Assassin's Creed: Rogue (2014)

Assassin's Creed: Rogue (2014) Xbox 360-Review

Mir ist kalt...

Mir ist kalt...

Als wäre ein Assassin's-Creed-Titel pro Jahr nicht genug, erscheinen dieses Jahr gleich zwei Stück. Während die aktuelle Konsolengeneration in Paris herumturnt, besuchen die vergangenen Geräte einige bekannte Stationen. Assassin's Creed: Rogue spielt sowohl in New York als auch auf hoher See und kombiniert Elemente aus vergangenen Titeln.

Shay Patrick Cormac kämpft auf der Seite der Assassinen. Nach einem Zwischenfall, in dem eine ganze Stadt in Schutt und Asche gelegt worden ist, hegt Shay Zweifel am Assassinenkult und wechselt nach einer Auseinandersetzung mit seinem Mentor die Seiten. Von da an ist Shay ein Templer und setzt alles daran, die Assassinen in ihrem Vorhaben aufzuhalten. Koste es, was es wolle.


Rating: Microsoft Xbox 360

Story

Auch Templer können springen

Auch Templer können springen

Assassin's Creed: Rogue sah storytechnisch stets vielversprechend aus. Shay schien der erste Assassine zu sein, der seinem Kult nicht blind folgt und dessen Taten hinterfragt. Nach Shays Verrat an seiner Bruderschaft, welche grossartig inszeniert ist, muss er gegen seine alten Bekannten und Freunde kämpfen. Im Ansatz ist dies interessant, in der Ausführung aber eher mässig.

Zwar hinterfragt Shay die generellen Prinzipien der Assassinen, nicht aber die der Templer. So wird er von der Marionette der einen zu derjenigen der anderen. Zudem werden die Beziehungen zwischen ihm und seinen Freunden kaum etabliert, demnach ist es am Ende auch egal, wenn der eine oder andere den Löffel abzugeben droht. Allgemein wird Shays innerer Konflikt viel zu wenig zum Thema, auch wenn dieser hie und da aufblitzt.

Full sail!

Full sail!

Dafür fungiert Rogue als solides Vermittlungsstück zwischen Assassin's Creed 3, Black Flag und Unity, denn Shay hatte überall irgendwie seine Finger im Spiel. So gibt es ein Wiedersehen mit Achilles - der in Rogue aus der Spielerperspektive den Bösewicht gibt - Adéwalé oder Haytham Kenway, die alle mehr oder weniger wichtige Rollen in der Story einnehmen.

Gameplay

In der Assassinen-Zeit Shays ist das Gameplay praktisch identisch mit Assassin's Creed 4: Black Flag. Sobald er aber die Seiten wechselt, bietet Rogue ein paar frische Ideen. So verstecken sich in der ganzen Stadt sogenannte Stalker, die man nur an einem leisen Flüstern erkennt. Wird das Eagle Eye aktiviert, erhält man einen Kompass, um die Stalker ausfindig zu machen und sie umzunieten. Jedoch sei Vorsicht geboten, denn wenn sie den Spieler zuerst entdecken, fliehen sie oder greifen direkt an.

Einmal gegen die Kapuziner

Einmal gegen die Kapuziner

Auf hoher See spielt sich das Ganze praktisch identisch wie Black Flag. Die einzigen Neuerungen sind die Eisberge, die in den arktischen Gebieten zu finden sind. Diese kann man zerschiessen, sodass sie grosse Wellen auslösen und kleinen Schiffen Schaden zufügen können. Zudem kann jetzt nicht nur der Spieler Schiffe entern, sondern kann auch geboardet werden mit dem sogenannten Reverse Boarding. Die Aufgaben sind dieselben wie beim Entern, jedoch verliert der Spieler einige Crew-Mitglieder, und das Schiff wird arg in Mitleidenschaft gezogen.

Wenn die Story durch ist, also nach knapp sieben Stunden, gibt es hunderte Collectibles zum Sammeln, dafür kaum Nebenmissionen. Dies führt zu einer herben Überladung von mässig interessantem Content und zieht die Spieldauer künstlich in die Länge. Dies ist vor allem erstaunlich, weil bisher jeder andere Titel der Serie genügend Inhalte geliefert hat, die nichts mit Sammelgegenständen zu tun hatten.

Technik

Lass mich das Eis brechen...

Lass mich das Eis brechen...

Rogue brilliert in den gleichen Belangen wie jedes Assassin's-Creed-Spiel - und verbockt's in denselben. Es kommt richtig Atmosphäre auf, wenn Shay dickbekleidet durch Schiffsbrüche in der Antarktis klettert und dabei die Nordlichter beobachtet. Der Soundtrack von Elitsa Alexandrova passt wie die Faust aufs Auge, und die Inszenierung der Missionen ist spektakulärer denn je. Dafür haben sowohl die KI als auch die Steuerung teils peinliche Aussetzer, und vereinzelt sind auch üble Clippings festzustellen.


Fazit

Assassin's Creed: Rogue baut auf den funktionierenden Mechaniken der vergangenen Titel auf und bringt gewisse eigene Ideen. Grossartig inszeniert, wird die Story den Erwartungen allerdings nicht gerecht und bietet einmal mehr einen interessanten Ansatz, jedoch eine durchzogene Umsetzung. Visuell ist es nicht mehr als ein eingeschneites Black Flag. Für Serienveteranen ein schöner Fanservice, Skeptiker werden durch Rogue aber nicht die Seiten wechseln.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.5

 

18.11.2014 / nna

Community:

Bewertung: 4.7 (2 Bewertungen)

 

 

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