Gears of War: Judgment (2013)

Gears of War: Judgment (2013)

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Xbox 360-Review: Die Geschichte von vor der Geschichte

Treffen mit Altbekannten
Treffen mit Altbekannten © Entwickler / Publisher

Mit Gears of War 3 war die Geschichte doch eigentlich abgeschlossen, wozu jetzt noch einen neuen Teil rausbringen? Tja, ganz einfach: Die Entwickler bei Epic Games wollten die Story noch vervollständigen, indem sie jetzt die Geschichte vor dem ersten Gears of War erzählen. Der aktuelle Teil spielt nämlich genau 15 Jahre vor den Geschehnissen aus dem ersten Spiel der Serie. Und für einmal steht nicht Marcus Fenix im Rampenlicht, nein, der Spieler tritt hauptsächlich in die Person von Lieutenant Daimon Baird mitsamt seiner Kilo Squad bestehend aus Paduk, Sofia und dem altbekannten Augustus "Cole Train" Cole.

Kurz gesagt lautet die Devise für den neuen Teil also: Lassen wir den Spieler den Anfang des Krieges aus einer anderen Perspektive erleben. Als ob das nicht genug wäre, erfahren wir noch, dass den Mitgliedern der Squad wegen diverser Delikte Strafen vom Kriegsgericht drohen. Durch die Rotation der Spielerfiguren erhält der Spieler auch einen vertieften Einblick in die schmutzigen Geheimnisse der Figuren.

Man könnte meinen, dass Microsoft die Gears of War-Franchise mit einem weiteren Titel bloss zu Geld machen will. Gut, ob es den neusten Teil wirklich gebraucht hätte, lassen wir mal im Raum stehen. Fakt ist aber, dass die Damen und Herren hinter diesem Game hier ein echt cooles Spiel zusammengebaut haben, das sich optisch und spieltechnisch nicht verstecken muss. Die Neuerungen im Multiplayer-Modus bringen in der Tat frischen Wind in die Serie, sodass jeder Shooter-Fan mindestens einen Blick auf das Spiel werfen sollte.

Story

"Ja, was ist denn das - noch ein Gears? Ohne Marcus Fenix? Aber... Nanu, Cole Train? Kilo Squad? Okay, interessant...." So dürfte es so einigen ergangen sein, die die Serie kennen und das erste Mal von Gears of War: Judgement gehört haben. Aber was soll's, wer sich mit dem Gedanken nicht abfinden kann, dass er ein Spiel einer Serie vor sich hat, deren Geschichte eigentlich abgeschlossen ist, soll sich halt einen Kumpel schnappen und die Kampagne im Ko-Op-Modus durchspielen.

Die Action geht weiter! Auch wenn nicht mit Marcus Fenix.
Die Action geht weiter! Auch wenn nicht mit Marcus Fenix. © Entwickler / Publisher

In der Story selber gibt es zahlreiche Rückblenden, die die Akte der Kilo Squad aufrollen. In diesen werden die Vorgeschichten jedes einzelnen der Mitglieder vorgestellt und wir erfahren mehr über deren Hintergrund. Dies hat keinerlei tieferen Inhalt in der Spielgeschichte, es geht hier lediglich darum, die Sympathie des Spielers zu gewinnen.

Gameplay

Gears of War: Judgement spielt sich im Grunde genau wie seine Vorgänger. Sich duckend rennt der Spieler von Deckung zu Deckung - was durch das hervorragende Deckungssystem wunderbar von dannen geht - und schiesst dabei seine Gegner zu Klump. Eine Neuerung ist das Punktesystem, das im Spiel und erstmals in der Serie eingeführt wurde. Durch effizientes und variantenreiches Töten sammelt der Spieler Punkte und erhält dann dieser Zahl entsprechend Sterne. Durch diese Sterne schaltet man neue Waffenskins oder Outfits frei. Das System ist also vergleichbar mit Bulletstorm - was nicht weiter verwunderlich ist, da derselbe Entwickler dahintersteckt.

Schnelleres Gameplay ist angesagt.
Schnelleres Gameplay ist angesagt. © Entwickler / Publisher

Dazu gibt es neu die sogenannten "Declassified"-Aufgaben. Diese lassen sich - ähnlich wie Schädel in Halo - aktivieren und erschweren das Spiel. So zum Beispiel wird die Munition schneller knapp, oder das Blickfeld wird erheblich eingeschränkt. Die Entwickler haben ausserdem die Tastenbelegung ein wenig angepasst. Granaten beispielsweise werden nicht mehr auf die übliche Weise geworfen. Diese Änderung soll dazu beitragen, die Spielgeschwindigkeit zu erhöhen. Dadurch soll mehr Action aufkommen.

Multiplayer

Im Bereich Mehrspieler-Modus haben die Macher versucht, frischen Wind in die Serie zu bringen. Hier gibt es nämlich gleich zwei neue Spielmodi, beide allerdings nicht innovativ: den Overrun- und den Free-for-All-Modus. In ersterem handelt es sich um einen klassenbasierten Modus, in dem der Spieler abwechselnd in COG- oder Locust-Uniform schlüpft und Objekte wie zum Beispiel einen Generator beschützt oder attackiert. Das eine Team versucht die anderen zurückzudrängen, das andere versucht dieses auszulöschen und somit die Entsendung von Verstärkung zu verhindern.

Im Bereich Mehrspieler gibt's Neuigkeiten.
Im Bereich Mehrspieler gibt's Neuigkeiten. © Entwickler / Publisher

Der Free-for-All-Modus erklärt sich von selbst. Im klassischen Deathmatch bekämpfen sich sämtliche Spieler im Spiel. Es gewinnt derjenige, der am Schluss der Runde die meisten Abschüsse hat.

Spektakulärer hingegen ist der Survival-Modus. Die Spieler halten zusammen und versuchen gemeinsam, die ankommenden gegnerischen Wellen abzuwehren. Dabei können sie auf Fallen zurückgreifen, die gegen Geld gekauft werden können, welches wiederum durch Abschüsse verdient wird - zum Beispiel einen Stacheldraht oder ein stationäres Maschinengewehr, die die Gegner wenigstens eine gewisse Zeit beschäftigen.

Technik

Im Vergleich zum Vorgänger sieht Gears of War: Judgement erheblich besser aus. Die Entwickler schraubten nämlich ein wenig an den Lichteffekten und detaillierten Umgebungen. Das Ergebnis lässt sich sehen. Flüssigere Animationen sind ebenfalls zu erkennen, dies fällt besonders auf, wenn man den Figuren, welche übrigens grandios aussehen, beim In-Deckung-Gehen zusieht. Die Soundtrack verhilft dem Spiel in Verbindung mit der brillanten Kulisse ebenfalls zu einer genialen Atmosphäre.

Technisch auf höchstem Niveau.
Technisch auf höchstem Niveau. © Entwickler / Publisher

So schön das Ganze auch sein mag, hier findet sich leider auch der Knackpunkt: Alles sieht so schön und geschmeidig aus, dass die Hardware nicht immer ganz mitkommt. So fällt es häufig auf, dass Texturen - Beispielsweise Mauern - erst sehr, wirklich sehr spät geladen werden. Dies beeinflusst das Gameplay nicht direkt, ist aber ziemlich schade.

/ lul

Kommentare Total: 2

lul

Xbox 360-Review: Die Geschichte von vor der Geschichte

th

kommt mir irgendwie recht lieblos gemacht daher und bietet eine uninteressante story... oder hab ich da falsche erwartungen gehabt?

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