Tomb Raider (2013)

Tomb Raider (2013)

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Xbox 360-Review: Das jungfräuliche Abenteuer kann beginnen

Huiii, ist das lustig!
Huiii, ist das lustig! © Entwickler / Publisher

Der wohl berühmteste weibliche Gamecharakter ist zurück. Nach einer längeren Pause haben die Entwickler von Crystal Dynamics mit Publisher Square Enix ein Reboot-Projekt der Action-Adventure-Serie in Angriff genommen. Seit 1996 sind neun verschiedene Spiele von Tomb Raider veröffentlicht worden, wovon sich weltweit über 35 Millionen Kopien verkauft haben. Da sind die Erwartungen an ein solches Spiel natürlich schon ziemlich hoch. Anders als bei den letzten Spielen geht die Geschichte von Lara nicht weiter, sondern die Macher erzählen uns die Anfänge der Archäologin.

Die erst 21-jährige Lara Croft brennt nach ihrem Studium darauf, ihr erstes Abenteuer zu erleben. Sie schliesst sich einem Team verschiedener Personen an, um nach einem sagenumwobenen Königreich in der japanischen See zu suchen. Mit ihrem Schiff verschlägt es die Crew in das sogenannte Drachen-Dreieck im Nordpazifik. Ein heftiger Sturm bricht ihr Schiff und das Team auseinander. Lara findet sich auf einer scheinbar abgelegenen Insel wieder. Als sie versucht zu ihrem Team zu gelangen, wird sie bewusstlos geschlagen und erwacht gefesselt in einer Höhle. Es liegt nun an ihr selbst, sich aus dieser verzwickten Lage zu befreien.

Das Warten auf das neue Tomb Raider hat sich definitiv gelohnt. Die junge Lara weiss zu gefallen und ihre verletzliche Seite ist was ganz Neues. Während der Spielverlauf logisch und einfach daherkommt, überzeugen vor allem auch die verschiedenen Möglichkeiten im Spiel. Technisch kann das Game ebenfalls mit aktuellen Spielen mithalten und bietet so einiges für Auge und Ohr. Wer nach der starken Story noch Lust auf mehr hat, kann sich in dem durchschnittlich gehaltenen Multiplayer bis zum nächsten Abenteuer von Lara Croft fit halten. Möge dieses so schnell wie möglich kommen!

Story

Ja, ich geh ja Gassi mit dir.
Ja, ich geh ja Gassi mit dir. © Entwickler / Publisher

Die Anfänge von Lara Croft wurden in diesem Spiel sehr gut umgesetzt. Der noch jungen Frau ist oft die Angst ins Gesicht geschrieben. Sie muss zuerst lernen mit ihren Fähigkeiten umzugehen und zeigt sich so zu Beginn von ihrer verletzlichen Seite. So haben wir Lara Croft noch nie gesehen. Die Macher präsentieren uns mit Tomb Raider eine völlig neue Seite der berühmten Protagonistin. Der Verlauf der Geschichte passt zu einem abenteuerlichen Spiel mit einigen Höhepunkten. Langweilig wird es nie, und so macht es Spass, der ganzen Geschichte zu folgen.

Gameplay

Aus der dritten Person gesteuert haben die Entwickler alle wichtigen Elemente eines Überlebens-Abenteuers eingebaut. Die Heldin muss nicht nur Feinde erledigen, sondern auch verschiedene Geschicklichkeitspassagen meistern, klettern und ums nackte Überleben kämpfen. Zu den Aktivitäten von Lara zählen auch jagen, sich vor gefährlichen Tieren schützen und verstecken. So bringt das Ganze einiges an Abwechslung ins Spiel. Wer also meint, man kann einfach nur drauf losschiessen, hat sich getäuscht. Das Game bietet einiges mehr.

Schön vorsichtig anschleichen
Schön vorsichtig anschleichen © Entwickler / Publisher

Die Steuerung ist einfach gehalten und die Belegung der Tasten scheint soweit logisch. Der Spielfluss ist von Beginn weg auf hohem Niveau, und man staunt über die grosse Welt, welche uns hier geboten wird. Hat man jeweils das nächste "Lagerfeuer" erreicht, kann man per Schnellreise hin- und zurückspringen, um allfällige Items nachzuholen. Das Ganze wirkt dann auch schon ein wenig wie ein Open-World-Spiel und bietet somit einiges an Freiraum. Auch wenn keine richtigen Nebenquests vorhanden sind, gefällt die offene Spielwelt sehr.

Will man der Hauptstory folgen, muss man den Weg nicht lange suchen. Der Spielverlauf bleibt trotz der vielen Möglichkeiten ziemlich linear. Auch das Erledigen der Gegner und Tiere geht recht flott, genauso wie die ab und zu vorkommenden Quick-Time-Events. Selten gibt es Situationen, bei denen man lange pröbeln oder unlogische Sachen zusammensetzen muss. Hier hätte man vielleicht das eine oder andere schwierigere Rätsel einbauen können.

Multiplayer

Kein romantisches Date, bitte!
Kein romantisches Date, bitte! © Entwickler / Publisher

Obwohl Tomb Raider eigentlich ein klassisches Singleplayer-Spiel ist, konnte man es nicht sein lassen, einen Mehrspieler-Part einzubauen. Zugegeben ist dieser nicht schlecht, doch man hätte gut Zeit und Aufwand auch in den Singleplayer stecken können, um vielleicht noch mehr aus dem sonst überzeugenden Abenteuer rauszuholen. Wenn die etwas längere Suche nach einer Spielsitzung dann durch ist, hat man die Wahl zwischen vier verschiedenen Modi. Weiter kann man jeweils entscheiden, ob man mit oder ohne Rangliste-Punkten zocken will. Nach gewonnen Kämpfen kann man sich mit den verdienten Punkten noch Upgrades leisten, was das Spielen mit der Zeit einfacher macht. Total können acht Spieler an einer Runde teilnehmen.

Technik

Grafisch gibt es an Tomb Raider wirklich nichts auszusetzen. Es ist eigentlich erstaunlich, was die aktuelle Generation bieten kann. Detaillierte Wälder, kurze Ladezeiten und farbenfrohe Bilder werden dem Spieler präsentiert. So sollte ein Spiel doch immer sein. Der dezente Soundtrack könnte ein wenig mehr im Vordergrund sein, doch alles in allem kann auch die akustische Wiedergabe überzeugen. Mit einem Surround-System macht das Abenteuer auf der Insel noch eine ganze Menge mehr Spass.

Die Deutsche Synchro ist ebenfalls ganz gut umgesetzt. Die Heldin wird von der Deutschen Schauspielerin und Musikerin Nora Tschirner (Keinohrhasen, Zweiohrküken) gesprochen, welche der Figur eine sehr authentische Persönlichkeit verleiht.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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Kommentare Total: 15

ale

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db

Tomb Raider - oder Archäologie mit Abrissbirne

Die ersten Tomb Raider haben mich nie wirklich gereizt, zu viel Jump n' Run gedöns, schlechte Steuerung und da konnte auch Lara's stetig wachsender Vorbau nicht darüber hinwegtäuschen. Das Reboot habe ich mir jedoch gegönnt, es hiess mehr actionlastig, eher Covershooter und nachdem mir bereits Deus Ex 3 sehr gut gefallen hat, klang dies nach einem ähnlichen Gameplay. Was es letztendlich auch war, denn die beste Überlebenschance hat man eher mit schleichen und stealth vorgehen, als frontalem Angriff und die einigen leichten Rätsel sowie Jump-Einlagen haben sich auch gut ins Spiel eingefügt.

Von der Story her schafft es Tomb Raider mit schönen Tempelanlagen sowie den vielen Dokumenten die man auf der Insel entdecken kann - welche die Geschichte einiger Schlüsselfiguren auf der Insel erzählen - eine vielschichtige Saga aufzubauen, welche sich über mehrere Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende ersteckt. Diese kann man schrittweise erkunden und wie einst bei den ersten Staffeln von Lost, kommt immer wieder diese unheilvolle Drohung auf - was geschieht auf dieser Insel, was sind dies für Einrichtungen und was geschieht hier wirklich. Diese Fragen treiben einem voran und machen das Game nicht nur sehr faszinierend, es gibt einem auch das Gefühl eine in sich funktionierende und auch "reale" Welt zu erkunden.

Leider deckt sich aber die Hintergrundgeschichte nur bedingt mit der Realität. Während Deus Ex 3 eine komplett durchdachte und auch nachvollziehbare Welt bot, gibt es bei Tomb Raider viele Situationen wo einfach die Effeckthaschrei wichtiger war als glaubwürdigkeit. Da kann Lara noch so über einige Tempel staunen "Oooch die sind sicher mehere Tausend Jahre alt" - nachdem Lara durch ist und das Level abgeschlossen hat, liegt sowieso alles in Schutt und Asche. Das wird konsequent durchgezogen und gipfelt darin, dass man gefühlte 10 Minuten über die Dächer eines brennenden Palastes hüpfen muss, der notabene seit vielen hundert Jahren da gestanden hat. Klar sieht es spektakulär aus, wenn man eine Fassade hochklettert die langsam auseinander bricht, aber he das Teil steht seit Ewigkeiten am gleichen Ort, mit dieser Verfallrate wär das Teil schon lange weg.

Aber letztendlich geht man mit Lara auf eine Reise, welche sie von der naiven Studentin bis hin zum knallharten Survivor formt, und dies bringt die übertriebene Action mit der sehr gut ausgearbeiteten Hintergrundgeschichte zusammen. Dies und auch wegen der grossartigen Grafik kann man über einige Schnitzer hinwegschauen und die zum Teil sehr wiederholend ablaufenden Missionen hinnehmen. (Anruf "Lara ich hab ein Problem" - in Tempel/Palast/Boot/Bunker schleichen - ein paar leute Killen - aus dem brennenden/explodierenden/zerfallenden Gebäude wieder abhauen). In die gleiche Kategorie fallen auch einige Challenges, welche wohl die Spielzeit verlängern sollen. Geocaching auf einer verlassenen Insel - WTF? Hätte man lieber noch etwas mehr Content hinein gepackt, denn mit 19h Spielzeit ist das Spiel wie auch Bioshock in der unteren Grenze.

Fazit: Das Reboot Tomb Raider ist ein visuell grossartiger Cover-Shooter geworden, der interessante Hintergrundgeschichte mit zum Teil völlig übertriebener Action kombiniert und versucht mit dem üblichen Challenges die Spielzeit noch etwas zu heben. Dies macht das ganze aber auch etwas Zweischneidig, was auch bei näherem Hinschauen eher für Stirnrunzeln als Begeisterung sorgt. Dennoch bleibt es eine empfehlenswertes Abenteuer.

4.5

th

ich bin genau deiner meinung. es ist einfach keine challenge mehr, sondern ein durchlaufen. was ich meinte ist: das ist leider ein genereller trend, die aufmerksamkeitsspanne der spieler ist viel zu kurz geworden, als dass man sie noch mit hohen schiwerigkeitsgraden richtig fördern darf/kann/muss. ich kann mich an kein spiel der letzten monate erinnern, das nicht auch in höheren schwierigkeitsgraden ein durchlaufen gewesen wäre.

will ja kein original prince of persia mehr, aber bisschen mehr anspruch darfs schon sein. so ist tomb raider aber wie du's geschrieben hast halt "nur" ein interaktiver film (und ein sehr gut gemachter). und als solchen habe ich es letzten endes auch gespielt.

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