Bayonetta 2 (2014)

Bayonetta 2 (2014)

Wii U-Review: Bitte keine schlüpfrigen Sprüche

Lange nicht gesehen!
Lange nicht gesehen! © Entwickler / Publisher

Sie ist sexy, aber nicht nur. Sie ist stark, unabhängig und nimmt sich, was sie will. Bayonetta verprügelt Dämonen zu Tausenden, und sie verzaubert uns mit ihrem Charme. Als sie 2009 in unser Leben trat, tat sie das mit einem Paukenschlag.

Platinum Games gelang es, dem Hack'n'Slay-Genre eine neue, weibliche Note zu setzen. Auch wenn die übertriebene Darstellung nicht überall gut ankam, zweifelte niemand an der mehr als soliden Mechanik. Für den zweiten Teil setzte Nintendo die Schere an - und damit meinen wir nicht die abermalige totale Reizüberflutung.

Nintendo hat mit diesem Exklusiv-Deal alles richtig gemacht. Wer die Wii U noch nicht sein eigen nennt, muss spätestens jetzt mit einem Kauf liebäugeln. Das Spiele-Portfolio glänzt mit Qualitätsprodukten aller Art, von denen eines ganz stark hervorsticht: Bayonetta 2. Die Umbra-Hexe weiss auch in ihrem zweiten Abenteuer zu begeistern und geizt trotz Exklusivität auf der familienfreundlichsten Konsole nicht mit Reizen. Dabei wirken die Bilder nie lächerlich oder als reine Effekthascherei. Stattdessen haben wir es mit einem Spiel zu tun, das mit starkem Gameplay und genialem Design zu gefallen weiss. Mit Bayonetta 2 erscheint ein umfangreiches Paket für Freunde von Kratos, Dante und Co. Die Wii U ist casual? Denkt nochmals nach...

Story

Cat fight?
Cat fight? © Entwickler / Publisher

Schon die Geschichte von Teil 1 war ziemlich verwirrend. Auch im zweiten Teil ist sie mehr Beiwerk als zentraler Bestandteil: Bayonettas Freundin Jeanne wird von der Unterwelt entführt und nun muss unsere Hexe sie da wieder rausholen. Angesichts des Art Designs und der Kreativität, die im Rest des Spiels steckt, wirkt die Geschichte beinahe schon bieder.

Gameplay

Bayonetta 2 ist ein hervorragendes Hack'n'Slay. Zahllose Tastenkombinationen ermöglichen euch vielfältige Combos zerstörerischen Ausmasses. So könnt ihr bei gutem Timing und präzisem Knopfdruck einen überdimensionalen Stiefel erschaffen, um damit euren Gegnern in den Hintern zu treten. Dabei sind viele Kombinationen recht einfach gehalten und erfreuen Einsteiger.

Auch wenn das Spiel etwas leichter geworden ist als der Vorgänger, kommt man mit reinem Button Mashing nicht allzu weit. Wer das Kampfsystem perfektioniert, kann seine Gegner gezielter und schneller treffen. Das drückt sich in der Anzahl Heiligenscheine und Boni aus, die ihr bekommt, aber auch in der Höhe der finalen Level-Wertung.

Piece of cake!
Piece of cake! © Entwickler / Publisher

Ebenfalls mit dabei sind die äusserst befriedigenden Folter-Attacken und Finisher. Da verwandeln sich Bayonettas Haare in bildschirmfüllende Monster, die eure Gegner mit übertriebenem Effektgewitter einheizen. Mittels freischaltbaren Techniken könnt ihr euren Kampfstil personalisieren und den Standardcombos abgefahrene Spezialattacken hinzufügen. Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt und machen Bayonetta 2 zu einem der besten Action-Spiele der letzten Jahre.

Multiplayer

Der Mehrspielerteil ist eine nette Dreingabe, wenn er auch nicht so recht ins Bild passt. In Arenen könnt ihr zu zweit gegen von euch bestimmte Gegner kämpfen und dabei Münzen und Boni sammeln - kaum der Rede wert, aber es funktioniert ziemlich gut.

Technik

Ich seh' überhaupt nichts mehr.
Ich seh' überhaupt nichts mehr. © Entwickler / Publisher

Wie gut ein Spiel aussieht, hängt sehr selten von der Anzahl Pixel ab, die eine Konsole darstellen kann. Stattdessen kann ein gelungenes Art Design immer wieder aufs Neue punkten. Bayonetta 2 mag wohl nicht mehr so überraschen wie noch der Vorgänger, doch strotzt das Spiel nur so vor Kreativität und schrillen Ideen. Bei allen Effekten läuft es zudem stets flüssig.

Gelungen, wenn auch nicht so markant ist der Soundtrack, der das Geschehen auf dem Bildschirm gekonnt untermalt. Die Sprecher übertreiben es teilweise mit der Betonung, was angesichts des Spiels nicht zwingend unpassend ist.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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Teaser: Announcement Englisch, 00:43