Watch_Dogs (2014)

Endstation

Aiden Pierce ist ein Hacker. Doch statt hinter einer dicken Hornbrille zwischen Stapeln von Pizzakartons und Sodabüchsen auf einen Computerbildschirm zu starren, benutzt er lieber sein Smartphone, um vor Ort Sicherheitssysteme auszuhebeln und fett Kohle einzusacken. Als einer dieser Jobs schiefläuft, werden Auftragskiller auf Aiden angesetzt. Der Hacker überlebt den Anschlag knapp. Nicht so seine Nichte Lena. Aiden sinnt nach Rache.


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4.5 Sterne 

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Gameinfos

Genres: Action, Shooter

Platform: Xbox One, Xbox 360, PS4, PS3, PC, Wii U

Veröffentlichung: 27.05.2014, 31.10.2014 (Wii U)


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4 Kommentare

Watch_Dogs - So that's what all the Fuss was about...

Schon bei der Ankündigung klang Watch_Dogs sehr interessant. Die weiterführung der immer stärker vernetzten Welt zu einem riesigen Netzwerk, durch das nicht nur eine ganze Stadt gesteuert, sondern auch von jeder Person alle Daten abgespeichert und abgerufen werden kann. Im Hinblick auf Snowden und seine NSA Enthüllungen, kommt so ein Game zum richtigen Zeitpunkt und hätte an sich enorm viel Potential gehabt, leider haben sie sehr viel verschenkt.

Die Grafik/Setting ist das erste. Schon viele Male - sei es in GTA, Driver, Mafia usw, sind wir im gutbürgerlichen Städten wie hier in Chicago rumgebrettert und haben irgendwelche Aufträge erfüllt. Da das Szenario nicht allzuzeit in die Zukunft verlagert wurde, wandern wir in Watch_Dogs durch bekannte und deshalb auch sehr langweilige Strassen die sich kaum von heute unterscheiden. Klar es sieht nett aus doch letztendlich hat man alles schon mal und auch noch deutlich besser gesehen. Wenn man es rund 50 Jahre in die Zukunft verschoben hätte, hätte man wenigstens mit der Welt mehr spielen können und in Richtung Deus Ex: Human Revolution ein Game bieten können, wo es auch etwas Neues zu entdecken gäbe und man auch den Impact eines solchen Systems auf den Alltag besser hätte zeigen können. Doch man hat ein reales Setting gewählt und dies wurde sehr steril gehalten. Die Welt lebt kaum, Gore Effekte gibt es sehr selten und so wirkt das ganze wie eine harmlose PG-13 geschichte für Kids.

Gameplay: Das Watch_Dogs ein Konsolen-Port ist, merkt man relativ schnell. Das beginnt in der umständlichen Menuführung, den starken Performence problemen (selbst auf sehr guten Rigs) und die schwammige steuerung. Oft duert es 1-3 Sekunden bis die Aktion endlich ausgeführt wird, was oft zum Tod führt. Das Cover-System ist umständlich und träge, was den Flow in den Kampfsequenzen immer wieder stört und zu problemen führt, da Aiden schon nach wenigen Treffern ins Gras beisst. Das gleiche gilt auch für die unsägliche Autosteuerteuerung, die 80% von den Autos unkontrolliert in der Gegend rumschlingern lässt und besonders bei Missionen wo man nicht die super Rennautos zur Auswahl hat, für künstlichen Frust sorgt. Die Waffen bieten die übliche Bandbreite von Pistolen über Schrotflinten bis hin zu Sniper-Waffen. Blöd ist nur, dass Waffen mit Schalldämpfer nicht per default zu kaufen sind, sondern erst noch freigeschaltet werden müssen, in dem man sie von einem Gegner aufhebt - was bei Verhindern von Verbrechen und anderen eher Routine-Missionen primär dafür sorgt, dass die Zivilisten die POlizei rufen, weil man einfach zu viel Lärm macht. Solche Punkte sind schliesslich primär die Gründe, weshalb man selbst einfache Missionen zum Teil mehrmals angehen muss, weil man irgendwo hängen geblieben ist, man wegen einem Zivilist die Kontrolle über die Situation verloren hat oder Aidan wieder einfach für sekunden vor einem Auto gestanden hat, anstatt einzusteigen. Generell kann man jedoch sagen, dass es meistens mehrere Wege gibt, eine Mission anzugehen und man mit dem Stealth-Weg deutlich mehr Spass hat, weil es deutlich fordernder und auch interessanter ist. Besonders die Hauptmissionen sind gibt es zum Teil sehr kreative und vielseitige Kapitel. Leider muss man dann doch vieles mit roher Waffengewalt lösen, was bei einem Hacker doch eher merkwürdig wirkt.

Story: Hier hat sich Watch_Dogs letztendlich das Motivationsgrab geschaufelt. Das ganze gleicht einfach einem schlecht geschriebenen Theater, wo der Hauptdarsteller vercastet wurde. Während man bei Games wie Max Payne dem Hauptcharakter wirklich noch abnahm, dass er seit dem Tod seiner Familie durch die Hölle geht und dies auch wirklich eindrücklich gezeigt wurde - erhält man hier eine verhakte PG-13 zwischensequenz und dann nimmt das Spiel an, dass man sich irgendwie für Aidans Nichte interessiert und man sie auch rächen will. Nicht wirklich - und so geht die Hauptmotivation im Spiel einfach flöten und selbst in den Dialogen wird es immer lächerlicher wenn sich Aidan noch rechtfertigen muss. "Warum sind sie hier?", "Sie haben meine Nichte getötet?" "So, that's what all the fuss was about..." - wirkt vor allem im Kontext der Szene köstlich lächerlich. Zudem haben sie es komplett verpennt, wirklich die Gefahr/Potential einzufangen, welches von einem cToS-System ausgeht, das omnipräsent ist und dich und deine intimsten Daten regelrecht aufsaugt. Man sieht zwar, wie sich die Hacker ins System einklinken, doch was es für den normalen Nutzer für Vorteile bringt oder wie es durch die Regierung ausgenutzt wird, wird kaum, wenn nicht gar nicht gezeigt. Wenigstens ist es ihnen gelungen, den Nebencharakteren ein deutlicheres Profil zu geben und selbst wenn die Hackerin etwas überdeutlich von "Girl with Dragontatoo" inspiriert wurde, kann man damit leben.

Multiplayer: Bei Watch_Dogs wurde verkauft, dass man "übergangslos" zwischen Multiplayer und Singleplayer wechseln kann. Primär erhält man entweder so ein "online Auftrag" den man annehmen kann, worauf man in das Spiel eines anderen Spielers eingeklinkt wird und man da da etwas machen muss. Daten downloaden ohne dass man entdeckt wird, Rennen fahren etc. Was an sich nett klingt, erweisst sich in der Praxis eher als unerwünscht, weil dies natürlich auch einem selber passieren kann und plötzlich muss man nach einer müssigen Mission auch noch einen anderen Spieler abwehren, der sich in dein Spiel eingeklinkt hat. Die Folge war, dass man die Online-Itrusion abstellt - worauf man einige Skills opfert, die man nur so freischalten kann - doch dann hat man wenigstens Ruhe von sowas. Nette idee, aber praktisch eher nervig und da es keine wirkliche co-op-Option gibt, nutzlos und überflüssig.

Fazit: Watch_Dogs sieht viesuell ganz nett aus, doch Grafisch kann es nur wenig Akzente setzen, welches das Spiel aus der Masse abhebt. Städte hat man schon dutzende male gesehen und zum Teil mit deutlich mehr Charme und Charakter, besonders nachdem viele Effekte deaktiviert wurden, die in den Preview-Trailer noch da waren. Der Hauptcharakter bleibt blass, dessen Story berührt kaum und dessen Motation springt noch weniger auf den Spieler über. Deshalb packen die Storymissionen nur bedingt und die Nebenmissionen laufen immer nach dem gleichen Schema ab, was sie beim ersten Mal interessant und dann nur noch zum Grind macht, da man sehr viele davon erledigen muss. Deshalb bleibt Watch_Dogs eine zu sterile, zu harmlose und auch zu zahnlose Angelegenheit, die man einem durchspielt - um zu erfahren, was letztendlich der Ausgang der Geschichte ist - doch ansonsten kaum nochmals in die Finger nimmt.

3.5

Mir gefiel das Game definitiv sehr gut, auch wenn es in der Handlung gewisse Längen vorweist. Vor allem der zweite Akt ist stinklangweilig. Schade ist Aiden Pearce nicht so charismatisch wie ein Sam Fisher oder Ezio Auditore, aber die unvermeidlichen Sequels können da ja noch einiges korrigieren.

Ich fand Watch_Dogs immer dann am besten, wenn man nicht schiessen musste. Die Gang Hideouts und diverse Stealth-Missionen waren die Highlights des Spiels. Leider hat es nicht das gesamte Potenzial ausgeschöpft. Jänu, es wird ja bestimmt einen zweiten Teil geben, in dem sie viel besser machen können.

Bin erst im ersten Kapitel, aber soweit ganz nett. Die Grafik haben sie seit den ersten Trailern deutlich vereinfacht und rein von der Atmosphäre her haben sie viel verschenkt als sie die erweiterten Licht und Nebel Effekte geopfert haben.

Zudem mutet es äusserst komisch an, dass ich wegen jedem überfahrenen Zivilisten bestraft werde, ich aber Autos und so weiter ohne Probleme zerstören kann. Das spiegelt sich auch in den Waffen wieder. Man hat nur wenig taktische Möglichkeiten um sich mit Schalldämpfer, Betäubungsgewehr und solche Spässe ein unauffälligeres Profil zu geben. So hat man bei seiner Verbrecherjagd schnell die ganze Polizei am Arsch und hat keine Chance mehr verdeckt vorgehen zu können. Aber vielleicht habe ich da etwas noch nicht freigeschaltet.

Insgesamt viele nette Ansätze, die auch zum verweilen einladen, doch wenn ich mir den simplen Skilltree anschaue und die sehr lineare Story, welche bislang nicht wirklich spektakulär wirkt, denke ich mal ist der wiederspielwert eher klein ist. Aber es überbrückt die Zeit bis Borderlands 2.5^^

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