FIFA 16 (2015)

FIFA 16 (2015)

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PS4-Review: Hey, kennt ihr "Frauen"?

Die ersten 90 Minuten sind die schwersten.
Die ersten 90 Minuten sind die schwersten. © Entwickler / Publisher

Alle Jahre wieder steht im Herbst ein neues FIFA in den Regalen. Alle Jahre wieder fragt sich Otto-Normal-Gamer, ob sich wohl etwas gegenüber der letzten Ausgabe getan hat. Die Antwort ist in den letzten Jahren immer leichter gefallen: Fast nichts!

Tatsächlich herrscht bei EA seit FIFA 12 Stagnation auf hohem Niveau. Den Sprung auf die neue Generation haben sie einigermassen unbeschadet hingekriegt (nicht wie andere), danach stellte sich wieder die gewohnte Politik der (sehr) kleinen Schritte ein. Wie sieht es dieses Jahr aus?

Die Frauenmannschaften sind leicht zu übersehen. So erlebt ihr FIFA 16 als eine weitere Ausgabe virtuellen Fussballs mit nur minimalen Änderungen gegenüber der Vorjahresausgabe. Ein paar Verbesserungen in der KI, ein paar Patzer weniger der Torhüter und schon gibt es eine neue Vollversion der Reihe. Dabei werden Jahre alte Problemstellen nicht berührt: Die Schiedsrichter pfeifen immer noch viel zu kleinlich, wodurch absurde Elfmeter und rote Karten die Folgen sind. Ebenfalls ärgerlich sind die geführten Pässe zum Stürmer im Abseits - egal in welche Richtung ihr eigentlich zielt.

Mit den Frauenmannschaften zeigt sich das neue FIFA aber mit geschwellter Brust. Herzlichen Glückwunsch, EA Sports, endlich habt ihr entdeckt, dass Frauen auch Fussball spielen. Noch wurde dies etwas zu zögerlich umgesetzt. Die Spielmodi und die Anzahl Mannschaften halten sich in Grenzen, und auch geschlechterübergreifende Spiele sind vorerst nicht möglich. Aber hey, beim Zustand der Spieleindustrie und der generellen Trägheit erfolgreicher Game-Franchises ist selbst das ein Grund zur Freude. Ihr wisst, was euch erwartet. Auch in diesem Jahr ist FIFA ein gutes bis sehr gutes Fussballspiel. Ob die Änderungen euer Geld wert ist, wisst ihr immer noch selbst am besten.

Gameplay

Das Runde muss ins Eckige.
Das Runde muss ins Eckige. © Entwickler / Publisher

Was die Spielmechanik angeht, werdet ihr inzwischen wohl keine Quantensprünge erwarten, allerdings halten sich viele Änderungen auf den ersten Blick vornehm zurück. Grosse Würfe sind somit nicht erkennbar, dafür hat sich im Detail einiges getan. Zum Beispiel habt ihr jetzt die Möglichkeit, scharfe Pässe zu spielen. Damit gehören die leidigen kraftlosen Pässe der Vergangenheit an. Doch Vorsicht: Wenn euer Spieler den Ball nicht vollständig unter Kontrolle hat, kann das Leder schon mal daneben landen.

Entschärft wurden zudem die übermächtigen hohen Bälle. Mit grobem Gefühl und etwas Timing war es bisher möglich, jede noch so gute Abwehr mit einem gezielten hohen Ball in die Tiefe auszuspielen. In FIFA 16 wurde die Mechanik entschärft und somit auch die Abwehr gestärkt. Generell werden die Räume nun etwas besser besetzt, so dass vermehrte Aufbauarbeit gefragt ist, wenn man ein Tor schiessen will.

Wie Schach, nur ohne Würfel.
Wie Schach, nur ohne Würfel. © Entwickler / Publisher

Wenn man in FIFA 16 von einem Quantensprung sprechen will, dann verweist man auf die Möglichkeit, mit Frauenmannschaften spielen zu können. Es ist löblich, dass EA Sports 2015 den längst überfälligen Schritt endlich gewagt hat und sich aus der chauvinistischen Ecke lösen konnte. Dies als einen Grund zum Feiern anzusehen, spricht jedoch Bände über den Zustand der Spieleindustrie. Wir belassen es bei einem Dankeschön an EA.

Multiplayer

Online geht es weiterhin in den bekannten Modi ab. Darunter stechen wie immer "Seasons" und "FIFA Ultimate Team" hervor. In letzterem könnt ihr Karten sammeln (und für Echtgeld dazukaufen) und so euer Team für Online-Matches zusammenstellen. In ersterem könnt ihr mit Teams eurer Wahl Divisionen auf- und absteigen, und so Meisterschaften und Cups gewinnen.

Leider könnt ihr mit einer Frauenmannschaft nicht gegen ein Männer-Team spielen - in diese Nesseln wollte sich EA Sports wohl bewusst nicht setzen.

Technik

Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien.
Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien. © Entwickler / Publisher

Technisch läuft FIFA rund wie eh und je. Bis auf ein paar Clippingfehler bei Zusammenstössen von Spielern sieht alles wunderbar geschmeidig aus, und online läuft der Netzcode gut und frei von Lags. Die Soundkulisse ist gewohnt stark, sowohl im Stadion als auch ausserhalb dank mehreren lizenzierten Songs.

Die Kommentatoren dieses Jahr... hört denen eigentlich noch irgendjemand zu? Seit Jahren rattert das Duo die gleichen Sprüche zu unpassenden Situationen herunter. Auf Englisch schalten oder ganz abstellen, dann gibt es auch hier nichts zu beanstanden.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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