Castlevania: Lords of Shadow 2 (2014)

Castlevania: Lords of Shadow 2 (2014)

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PS3-Review: Blutige Blutpeitsche

Der Fürst der Finsternis
Der Fürst der Finsternis

Nach vier Jahren ist es soweit, Castlevania: Lords of Shadow bekommt seinen Nachfolger. Der mittlerweile 35. Teil des Castlevania-Franchises wurde wie bereits der Vorgänger von den Iberern MercurySteam entwickelt und von Konami vertrieben. Bereits früh stand das Spiel allerdings unter einem schlechten Stern, denn die spanischen Entwickler schienen unter einer mangelhaften Führung zu leiden.

Im zweiten Teil der Lords-of-Shadow-Reihe schlüpft der Spieler erneut in die Schuhe von Gabriel Belmont, der mittlerweile als Dracula bekannt ist. Einige Jahre nach dem ersten Teil erhält er alt und geschwächt die Nachricht, Satan sende seine Truppen, um ihn zu erledigen. Als Belohung für den Sieg über Satan winkt ihm die Zerstörung seiner Unsterblichkeit. Er tut sich mit Alucard zusammen, einem Vampir, der ihm näher steht, als man denkt.

Castlevania: Lords of Shadow 2 macht wenig falsch, hebt sich aber kaum von der Masse ab. Der Gameplay-Mix aus Hack'n'Slash und Open-World-Metroidvania funktioniert zwar, kommt aber nie richtig in Fahrt. Die Bosskämpfe haben ihre Highlights, alles dazwischen ist aber mässig spannend. Ein Wechselspiel der Gefühle, das zumindest Fans der Serie befriedigen dürfte.

Story

Von Blut bist du genommen, und zu Blut kehrst du zurück.
Von Blut bist du genommen, und zu Blut kehrst du zurück.

Wie bei vielen anderen Titeln aus diesem Genre ist die Story eher Mittel zum Zweck als etwas anderes. Dracula ist zwar durchaus eine coole Figur, aber die Dialoge zwischen diversen Bossgegnern, Nebenfiguren und ihm selbst sind stellenweise haarsträubend. Die Dialoge am Anfang und während diverser Kämpfe hören sich an, als wären sie aus einem beliebigen Beat'em up entführt worden. Zudem wiederholen sie sich ständig und nerven bereits nach dem dritten Mal. Nicht einmal Dracula selbst kann stimmtechnisch überzeugen. Sobald er aber seine Blutpeitsche auspackt, wird's interessant.

Gameplay

Als Hack'n'Slash lebt Castlevania: Lords of Shadow 2 von seinen Kampfsequenzen, und diese machen durchaus Spass. Obwohl sich die Gegnerscharen in Grenzen halten, zieht der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe immer mehr an und wird stetig fordernder. Wie fast jedes andere Spiel greift auch dieses auf die kontroversen Quick-Time-Events zurück. Da die Entwickler aber zu wissen scheinen, dass diese nicht wirklich beliebt sind, lassen sie sich im Menü komplett ausschalten.

Es werde Licht!
Es werde Licht!

Um seinen Lebensbalken im grünen Bereich zu halten - nicht im wörtlichen Sinne, der Balken ist immer blutrot -, kann Dracula sein Void-Schwert ziehen. Wenn er dieses benutzt, füllt er mit jedem Treffer seine Lebensanzeige etwas mehr auf. Mit den Chaosklauen lassen sich zudem Schilder und andere Schutzvorrichtungen der Gegner zertrümmern. Das Wechseln zwischen diesen Waffen läuft nahtlos. Sobald's aber tiefer geht, wird's etwas mühsam. Vor allem für Einsteiger ist die Steuerung nur schwer zu erlernen.

Zudem kann Dracula seine Fähigkeiten aufleveln. Auf der einen Seite können Upgrades gekauft werden, um neue Moves freizuschalten, auf der anderen Seite können sie ausgebaut werden. Letzteres ist nicht käuflich und kann nur durch das Anwenden dieser Moves verbessert werden. Sollte ausserdem einmal die Energie aus dem Void-Schwert leer sein, kann Dracula seinen Gegnern in den Nacken beissen, um ihnen Blut auszusaugen und sein eigenes Wohlbefinden zu stärken. Um etwas Abwechslung ins Gameplay zu bringen, kann sich Dracula bei sogenannten Schattenportalen in eine Ratte verwandeln. Dies ist zwar ganz witzig, gebraucht hätte es das aber nicht.

Godlike.
Godlike.

Selbstverständlich trifft Dracula auch auf diverse Bossgegner von klein bis gross. An diesen mangelt es nicht, und sie sind definitiv die Höhepunkte des Spiels. Ob mächtiger, goldener Engelskrieger oder absurd hässliche Dämonin, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die Bosskämpfe fordern den Spieler so, dass er auf die gesamte Skillpalette zurückgreifen muss, um Erfolg zu haben. Dies führt zu einer angenehmen Dynamik.

Technik

Die düstere Atmosphäre von Castlevania: Lords of Shadow 2 passt sehr gut ins Spiel, ebenso das Design. Dieses ist klar japanisch angehaucht, denn solch kolossale und absurde Kreaturen findet man in den wenigsten westlichen Spielen. Da sieht man, dass Hideo Kojima beim ersten Teil seine Finger im Spiel hatte und die Richtung etwas definiert haben dürfte. Rein grafisch ist das Spiel okay, aber nicht mehr. Im Jahre 2014 könnte man durchaus mehr erwarten.

Schwing die Klinge.
Schwing die Klinge.

Etwas westlicher ist der Soundtrack, denn dieser besteht aus bekannten orchstralen Elementen und passt wunderbar ins Spiel. Etwas weniger wunderbar ist dafür das Soundmixing. Bei normaler Lautstärke der Umgebungsgeräusche und des Soundtracks sind die Dialoge beinahe stumm. Die Steuerung könnte an gewissen Stellen etwas präziser sein, das ist aber ein kleines Detail.

/ nna