Zoo Tycoon (2013)

Zoo Tycoon (2013)

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Xbox 360-Review: Tierkot-Simulator

Spiel mit mir!
Spiel mit mir!

Fast zehn Jahre nach dem Release von Zoo Tycoon 2 dürfen Tierfreunde und Hobby-Zoowärter wieder ein virtuelles Tierreich aufbauen, und das zum ersten Mal auf einer stationären Konsole. Ob eigener Zoo ohne Geldprobleme, vorgefertiges Layout mit Geldproblemen oder ein Mix aus beidem, Zoo Tycoon hat den Modus für jeden ambitionierten Zoomanager. In völlig neuer Grafik und mit frischen Gameplayideen versuchen Microsoft und Frontier, der etwas eingerosteten Serie wieder neuen Wind in die Segel zu pusten.

Zoo Tycoon ist definitiv einer der Überraschungshits des eben vergangenen Jahres. Strategisches Gameplay und ein hohes Suchtpotenzial werden durch eine schicke Grafik zu einem schönen Ganzen abgerundet. Für eine gemütliche Game-Session nach Feierabend ist das Spiel wie geschaffen. Selbst Skeptiker sollten ihm eine Chance geben, denn in jedem steckt ein kleiner Zoowärter.

Story

"En Guete!"
"En Guete!"

Zoo Tycoon glänzt nicht durch seine Story, denn eine solche gibt es eigentlich nicht. Im Kampagnen-Modus wählt man Orte auf der ganzen Welt aus, die auf die Hilfe des Spielers angewiesen sind. Kaum ist man im Zoo angekommen, wird man auch schon mit den ersten Aufgaben bombardiert. In allen Zoos hat man eine vorgegebene Zeit, um die obligatorischen Ziele zu erfüllen.

Im Challenge-Modus kriegt man eine Summe Geld in die Hand gedrückt, und nur eine Aufgabe wird gestellt: Halte den Zoo beisammen. Damit dem Spieler nicht langweilig wird, werden immer wieder neue Zwischenchallenges aufgeschaltet, um die Anzahl Gäste, die Zufriedenheit der Tiere oder ganz einfach den Kontostand zu erhöhen. Weiter überlässt man dem Spieler im freien Modus die komplette gestalterische Freiheit. Geld ist kein Thema, Ziele wie im Challenge-Modus gibt's aber auch. Wer einfach ganz gemütlich ein bisschen Tiere füttern oder Tierbabys züchten will, tut dies am besten im freien Modus.

Gameplay

Can you feel the love tonight?
Can you feel the love tonight?

In den alten Zoo Tycoon-Spielen konnte man nur aus der Vogelperspektive über seinen Zoo wachen. Nun kann man mit einem Avatar zwischen den Gehegen durchstiefeln oder sogar mit einem Zoo-Buggy herumdüsen. Wirklich nützlich ist dies nicht, denn alles geht in der Vogelperspektive schneller und besser. Dennoch ist es eine schicke Sache, sein Werk auch mal persönlich zu begutachten und seine Tiere selbst zu füttern oder zu waschen.

Nicht nur die Tiere müssen zufrieden sein, damit der Zoo läuft, auch die Gäste müssen es sein. Damit diese nicht verhungern oder sich in die Hosen machen, soll stets für genügend Toiletten und Restaurants gesorgt sein. Auch an Unterhaltung darf es nicht fehlen, sei dies durch Tierhalter oder einen Souvenirshop. Dekorationen in Form von kleinen Seen oder Bäumen sind ebenfalls gern gesehen.

Zu Beginn jedes Zoos hat dieser einen bestimmten Bekanntheitsgrad (englisch Fame Level). Dieser wird erhöht, indem man neue Gehege, Tiere oder Anlagen baut oder die vorhandenen verbessert. Der Fame Level ist enorm wichtig, da durch ihn neue Gäste kommen und neue Tierspezies freigeschaltet werden.

Gute Übersicht ist gefragt
Gute Übersicht ist gefragt

Bevor eine Rasse aber adoptiert werden kann, muss sie recherchiert werden, wie praktisch alles, was neu ist. Dekorationen, Tiere, Gehege: Alles muss zuerst gründlich untersucht werden. Wer keine neue Tiere kaufen will, kann auch in Bruthelfer investieren, die den Tieren beim Gebären helfen. Leider ist die Grösse des Zoos aber beschränkt, und irgendwann ist das Platzkontingent aufgebraucht.

Die bizarrste und witzigste Aufgabe von Zoo Tycoon: Tierhaufen aufheben. Auf eine seltsame Art und Weise ist es eine spassige Angelegenheit, wenn sich der Haufen mit einem Knopfdruck in farbige Konfetti auflöst. Ausserdem ist dies ein wichtiger Bestandteil des Spiels, denn wer's nicht tut, riskiert stinkende Gehege.

Multiplayer

Wo bin ich?
Wo bin ich?

Die getestete Xbox-360-Version kommt komplett ohne Multiplayer aus. Spieler der Xbox-One-Version dürfen aber mit bis zu drei Freunden an einem Zoo basteln, auch wenn der Besitzer nicht zugegen ist. Zudem kann man seinen Zoo in die Cloud laden und mit der ganzen Welt teilen.

Technik

Technisch ist Zoo Tycoon trotz der recht simplen Optik eher für die nächste Konsolengeneration geeignet. Das Spiel leidet unter heftigen Framerate-Einbussen und Pop-ups auf der Xbox 360. Nicht sofort erscheint jedes Objekt in den Gehegen, sodass es vorkommen kann, dass ein Elefant plötzlich herumschwebt.

Lass uns beste Freunde sein!
Lass uns beste Freunde sein!

Die Grafik an sich ist aber schick und ein riesiger Sprung gegenüber dem Vorgänger - kein Wunder, nach zehn Jahren. Das Aussehen und die Animationen der Tiere sind durchs Band gelungen, vor allem ist dies beim Füttern und Waschen gut zu sehen. Ebenfalls ist schön zu sehen, dass ausserhalb des Zoos nicht einfach ein grosses Nichts ist, sondern dass dort Städte, Berge oder Steppen erscheinen.

/ nna

Trailer: Gameplay Englisch, 01:37