Guacamelee! (2013)

Guacamelee! (2013)

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PS3-Review: Einmal Fajitas bitte!

Hör mal wer da hämmert!
Hör mal wer da hämmert! © Entwickler / Publisher

Kurz vor dem Dia de los Muertos wird die Tochter von El Presidente vom Untoten Carlos Calaca entführt. Als Juan, ein einfacher Bauernjunge, sich dem Eindringling stellt, macht dieser kurzen Prozess mit ihm. Anstatt seine geheime Liebe zu retten, findet er sich nun im Reich der Toten wieder. Dort muss er feststellen, dass die Welt der Lebenden von den Untoten heimgesucht wird. Also schnappt sich Juan die sagenumwobene Maske des Luchadors und macht sich auf den Weg, die Welt von der Plage zu befreien und die Tochter von El Presidente zu retten.

Entwickler DrinkBox Studios hat mit Guacamelee! ein kleines, feines Juwel hervorgebracht. Angesiedelt in der mexikanischen Folklore, überzeugt dieser Beat'em-up durch seine packenden Kämpfe, seine präzisen Sprungpassagen und den knackigen Schwierigkeitsgrad. Garniert wird das Ganze mit einer Prise Humor und tonnenweise Anspielungen auf die Popkultur. Da fallen kleinere Ungereimtheiten kaum ins Gewicht.

Dank Cross-buy bekommt ihr das Spiel bei einmaliger Zahlung für die PS3 und die PS Vita. So könnt ihr den Speicherstand der PS3 auf das Handheld laden und unterwegs einfach weiterzocken. Wer Guacamelee! im Rahmen von PSN+ verpasst hat, kann es aktuell zu einem fairen Preis inklusive DLC ergattern. Also, worauf wartet ihr noch?!

Story

Juan ist wie versteinert!
Juan ist wie versteinert! © Entwickler / Publisher

Guacamelee! greift im Laufe der Kampagne viele mexikanische Sagen und Folklore-Elemente auf. Am Dia de Los Muertos beispielsweise gedenken die Mexikaner ihrer Toten. Dass gerade an jenem Tag die Untoten auferstehen, ist geradezu ironisch. Das Game ist voll solcher kulturspezifischen Anspielungen. Doch auch Referenzen aus der aktuellen Popkultur sind haufenweise zu finden und lösen immer wieder ein Schmunzeln aus. Schade nur, dass im letzen Drittel der Humor etwas abnimmt.

Gameplay

In seinem Kern ist Guacamelee! ein 2D-Beat'em-up. Von links nach rechts zieht ihr durch die Spielwelt und verkloppt alles, was sich euch in den Weg stellt. Nach und nach bekommt ihr zusätzliche Fähigkeiten, womit sich euer Bewegungsrepertoire erweitert. Das ist nicht nur wichtig, um gegen immer stärker werdende Endgegner zu bestehen, sondern auch, um die kniffligen Sprungpassagen zu überwinden.

Böses Hundi!
Böses Hundi! © Entwickler / Publisher

Den Rooster Uppercut könnt ihr beispielsweise an einen Doppelsprung anhängen, um noch ein Stückchen höher zu kommen und die scheinbar unerreichbare Plattform doch noch zu erklimmen. Tatsächlich sind die Platforming-Einlagen zum Teil recht knackig. Nicht selten kommt es vor, dass ihr drei oder vier Kombinationen bei einem einzelnen Sprung einsetzen müsst. Fingerknoten sind garantiert!

An einer Stelle habt ihr die Option, verschiedene Combos zu trainieren. Leider werdet ihr sie im Spiel kaum jemals brauchen. Bei den frenetischen Bosskämpfen kommt ihr gar nicht dazu, da sie mitten im Combo handlungsfähig bleiben. Gerade die Endgegner können frustrierend sein, denn der Anstieg des Schwierigkeitsgrads ist geradezu extrem und fühlt sich teilweise unfair an.

Multiplayer

Home sweet home
Home sweet home © Entwickler / Publisher

Ihr könnt die Kampagne von Guacamelee! zu zweit auf der Couch spielen. Dabei unterstützt das Game das selten genutzte Cross-play zwischen PS3 und PS Vita, bei dem ein Spieler auf dem grossen Screen spielt und der andere auf der PlayStation Vita. Wenn ihr die Übersicht bewahrt, spielt es sich gemeinsam auf der Couch ganz ordentlich. Die Sprungpassagen können jedoch noch etwas schwieriger ausfallen.

Technik

Das Artdesign des Spiels ist wirklich gut gelungen. Fast überall finden sich Easter Eggs oder Anspielungen auf Filme oder Games. Die bunte Spielwelt und die stets flüssige Bildrate wissen auf jeden Fall zu gefallen.

Ponchos sind nicht mehr in!
Ponchos sind nicht mehr in! © Entwickler / Publisher

Etwas fragwürdiger ist die fehlende Sprachausgabe, allerdings wäre diese aufgrund der vielen spanischen Wörter nicht einfach aufzugleisen. Auf einen mediokren Sprecher mit aufgesetztem spanischen Akzent kann man gut und gerne verzichten. Gut ist auch die musikalische Untermalung im typisch mexikanischen Stil gelungen, auch wenn es bei längeren Spiel-Sessions zu Ermüdungserscheinungen kommen kann.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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Trailer: Launch Englisch, 01:18