Touch My Katamari (2012)

Touch My Katamari (2012)

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PS Vita-Review: Rollende Langeweile

Der urkomische König des Universums
Der urkomische König des Universums © Entwickler / Publisher

Als 2004 das erste Katamari-Spiel auf den Markt kam, konnte es noch durch eine schrille Aufmachung und ein ungewöhnliches Spielprinzip begeistern. Mit Touch My Katamari ist nun schon der sechste Teil erschienen, der den fünf Vorgängern verdächtig ähnlich sieht. Noch immer rollt man mit dem kleinen Prinzen seine Katamari-Kugel durch diverse Welten und sammelt damit Essen, Spielzeug, Mäuse, Katzen, ganze Kühe, Menschen, Häuser und Städte auf, je nachdem, wie gross das Katamari geworden ist.

Der König des Kosmos, der von sich selbst immer in der ersten Person Mehrzahl spricht - "Wir sind sehr sportlich" - ist über die Jahre faul geworden. Die Menschen finden ihn längst nicht mehr so cool wie am Anfang. Das will er schleunigst wieder ändern, indem er neue Sterne an den Himmel setzt. Das vollbringt er, indem er die vom Prinzen grossgerollten Katamaris erst schluckt, dann als Himmelskörper wieder ausspuckt und so das Universum verschönert.

Touch My Katamari ist nicht schlecht, besonders für einen Launch-Titel nicht. Das Spiel bietet aber zu wenig unterhaltsamen Inhalt und verfügt über zu viele kleine Störfaktoren, als dass man eine Kaufempfehlung aussprechen könnte. Nur Fans von schriller Videospielkost und solche, die von Städte- und babyaufsaugenden Kugeln nicht genug bekommen können, greifen beim Vita-Katamari nochmals zu...

Story

Klingt absurd? Ist es auch - aber gewollt! Die Katamari-Spiele sind japanisch skurill und versuchen den Interessierten nicht nur durch das aussergewöhnliche Spielprinzip zu unterhalten, sondern auch durch die humorvolle Präsentation. Besonders in den Zwischensequenzen gelingt das in Touch My Katamari hervorragend. Die Filmchen behandeln eine Art Nebengeschichte eines Losers, der die Verwahrlosung des Königs als "Vorbild" nimmt und nun sich selbst zu bessern versucht. All die kleinen Sequenzen zwischen den verschiedenen Stages jedoch, in denen der König seine Faulheit zu rechtfertigen versucht, gehen als Unterbrüche im Gameplay und mit der immergleichen Pointe sehr schnell auf die Nerven.

Gameplay

Noch ist die Kugel zu klein, um die Menschen aufzurollen.
Noch ist die Kugel zu klein, um die Menschen aufzurollen. © Entwickler / Publisher

Viel lieber würde man möglichst schnell von Level zu Level wechseln und neue Rekorde aufstellen. Innert eines Zeitlimits muss man seine Kugel möglichst gross machen und dabei spezielle Gegenstände aufsammeln. In der vierten Welt zum Beispiel muss man möglichst viele Babys aufrollen... Je nachdem wie gut man der Aufgabe nachkommt, erhält man nach Abschluss eine bessere Wertung und mehr Süssigkeiten, mit denen neue Kostüme, Musikstücke oder dergleichen gekauft werden können.

Neben acht herkömmlichen Stages enthält Touch My Katamari noch vier Welten, in denen spezielle Aufgaben gelöst werden müssen; zum Beispiel möglichst viel Essen aufzurollen, ohne zu viele Kalorien auf das Katamari zu laden. Nach zwölf Levels sieht man bereits die Credits und kann sein Spielerlebnis nur noch durch zusätzliche Modi erweitern, die allerdings am Spielprinzip selbst nichts ändern. Entweder kehrt man in die Welten zurück und rollt endlos umher, oder das Zeitlimit ist verkürzt, wobei sich hier das Katamari schneller steuern lässt.

Wer das erste Mal ein Katamari herumrollt, findet mit dem Vita-Teil einen guten Einstieg, wird sich aber durch das immergleiche Prinzip schnell zu langweilen beginnen. Veteranen bekommen nur wenig neuen Inhalt geboten und werden nach wenigen Stunden das Spiel ausgereizt haben. Und kommt mal Spass auf, hat man sich mal in eine Aufroll-Euphorie hineingesteigert, verspürt man langsam den Ehrgeiz, ein Level zu perfektionieren, wird man doch immer wieder durch das königliche Geplänkel aus dem Spielfluss gerissen.

Technik

Dank Touchscreen geht's auch flach statt rund.
Dank Touchscreen geht's auch flach statt rund. © Entwickler / Publisher

Touch My Katamari ist bezüglich Menüführung und Spielfluss rückständig. Technisch kann es zwar nicht als fortschrittlich, aber immerhin als zeitgemäss beurteilt werden. Die schrille, farbenfrohe Aufmachung ist gut umgesetzt und wird mit entsprechend schräger Musik untermalt. Das Gesamtbild stimmt demnach. Könnte nur das Gameplay mit der Präsentation mithalten...

/ lsg