Resident Evil 6 (2012)

Resident Evil 6 (2012)

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PS3-Review: Ein Qüantchen zu viel.

Hochgestellte Kragen schrecken auch Zombies ab!
Hochgestellte Kragen schrecken auch Zombies ab! © Entwickler / Publisher

Zombies sind einfach nicht totzukriegen! Mit dieser unangenehmen Tatsache müssen sich die Protagonisten der langjährigen Resident-Evil-Reihe immer mal wieder auseinandersetzen. Nach einem Ausflug auf den schwarzen Kontinenten in Resident Evil 5 geht der Kampf gegen die übermächtige Umbrella Corporation in eine weitere Runde und führt den Spieler auf seinem Kreuzzug gegen den globalisierten Bioterrorismus um die ganze Welt.

Resident Evil 6 ist ein gutes Actionspiel, dass vor allem mit seinem Koop-Modus, den spannenden Feuergefechten und einigen klassischen Rätseln aus den Urzeiten der Serie punkten kann. Stellenweise wirkt der Titel zwar etwas überfrachtet, und so manches Feature wie beispielsweise das Skillsystem wirkt nicht ganz durchdacht. Alles in allem bekommt der Käufer aber einiges an Abwechslung geboten. Wer im neuesten Ableger der Serie jedoch ein beinhartes Survival-Horror-Spiel vermutet, wird schnell eines Besseren belehrt. Ob die Serie damit den richtigen Weg einschlägt oder Gefahr läuft, im Action-Einheitsbrei zu versumpfen, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Nichtsdestotrotz macht Resident Evil 6 Spass, und das dürfte doch die Hauptsache sein!

Story

Der Titel bietet drei verschiedene Kampagnen, sechs verschiedene Charaktere und jede Menge Handlungsstränge, die zum Schluss irgendwie verknüpft werden wollen. Diese Idee wirkt auf dem Papier zwar ziemlich interessant, stolpert in der Praxis jedoch über ihren eigenen Ehrgeiz. Die Geschichte um Leon Kennedy, Chris Redfield und Co. wirkt in ihrem angestrengten Versuch, der Banalität ein Schnippchen zu schlagen, zeitweise etwas gar verworren, wodurch dann auch die zahlreichen Überschneidungen der einzelnen Handlungsstränge etwas aufgesetzt wirken. Kenner der Serie dürfen sich aber zumindest auf ein Wiedersehen mit zahlreichen Charakteren freuen, wohingegen Neueinsteigern ein Story-Brush-up der Serie zu empfehlen wäre. Das Story-Konstrukt rund um Resident Evil 6 mag zwar nicht mit viel Tiefe punkten, glänzt aber umso mehr mit seiner cineastischen Präsentation, die dem geneigten Horror-Action-Aficionado in zahlreichen Cutscenes das Herz höher schlagen lassen wird.

Gameplay

Nur nicht stehenbleiben!
Nur nicht stehenbleiben! © Entwickler / Publisher

Resident Evil 6 steuert sich aus der für die Serie typischen Third-Person-Perspektive. Im Gegensatz zu den Vorgängern wurde die Steuerung der einzelnen Charaktere umgekrempelt, was sich besonders in deren Beweglichkeit niederschlägt. Die Protagonisten sind deutlich agiler, führen auf Knopfdruck Nahkampf-Moves aus, rollen zur Seite und schiessen bei Bedarf auch direkt aus der Hüfte. Dadurch wird der Spielfluss und das Tempo merklich erhöht, was denn auch dafür ausschlaggebend dafür ist, dass sich die Reihe mehr und mehr von ihrem Urgenre, dem Survival-Horror, entfernt und sich gleichzeitig Action-Adventures wie Uncharted angleicht. Mit anderen Worten: Capcom hat der chronischen Munitions- und Gesundheitsknappheit zu Gunsten des Schwierigkeitsgrades und des Bodycounts den Kampf angesagt. Wer sich also auf ein nervenaufreibendes Versteckspiel zwischen Mensch und Mutanten geferut hat, wird mit Resident Evil 6 enttäuscht, denn hier steht eindeutig die Action im Vordergrund. Filmhistorisch ausgedrückt: Aus Shining wurde ein Texas Chainsaw Massacre.

In der gleichen Weise präsentiert sich denn auch das Waffenarsenal unserer Bio-Antiterroreinheit. Nebst handelsüblichen Pistolen, Pumpguns und diversen Gewehren gibt es während des Spiels auch Raketenwerfer, Brandbomben und eine hochtechnologisierte Kampfarmbrust zu finden. Dieses denkbar grosse Arsenal an Waffen und Gadgets ist auch bitter nötig, um der Mutantenplage Herr zu werden. An Monstern und anderen scheusslichen Kreaturen haben die Entwickler wahrlich nicht gegeizt und lassen in regelmässigen Abständen ständig neue Vertreter der Umbrella-Freakshow auf die Spieler los. Nebst dem üblichen Zombiekanonenfutter gibt es auch zahlreiche Gegnerarten, die nur über bestimmte Schwachstellen besiegt werden können. Zum krönenden Abschluss erwarten den Spieler am Ende jeder Episode Bossgegner, die meist zwar ziemlich cool in Szene gesetzt wurden, spielerisch aber ziemlich leicht zu überwinden sind. Das Erledigen von Gegnern verschafft den Protagonisten Skillpunkte, mit denen man sich neue Fähigkeiten erwerben kann. Dabei sollen einem zum Beispiel grössere Magazine oder eine schnellere Nachladezeit das Vorankommen erleichtern. Aufgrund der lediglich marginalen Auswirkungen auf das eigentliche Spielgeschehen bleibt das Skillsystem in Resident Evil 6 aber bloss ein netter Nebeneffekt.

Ich zwinge dich in die Knie!
Ich zwinge dich in die Knie! © Entwickler / Publisher

Die Entwickler versuchten, mit den drei verschiedenen Kampagnen gleichzeitig auch spielerische Schwerpunkte zu setzen. Während man mit Leon und seiner Gefährtin des Öfteren über ein - meist nicht allzu schwieriges - Rätsel stolpert, welches es entweder alleine oder durch Koop-Aktionen zu lösen gilt, geht es mit Chris und Jake wesentlich actionorientierter zur Sache. Grossangelegte Schussgefechte in verwinkelten Arealen gehören dabei genauso zur Tagesordnung wie Fahrzeugpassagen, Jump'n'Run-Einlagen und Quicktime-Events. Capcom ist der Versuch, mit drei verschiedenen Kampagnen möglichst viele Spieler bedienen zu wollen, zwar hoch anzurechnen, im Endeffekt sorgen die zahlreichen Wechsel aber dafür, dass keine wirklich dichte Spielatmosphäre aufkommt und man dazu verdammt ist, von Kapitel zu Kapitel zu hetzen, anstatt sich von der Spielwelt absorbieren zu lassen.

Multiplayer

Im Fokus von Resident Evil 6 steht wie auch schon im fünften Teil die Koop-Action. Da sich die Protagonisten stets in Zweierteams durch die Kampagne kämpfen, steht einem die Möglichkeit offen, die gesamte Story im Zweispieler-Modus durchzuspielen. Dies funktioniert sowohl online als auch offline und stellt den unbestrittenen Höhepunkt dieses Titels dar. Über die Online-Funktionalität bietet sich einem darüber hinaus auch die Möglichkeit, mit bis zu drei Mitspielern gleichzeitig in die Zombiehatz zu ziehen.

Technik

Zombies leben im Rudel!
Zombies leben im Rudel! © Entwickler / Publisher

Grafisch entspricht der Titel dem derzeitigen Konsolenstandard, ohne dabei neue Massstäbe zu setzen. Wie bereits einleitend erwähnt, kann der Titel jedoch mit einer sehr gelungenen Präsentation und einer (leider nicht immer gleich) detailverliebten Levelgestaltung punkten. Der stimmige Soundtrack und die wuchtigen Effekte runden dabei das Spielerlebnis gekonnt ab.

/ Andreas Mutzner [am]

Kommentare Total: 3

Frank sallerie

Nach dem ich die Pc Version jetzt ein paar mal Gespielt habe bin ich echt Überrascht wie sehr man die Reihe noch zum Schlechten Wenden konnte. Der Vorgänger stellte schon bereits einen Tritt in die Weichteile der Liebhaber dieser Reihe da...aber der 6. Teil Schiesst den Vogel ab.

Um eines gleich Vorweg zu sagen, meine Bewertung mit 3 Sternen kommt nur mit Hängen und Würgen durch meine Sympathie für Leon zustande dessen Kampagne noch die Brauchbarste darstellt aber dazu gleich mehr.

Fangen wir erst einmal mit dem Gesamtbild an, hier hat man das betrieben was schon Games wie z.b F.E.A.R 3 das Genick gebrochen hat. Man hat das Spiel vollkommen auf den "Lasst uns mit Freunden Online Spielen und Highscores Jagen" Getrimmt. Am Ende kam bei diesem Ansatz folgendes Zustande, man ist dazu Verdammt die meiste Zeit von Punkt A nach B zu Rennen welcher für die letzten Deppen noch mit Icons und Wegweisern Markiert wurde und wie schon im Vorgänger gibt es keinerlei Anspruchsvolle Rätsel mehr geschweige den so etwas wie Backtracking.

Das Gameplay wurde auf Stupides Herumrennen und Ballern Reduziert welches mit einer Erdrückenden Masse an Nervtötenden Quicktime Events Vollgestopft wurde welche mehr als einmal das Tastengehämmere nicht Akzeptieren und dem Spieler das Sofortige Ableben um die Ohren Hauen. Ich habe die Kampange von Leon zu erst auf Leicht und anschliessend auf Normal gespielt und konnte mich jedes mal aufs neue darüber aufregen wie extrem Unfair die Quick Time Events Reagierten so bald einen zum 100. Mal ein Zombie anhüpfte und Instant killte egal wie schnell man WASD Hämmerte. Die einzige Möglichkeit war dann erneut den Checkpoint Abklappern und Nochmal Versuchen in der Hoffnung das die Eingabe dieses mal Funktioniert.

Genau so Frustrierend wie der Kampf gegen die Unfairen Quick Time Events ist die ständige Manipulation der Kamera um "Atmosphäre" zu Simulieren. Diese Sache stellte für mich in der letzten Mission den Punkt da an dem ich beinahe mein Keyboard an die Wand geworfen hätte.

Durch das dauernde wechseln von Rückenansicht zur Vorderansicht inklusive dem fokussieren der Kamera auf den Endboss welcher mit viel Getöse versucht einen von Plattformen zu prügelnd auf denen man unter Zeitdruck weg rennen muss macht es meiner Meinung nach UNMÖGLICH dieses Level zu Schaffen.

Ständig Eckt man an, muss gegen die Kamera ansteuern und mehr als einmal wurde man, in den Digitalen Tot gerissen, obwohl man eigentlich Schnell genug bis zu einem bestimmten Punkt kam.
Dieses Verhalten vom Spiel konnte ich Leider auch im Späteren Verlauf von Ada's Kampagne Beobachten die mehr als nur einmal wegen ähnlicher Aktionen seitens des Spiels drauf ging.

Soviel jetzt aber Erstmal dazu, werfen wir mal einen Blick auf die Story. Auch hier hat man im Vergleich zum 5. Teil keinerlei nennenswerte Fortschritte gemacht. Das die Kampangne von Leon die "Hauptsory" Darstellt nehme ich jetzt diese als Fallbeispiel an. Nach dem Nervtötenden Tutorial Intro wird man ohne jegliche Vorgeschichte mit einer kleinen Cutscene ins Geschehen geworfen und bekommt seinen neuen Partner an die Backe genagelt mit dem man aus einem Zombie Verseuchten Universitätscampus entkommen muss. Das Traurige an diesem ersten Level ist die Tatsache das es neben einem anderen Level noch am Ehesten so etwas wie Atmosphäre besitzt welche mit vielen Offenen Fragen und Logiklücken erfolgreich verdrängt wird.

Während der späteren Level verkommt Leon's Handlung die neben der von ada so ziemlich die einzige ist die mit Zombies zu tun hat zur Stupiden Action und Ballerorgie ohne Nennenswerten Inhalt.

Nicht einmal die Mutanten, die im Vergleich zu den anderen Story's eher selten Auftauchen wollen so Richtig Überzeugen, wo man im 4. Teil noch eine Heiden Panik und Respekt vor den Iron Maidens hatte, macht einem hier nur noch das Unfaire Ableben durch Quick Time Events Angst während die Viecher an sich in der Bedeutungslosigkeit Verschwinden.

Am Ende vom Spiel angekommen kaut man noch einmal den Obligatorischen Bosskampf durch der sich so Spielt wie er einem vorkommt - nämlich wie eine Spielzeitverlängerung ohne nennenswerte Herausforderung.

Am Ende des Spieles bleiben mal wieder viele Fragen Ungelöst und die Logiklücken unbeantwortet, dagegen kann selbst das Spielen der anderen Storylines wenig Abhilfe schaffen und bringt einen eher dazu sich weiter Künstlich über das Spiel zu Ärgern.

Einer der letzten Punkte welcher mir Extrem Negativ aufgefallen ist und mit SICHERHEIT auch in nächsten Schundwerk von Kinofilm Verwurstet wird ist der Part von Sherry Birkin und ihrem Begleiter. (Auch wenn ich da eher Erwarte das man den Part dann mehr auf die kleine Ashcroft aus dem 2. Streifen umtextet damit man die Figur auch nochmal Verwursten kann)

Nicht nur das man aus dem kleinen Mädchen von einst eine Möchtegern Alice gemacht hat man muss auch noch eine der Lahmsten ...und Unbedeutensten Enthüllungen in der gesamten Reihe los treten bei der man sich lediglich gelangweilt denkt "War ja klar das der Mist jetzt auch noch sein musste"

Insgesamt kann man das Spiel mit diesem einen Satz Wunderbar zusammenfassen, Crapcom hat sich mit dem 6. Teil keinen Gefallen getan. Man hätte genau so gut jeden X Beliebigen Ballertitel auf die Verpackung drucken können es hätte niemand Bemerkt da kaum noch etwas von dem zu Erkennen ist was einmal in Resident Evil drin steckte. Mich für meinen Teil konnte dieser Bunte Misch Masch aus Weltkriegsshooter XY , Left 4 Dead und Billiger Highscore Jagd nicht Überzeugen.

Meine Empfehlung, wenn ihr es euch Wirklich Antun wollt dann Wartet am Besten bis es für 10 Euro irgendwo auf dem Krabbeltisch herum liegt, alles darüber ist Geldverschwendung.

db

Kann nur besser werden als Resident Evil 5 wo das Gameplay wirklich zerschossen und nicht mehr zeitgemäss war. (Man kann nicht schiessen wärend man läuft und im direktvergleich mit Mass Effect, das mit ähnlichen Schlauchlevels ohne jegliche Freiheiten auffuhr, hat R5 überhaupt keinen Spielfluss hingekriegt) Na mal gucken... vielleicht gönn ich mir das Ding, wenn es auf PC rauskommt...

Bleibt zu hoffen, dass die Steuerung gut konvertiert wird...

am

PS3-Review: Ein Qüantchen zu viel.

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Trailer: E3 2012 Englisch, 03:52