Max Payne 3 (2012)

Max Payne 3 (2012)

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Xbox 360-Review: Alkohol und Tabletten am Morgen bringen viele Sorgen

Ist das nicht Bruce Willis?
Ist das nicht Bruce Willis? © Entwickler / Publisher

Der Name Max Payne ist bei vielen Spielern nach wie vor präsent. Die beiden Games von Entwickler Remedy gefiel sowohl der Presse als auch den Shooter-Freunden. Mit den Zwischensequenzen im Comic-Look sowie den verlangsamten Bildern bei den Schiessereien konnten Max Payne und sein Nachfolger viele Fans erobern. Dann wurde es still um den Cop aus New York. Bis Rockstar sich dafür entschieden hat, die Serie wieder auferstehen zu lassen.

Acht Jahre sind seit den letzten Ereignissen vergangen. Max Payne hat seinen Job als Polizist gekündigt. Seine Alkohol- und Tablettensucht hat deutliche Spuren hinterlassen. Um endlich seine schmerzhafte Vergangenheit hinter sich zu lassen, entscheidet er sich, eine Stelle als Bodyguard in São Paulo anzunehmen. Dort soll er verschiedene Mitglieder der Familie des reichen Immobilienmoguls Rodrigo Branco beschützen. Als allerdings die hübsche Frau von Branco entführt wird, liegt es an Max, die richtigen Drahtzieher und die Frau möglichst lebendig zu finden. Doch als er sich bald schon in einem verzwickten Bandenkrieg in verschiedenen Ecken Brasiliens wiederfindet und der Alkohol als auch die Tabletten knapp werden, scheint Max langsam aber sicher die Nerven zu verlieren...

Manchmal hat man das Gefühl, dass die Entwickler an einigen Punkten übertrieben haben. Alles in allem weiss Max Payne 3 aber absolut zu gefallen und kann mit der speziellen Atmosphäre, einem spannenden und gut gespielten Hauptcharakter sowie der technischen Meisterleistung wohl bei jedem Actionfan punkten. Einige Liebhaber der ersten zwei Spiele werden den Comic-Look vermissen, doch schliesslich hat auch der Entwickler gewechselt, und ab und zu braucht es eine Veränderung. Max Payne 3 ist definitiv der versprochene Vorsommer-Blockbuster geworden, und Käufer können sich auf eine überdurchschnittlich lange Spielzeit freuen. Auf nach Brasilien!

Story

Verstecken bringt nichts!
Verstecken bringt nichts! © Entwickler / Publisher

Die Story war schon immer ein grosser Pluspunkt der Serie. Auch im neusten Teil kann die Geschichte überzeugen. Die Film-noir-Atmosphäre hätte man zwar noch eine Spur mehr einbauen bzw. vertiefen können. Max kommt aber als einsamer Ex-Cop gut rüber und ist bei der Suche der entführten Frau immer einen Schritt zu spät. Dass sich dieses Schema dann doch etwas in die Länge zieht ist zwar schade, passt aber schliesslich zum Gesamtpaket. Schlussendlich sind es sowieso das Setting sowie die vielen feinen Details im Game, welche die ganze Aufmerksamkeit der Spieler wecken.

Gameplay

Ein Shooter aus der dritten Person findet nicht immer bei allen Spielern Sympathien. Doch Spiele wie Deus Ex oder GTA haben den Zockern gezeigt, dass man auch aus dieser Perspektive tolle Spiele machen kann. Max Payne 3 muss sich da auf gar keinen Fall verstecken, spielt ganz vorne mit, ja kann sogar als das momentan beste Game dieses Genres angesehen werden.

"Ich hab deine Rolex nicht geklaut"
"Ich hab deine Rolex nicht geklaut" © Entwickler / Publisher

Sowohl die einfache und gutgehaltene Steuerung als auch die vielen Details (Waffen, herumliegende Gegenstände, Kleider, etc.) machen bereits ab der ersten Minute enorm Spass. Der Übergang zu den verschiedenen Zwischensequenzen und zurück geht völlig flüssig über die Bühne, und die vielen Dialoge passen bestens in das Spiel.

Wenn Max dann mal nach vorne springt, der Spieler die Szene verlangsamt und so einen Gegner nach dem anderen ausschalten kann, dann ist das halt schon cool. Dass die Entwickler von Rockstar hier aber mit dem vielen herumspritzenden Blut übertrieben haben, merkt man schon nach den ersten Opfern. Hier fragt man sich, ob es die Damen und Herren doch nicht etwas zu realistisch gestalten haben wollen.

Niemand macht meine Fenster kaputt!
Niemand macht meine Fenster kaputt! © Entwickler / Publisher

Max Payne 3 spielt sich sehr flüssig von der Hand, hat für die Hardcore-Fans zwei zusätzliche, später freischaltbare Schwierigkeitsgrade integriert und trumpft mit einem toll gezeichneten Hauptcharakter auf. Die Atmosphäre ist schlichtweg grandios, es wurde definitiv mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Dass die von Max unbedingt benötigten Painkiller an teilweise nicht vorstellbaren Orte zu finden sind, vergisst man schnell einmal.

Multiplayer

Um ein Game längerfristig attraktiv zu machen, braucht es in der Regel einen Mehrspieler-Part. Im neusten Max Payne ist ein solcher Multiplayer auch vorhanden, und in diesem kann man sich mit bis zu 16 Spielern in bekannten und teilweise neuen Modi messen. Die Bullet-Time ist auch hier vorhanden und funktioniert zwar gut, macht das Ganze aber auch nicht besser. Warum ein solches Spiel (wie zum Beispiel auch Uncharted 3) auch für Mehrspieler programmiert wird, bleibt aus spielerischer Sicht ein Rätsel. Auf jeden Fall kann man sich aber auch hier nach der Story noch für längere Zeit vergnügen. Schlussendlich gibt es aber bessere Games für Multiplayer-Liebhaber.

Technik

Passendes Hemd: unbezahlbar
Passendes Hemd: unbezahlbar © Entwickler / Publisher

Rockstar hatte schon in der Vergangenheit immer wieder toll aussehende Spiele auf den Markt gebracht. Mit Max Payne 3 beweisen sie aufs Neue, dass sie das Wissen zur technischen Finesse haben. Während des Spiels sind keine Ladezeiten bemerkbar. Es geht nach einem abgeschlossenen Kapitel gleich weiter, ohne dass man einen Unterbruch spürt. Die verschiedenen Gegenden sind liebevoll und farbenfroh gezeichnet, zu keiner Zeit ist es zu dunkel oder unübersichtlich.

Auch tontechnisch muss sich das Spiel nicht verstecken. Tolle Stimmen, knallige Soundeffekte und ein absolut passender Score tragen viel zur ohnehin schon sehr guten Atmosphäre bei. Die Untertitel sind etwas klein und schwach gedruckt, zerstören aber wiederum das Bild nicht.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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Kommentare Total: 4

th

endlich auch noch durchgespielt - die 5.- im xbox sommerausverkauf waren's durchaus wert. mit der zeit hat man aber der dreh durch, und dann wirds ein bisschen gar repetitiv.

db

So Max Payne zum Dritten. Ich hielt mich mit den Erwartungen zurück. Zum einen war gut, dass man nach zwei sehr düsteren Spielen etwas Neues probieren wollte, weshalb ich mit dem neuen Setting und dem glatzköpfigen Max auch weniger probleme hatte. Eine Weiterentwicklung eines Charakters tut niemals weh. Allerdings ist der Weg dahin äusserst zäh. Bis kurz vor Schluss muss man sich durch viele Dialoge hören, in denen er in Selbstmittleid versäuft und dies mit Alkohol gründlich runterspühlt. Dies ging mir jedenfalls bald auf die Nerven, denn in keinem Moment erreicht das ganze annähernd die Intensität wie im ersten Spiel, wo der Alptraum erst begonnen hat. Wenigstens ist die Geschichte gut geschrieben und grossartig vertont. (im englischen jedenfalls)

Die Geschichte selber hat einen schweren Einstieg. Durch die verschachtelte Erzählweise, die sich zum Teil zu drei verschiedenen Zeiten abspielt, ist es zu Beginn schwer sich in der Story zu orientieren und wegen den vielen Mitspielern kann man sich auch kaum eine Übersicht verschaffen. Irgendwie wirkt das ganze auch gesucht, denn einige Rückblenden ins verschneite Noir York City wirken so gesucht, dass der Verdacht nahe liegt, dass man hier primär die Fans ruhig stellen wollte, denen Max im knallbunten Shirt zu bunt war. Zudem kann die Story auch nie einen solchen Spannungsbogen aufbauen wie einst Max Payne 1 und wird nach einigen Kapiteln zu meinen Erstaunen dann doch sehr Transparent.

Grafisch ist das Game natürlich auf dem neusten Stand der Technik und brilliert mit detailierten Charakteren und einem Leveldesign, das man zwischendurch gerne länger erkunden würde. Allerdings bewegt man sich während der Spielzeit dann doch viel zu oft in abgewrakten Kellergeschossen und Gebäuden rum, das dann die Wau Momente doch eher rar sind.

Doch selbst wenn die Geschichte, Vertonung und auch das Leveldesign ganz gut sind, letztendlich verschenkt Max Payne den Spielspass mit dem eigendlichen Gameplay. Wie schon bei Resident Evil 5 gibt es viele Situationen die so nervend sind, das man sich fragt, die das überhaupt durch die Tests kam. Der Charakter ist enorm träge und viele der Spieltode gehen aufs Konto von Max, der erstmals Sekunden im Raum herumsteht, bis er endlich in Deckung geht. Regelmässig verliert man alle gesammelten Waffen und steht wieder mit einer Pistole da oder kann wegen einer Script-Sequenz keine Munition aufsammeln, weshalb die nächste Gegnerwelle mit nur acht Kugeln angegangen werden kann. Wenigstens erhält man nach mehreren Fehlversuchen etwas Munition und Painkillers geschenkt, aber all dies wäre nicht nötig gewesen. Zudem wirkt das ganze mit der Zeit zu repetiv, denn primär läuft man von Checkpoint zu Checkpoint und metzelt Heerscharen von Gegner ab, die irgend etwas auf Spanisch brüllen und auf einen zu rennen. Das macht das eigentliche Gameplay mehr zu einem Grind als zu Spass und kann bei einigen fummligen Sequenzen primär nur nerven. Wenigstens haben sie sich wirklich bemüht, einen realistischen Schaden zu erfassen, denn oft muss man den Gegner wirklich in den Kopf schiessen, dass sie endlich sterben.

Fazit: Max Payne 3 ist ein sehr zweischneidiges Schwert, das viele gute Ansätze hat und in der Story auch etwas frischen Wind in die Saga bringt. Doch leider wirkt das ganze durch viele äusserst gesuchte Rückblenden und dem wiederholenden Aufbau recht schnell öde und selbst wenn es einem interessiert, wie das ganze Ausgeht, prügelt man sich primär durch die Levels und hofft, dass man schnell bei der nächsten Zwischensequenz ist, denn da wird es wieder interessant.

3.5

ale

Hab's dieses Weekend zu Ende spielen können und es hat mir grösstenteils Spass gemacht. Leider hat das Spiel drei grosse Mankos, die es nicht immer wettmachen kann:

1. Der Beginn ist zu träge, da der Spielfluss ständig von Skripts und Videos unterbrochen wird. Bis weit ins 2. Kapitel hat man die Steuerung dadurch nicht inne.
2. Das Missionsdesign basiert grösstenteils auf das Prinzip: Geh in den Raum, Gegner rein, töte alles was sich bewegt, geh weiter. Funktioniert meistens aufgrund der grossartigen Schauplätze und durchaus spannenden Shootouts recht gut, aber von Abwechslung ist nicht die Spur!
3. Gegen Ende des Spiels liegt die Herausforderung darin, dass dir die Entwickler Gegnerwelle um Gegnerwelle nachschmeissen, so dass die Bullettime nicht richtig einsetzbar ist. Stattdessen geht ihr irgendwo in Deckung und erschiesst Gegner um Gegner in einem mühsamen Abarbeitungsprozess.

Davon abgesehen ist Max Payne 3 ein sehr guter 3rd Person Shooter mit Bombastgrafik. Die Umgebungen sind sehr detailiert und sehr schön gestaltet, das Leveldesign ist meistens sehr gut, und auch die Story - obwohl mich das Brasilien-/Panama-Setting nicht sonderlich zusagt - wurde brilliant inszeniert. Der Zerfall von Max ist eindrücklich und deprimierend zugleich und letztendlich setzt keiner die Bullettime so cool in Szene wie der gefallene Cop aus New Jersey.

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