Need for Speed: Rivals (2013)

Need for Speed: Rivals (2013)

  1. , ,

Xbox 360-Review: Räuber und Gendarm

Rivalen
Rivalen © Entwickler / Publisher

Need for Speed: Rivals ist mittlerweile schon das 20. Spiel der Need for Speed-Reihe. Im neusten Teil müsst ihr zwischen zwei Seiten wählen: Entweder sorgt ihr als Cop für Recht und Ordnung in Redview County, oder ihr macht als Street-Racer die Strassen unsicher. Entschliesst ihr euch, dem Gesetz zu trotzen, übernehmt ihr die Rolle des Street-Racers Zephyr. Dieser macht sich mit einem Online-Video, bei dem er in seinem Sportflitzer der Polizei entkommt, einen Namen und natürlich auch einige Feinde. Unter diesen ist auch der Neuabkömmling des Polizeidepartments, den ihr in der Cop-Karriere spielt. Dieser infiltriert kurzerhand die Street-Racer und macht sich als F-8 in der Racer-Gemeinde einen Namen. Das Duell kann beginnen...

Die neuste Addition zum Need for Speed-Rennstall ist zwar im Endeffekt nichts Neues, aber eine konsequente Weiterentwicklung des bewährten Spielprinzips. Wer also solide Rennaction mit Arcade-Flair sucht und auch gerne mal seine Gegner von der Piste rammt, ist mit dem Spiel bestens bedient. Zwar hat es die Tendenz zum Repetitiven, trotzdem macht es immer wieder aufs Neue Spass, den Cops davonzuflitzen oder ein paar Raser dingfest zu machen.

Story

Die Geschichte der beiden rivalisierenden Parteien wird in düster atmosphärischen Zwischensequenzen mit einer Voice-over-Stimme erzählt. Trotzdem vermag die Story mit ihren gesichtlosen Akteuren nicht wirklich zu fesseln und plätschert nur so vor sich hin. Hinzu kommt, dass die Geschehnisse so gut wie keinen Einfluss auf das Spielgeschehen haben.

Gameplay

Düstere Sache
Düstere Sache © Entwickler / Publisher

Das Gameplay von NFS: Rivals lässt sich mit früheren Hot Pursuit-Spielen vergleichen. Als Cop jagt ihr die Temposünder, und als Racer wiederum versucht ihr, dem langen Arm, oder besser gesagt dem Bleifuss, des Gesetzes zu entkommen. Um das Ganze etwas interessanter zu gestalten, sind beide Seiten jeweils mit allerlei technischem Schnickschnack ausgestattet, namentlich der Verfolgungs-Technologie. Damit könnt ihr als Cop unter anderem Nagelstreifen abwerfen oder Helikopter-Unterstützung anfordern. Als Racer wiederum dürft ihr euch mit einer Extraportion Nitro austatten oder mit Betäubungsminen eure Gegner lahmlegen.

Während des Spiels dürft ihr jederzeit zwischen der Cop- und der Racer-Karriere hin- und herwechseln. Beide Karrieren haben jeweils drei verschiedene Pfade zur Auswahl. Jeder Pfad kommt mit einer eigenen Speedlist, sozusagen einer Art Liste mit Aufgaben. Je nachdem, welchen Pfad ihr einschlägt, geht es dabei mehr um Rennen, Verfolgung oder Fahren.

Heisse Schlitten
Heisse Schlitten © Entwickler / Publisher

Das System soll den Wiederspiel-Wert erhöhen, die gewählten Aufgaben sind jedoch zu wenig verschieden, um wirklich Ansporn für einen zweiten Durchlauf zu geben. Beide Karrieren spielen sich unterschiedlich und haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Als Cop kriegt ihr euren neuen Dienstwagen zwar jeweils umsonst, müsst aber bei der Fahrzeug-Modifikation Abschreibungen machen. So dürft ihr nur als Racer eure Karre mit Leistungsupgrades versehen, und auch optisch darf man seinen Wagen nur in der Racer-Karriere aufpeppen.

Damit ihr euch die Upgrades aber erstmal leisten könnt, müsst ihr euch mit unterschiedlichen Events Speedpoints verdienen. Zu den Events gehören Rennen, Zeitfahren, Interceptor (einer gegen einen) und Hot Pursuit, also ein Rennen, bei dem von Anfang an die Polizei beteiligt ist.

Wortwörtlich unter Strom
Wortwörtlich unter Strom © Entwickler / Publisher

Während man als Cop eher eine ruhige Kugel schieben kann, ist man in der Racer-Karriere ständig unter Strom. Denn mit dem zusätzlichen Punkte-Multipler steigt auch die Fahndungsstufe und damit die Gefahr, erwischt zu werden. Wenn das nämlich passiert, seid ihr eure hart erarbeiteten Speedpoints alle wieder los.

Multiplayer

NFS: Rivals setzt beim Mehrspieler-Teil ganz auf Social-Gaming. So startet ihr standardmässig mit bis zu fünf weiteren Onlinespielern auf eurer Karte. Die Suche nach einer Spielsession kann aber zuweilen etwas dauern und verläuft leider nicht immer ganz flüssig. So kommt es zwischendrin zu nervigen Wartezeiten beim Wechsel des Session-Hosts, und auch Komplett-Aussetzer, bei denen eurer Rennen einfach mittendrin abgebrochen wird, kommen hin und wieder vor.

Highspeed Cops
Highspeed Cops © Entwickler / Publisher

Ansonsten hätte der Mehrspieler-Modus durchaus Potenzial, ist aber mit maximal sechs Spielern zu klein geraten. Hinzu kommt, dass man die zahlreichen Events gar nicht gemeinsam starten kann, sondern nur gemeinsam auf einer Karte rumcruisen darf, womit das hoch angepriesene Next-gen-Social-Gaming leider auf der Strecke bleibt.

Technik

Grafisch gibt es an NFS: Rivals nichts auszusetzen. Die lizensierten Rennwagen von Ferrari, Lamborghini, Porsche, Aston Martin etc. wurden detailgetreu ins Spiel übertragen und machen besonders bei all den Licht- und Glanzeffekten eine gute Figur. Auch das dynamische Wettersystem und das Schadensmodell sehen bestens aus. Die Musik-Playlist ist gewohnt gut gewählt, ist aber etwas Dubstep- und Electro-House-lastig. Die Szenerie, durch die ihr eure Schlitten spazierenfährt, wechselt von Schneelandschaft über Alpenstrasse bis hin zur Wüstenlandschaft und bietet so erstaunlich viel Abwechslung.

/ seb