Wolfenstein: The New Order (2014)

Wolfenstein: The New Order (2014)

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Xbox One-Review: We're doing one thing and one thing only: killing Nazis

Cousin, the business is a-boomin!
Cousin, the business is a-boomin! © Entwickler / Publisher

William B. J. Blazkowicz wacht nach 14 Jahren Koma auf und findet sich in einer von Nazis regierten Welt wieder. Die Deutschen haben den 2. Weltkrieg gewonnen, die Nazis haben ihr Ziel erreicht. Nun will der Amerikaner mit polnischen Wurzeln den Braunen den Garaus machen. So schliesst er sich dem bisschen Widerstand an, der noch übrig geblieben ist und legt sich so mit dem Nazigeneral Wilhelm Strasse alias Deathshead an.

Zum ersten Mal wird ein Wolfenstein-Spiel nicht von id Software entwickelt. Das schwedische Entwicklerstudio Machine Games hat das Spiel in Zusammenarbeit mit id und deren "id Tech 5"-Engine geschaffen. Erst 2013 angekündigt, wurde das Spiel mit einer gewissen Skepsis betrachtet, da es sich um einen Ego-Shooter ohne Multiplayer-Part handelte - in der heutigen Zeit beinahe undenkbar. Der Fokus auf den Singleplayer könnte dem Game aber nur geholfen haben.

Wolfenstein: The New Order ist einer der Überraschungshits dieses Jahres, das Revival des Ego-Shooter-Pioniers auf der Next-Gen ist definitiv geglückt. Die "id Tech 5"-Engine lässt das Spiel auf allen Plattformen glänzen, der Artstyle überzeugt und das Gameplay macht Spass. Die ziemlich belanglose Geschichte ist jedoch ein kleiner Dämpfer. Fans von spassigen Ego-Shootern und soliden Stealth-Mechaniken dürfen ohne Sorge zugreifen.

Story

Mal wieder den Nazis ins Gesicht schiessen
Mal wieder den Nazis ins Gesicht schiessen © Entwickler / Publisher

Räumen wir das Negative gleich zur Seite: Die Story von Wolfenstein: The New Order ist für die Tonne - surprise, surprise. Langweilige Gute treffen auf inhaltsleere Böse und unterhalten sich in pseudotiefgründigen Dialogen, anstatt sich auf die Mütze zu geben. Es fehlt der Humor. Schade, dass versucht wurde, eine emotionale Geschichte zu erzählen anstatt die Handlung als Mittel zum Zweck zu verwenden.

Alles abseits des Plots ist aber mehr als gelungen. Die von Machine Games erschaffene Welt der alternativen Sechzigerjahre ist zwar rein von den technologischen Fortschritten eher fragwürdig, funktioniert aber hervorragend. Übers ganze Spiel sind verschiedene Zeitungsartikel verteilt, die Informationen über die Nazi-Welt geben, um diese glaubwürdiger wirken zu lassen.

Gameplay

Nazi-... Roboter?
Nazi-... Roboter? © Entwickler / Publisher

Hier fängt der Spass erst richtig an. Grundsätzlich gilt: Alles abschiessen, was sich bewegt, und das macht eine Riesenfreude. Die Waffen fühlen sich toll an, egal ob ein- oder zweihändig. Wer gerne mit zwei Scharfschützengewehren durch die Nazis mäht, kann das gerne tun. In gewissen Spielpassagen kann die Sniper alternativ in ein Messer umgetauscht werden. Anschleichen und still abmurksen funktioniert genauso gut wie hirnloses Rumschiessen.

Das ist dem Leveldesign zu verdanken, denn die Levels sind keine Schläuche, sondern mehr oder minder offene Areale, die keinen Spielstil vorziehen. Ausserdem ist es unglaublich befriedigend, aus der Distanz einem Kommandanten ein Messer in den Rücken zu schleudern. Zudem enthält das Spiel einige Challenges, die quasi mit dem Skill-Tree verschmelzen, denn für das Abschliessen einer Challenge erhält man jeweils ein Upgrade.

Technik

Die Explosionen donnern durch London
Die Explosionen donnern durch London © Entwickler / Publisher

Wolfenstein: The New Order basiert auf der "id Tech 5", der Engine, die bereits Rage antrieb und damals schon für sehr schöne Visuals sorgte. Dank der kraftvollen Engine sieht das Spiel kantenscharf aus und lässt nichts zu wünschen übrig. Neben der Grafik an sich sind auch der Artstyle und das -design rundherum gelungen.

Die Nazi-Monumente sehen beeindruckend aus, dafür sind die Innenlevels etwas zu grau geraten. Hingegen bieten die Abschnitte im Freien einen schönen Farbkontrast. Das Figurendesign, vor allem in den Gesichtern, lässt zu wünschen übrig. Zwar sehen Frau Engel und Totenkopf "gfürchig" aus, die Augen aller Pro- und Antagonisten sind aber zu glänzend und gross geraten und nehmen schon beinahe Manga-Dimensionen an.

Shhh, you're going to sleep...
Shhh, you're going to sleep... © Entwickler / Publisher

Etwas leiden müssen die deutschsprachigen Spieler. Die deutschen Synchronsprecher sind zwar mehrheitlich okay, lippensynchron ist aber etwas ganz anderes. Zudem wurde jegliche Nazi-Symbolik und -Erwähnung aus dem Spiel entfernt. Dies gilt für alle Versionen aus dem deutschen Sprachraum, also auch für die Schweiz.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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Kommentare Total: 6

db

Return to Castle Wolfenstein hab' ich damals hoch und runter gespielt und genauso Freude an der abgefahrenen Story wie auch dem Leveldesign gehabt. Wolfenstein New Order fährt ein ähnliches Szenario wie damals Iron Storm (2002) und geht dieses Mal davon aus, dass die Nazis den Krieg gewonnen haben. An sich interessantes Szenario, in das man auch viel hineinbuttern könnte.

Als Spiel ist es eines der weniger, welche auf Multiplayer verzichten und sich komplett auf Singleplayer konzentrieren. Auch sonst ist Wolfenstein New Order eher Old School und präsentiert dem Spieler riesige Levels mit vielen amüsanten Details welche auch verschiedene Spielstile unterstützen. Will man eher frontal angreifen oder durch den Kabelschacht kriechen? Alles ist möglich und zum Teil auch nötig, denn die Gegner hier sind alles andere als Fallobst. Die kann man nicht einfach so niedermähen und ist zum Teil wirklich gezwungen gezielte Kopfschüsse abzusetzen um rasch vorwärts zu kommen. Beim kleinen Gekröse reicht dies jedenfalls aus, sobald grössere Gegner kommen wird es jedoch meistens doch nur eine DPS Orgie, was spätere Levels doch recht anspruchsvoll machen, wenn mehrere der Supersoldaten anrücken.

Soweit so gut - es ist ihnen wirklich gelungen, abwechslungsreiche Levels zu bauen, bei denen jedes etwas Neues bietet und man wirklich nach einer Taktik suchen muss um durch das Level zu kommen. Rein von der Grafik her haben sie sich wirklich bemüht etwas Cooles zu bieten und die Gegner sowie die Levels sind ihnen Gelungen. Im Direktvergleich kommt der Retro-Look zwar stimmig daher, doch wirklich neue Massstäbe setzen sie dabei nicht und es kommt auch einfach viel zu oft vor, dass man einfach vor unscharfem Textur-Geschmiere steht. Auch sonst sind die einzelnen Kapitel enttäuschend kurz und selbst potentielle Highlights wie ein Top Secret Labor unspektakulär schnell abgewickelt. Für ein Spiel, dass nur Singleplayer bietet, hätte man doch etwas mehr erwartet.

Von der Story her, bleibt es natürlich mittel zum Zweck. Die Nazis sind bös, der kleine Widerstand müssen wir erstmals finden, dann Zeugs zusammen suchen und dann zurückschlagen. Muss sagen, da waren einige Dialoge noch das Highlight, denn Storymässig ist es einfach ein sehr dünner Roter Faden, der einem von A nach B führt.

Leider haben sie auch so einige Punkte drin, welche den Spielfluss stören und unnötig erschweren. Da wäre zum einen das umständliche Waffenwechseln, welches unnötig Träge und besonders bei hektischen Bosskämpfen tückisch ist. Anderes ist elementares wie eine Stamina Anzeige - den Mal kann er rennen, Mal nicht und schon ist man erschossen. First Person Shooter gibt's nun mal schon eine Weile, dass solch elementares nicht eingebaut wird, ist genau so mühsam wie frustrierend.

Fazit: Wolfenstein The New Order ist ein linearer Shooter der alten Schule, mit abwechslungsreichen Levels, nettem Design und einigen taktischen Elementen. Anspruchsvolles Gameplay und faires Leveldesign motivieren und treiben auch vorwärts. Leider haben sie sich auch vieles mit der fumligen Steuerung, trägen Animationen beim Nachladen und natürlich dem umständlichen Waffenwechsel verschenkt, welches das faire und taktische Leveldesign wiederum ziemlich zum Teufel jagt. Dennoch ist es schön wieder einmal einen soweit anspruchsvollen blutigen Adult-Shooter anzutreffen - der jedoch auch noch deutlich brutaler und auch düsterer hätte sein können.

4.5

ale

Zensurfreie UK PS4-Version geholt. Finde ich richtig klasse! Sehr fokussierter Shooter alter Schule mit bestechendem Art Design. Man muss halt nicht immer und überall Crafting, Upgrades und Türme zum Hochklettern haben. 😈

db

Donno habe ich nicht überprüft. Habe nur gesehen, bei der deutschen Version wurden alle Nazi-Symbole ausgewechselt und es ist nur auf Deutsch installierbar. Primär das zweite geht gar nicht^^

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