NDS-Review: Achtung Suchtfaktor!

Peng Peng!
Peng Peng!

[publisher]Ubisoft[/publisher] hat uns regelrecht mit Spielen zum Launch des 3DS überschwemmt. Rayman 3D wird von den meisten gelobt, aber sowohl das durchschnittliche Rabbids 3D, das grottige Dinosaurier-Spiel wie auch die schlechte Umsetzung von Splinter Cell können kaum überzeugen. Was bleibt, ist ein Titel, der etwas zu Unrecht unterzugehen scheint.

Dieser [publisher]Ubisoft[/publisher]-Titel ist auf keinen Fall ein Überhit, aber mit einem enormen Unfang wird er besonders Genre-Fans lange an den 3DS fesseln. Ghost Recon: Shadow Wars ist eigentlich der Geheimtipp auf Nintendos neustem Handheld. Die meisten werden das Spiel nicht auf dem Radar haben. Drum sei euch allen gesagt: schaut es euch zumindest mal an - es lohnt sich!

Story

Ghost Recon ist eigentlich ein grosser Name. Aber vielleicht ist das auch das Problem des Spiels. Denn bei Ghost Recon: Shadow Wars handelt es sich nicht um einen typischen Ghost-Recon-Ableger, sondern um ein Rundenstrategiespiel. Das ist tatsächlich ungewohnt und dürfte auf einige Skepsis stossen.

Und immer fliegt was in die Luft
Und immer fliegt was in die Luft

Die Skepsis ist aber mehr oder weniger unbegründet. Ausser der eher schwachen Story, die mal wieder mit Klischees beladen ist, gibt es nicht viel zu bemängeln. Der Einstieg durch eine Art Teaser-Mission auf das Kommende wirkt noch geheimnisvoll spannend, die Geschichte zur ersten Mission zeigt dann aber klar, dass man wohl nicht zu viel erwarten darf. Mal wieder müssen die bösen Russen herhalten für Intrigen und Machtspiele, die guten Amis müssen das natürlich verhindern und geraten erst einmal in einen Hinterhalt.

Gameplay

In diesen Hinterhalt geraten wir allerdings gerne und vergessen am besten gleich wieder, was uns aufgetischt wurde. Viel lieber stürzen wir uns ins Spielgeschehen und somit in die Suchtspirale. Ähnlich wie in Advance Wars oder gar Fire Emblem ziehen wir unsere Figuren Runde für Runde übers Schlachtfeld und planen unser Vorgehen immer so, dass wir einerseits dem Gegner in unserem Zug möglichst viel Schaden zufügen und andererseits im gegnerischen Zug so wenig wie möglich abbekommen. Die Motivation fürs perfekte Spielen ist alleine durchs Spielprinzip gegeben.

Starkes Duo, nicht?
Starkes Duo, nicht?

Mit verschiedenen Charakterklassen kämpfen wir uns an unsere Ziele. Meist müssen alle Feinde vernichtet werden. Zusatz-Ziele wie die Heilung eines Verwundeten kommen oft während des Verlaufs der Mission hinzu. Die Figuren können pro Zug, je nach Charakterklasse, etwa vier bis acht Felder auf dem Raster des Schlachtfeldes vorrücken. Wollen sie zusätzlich angreifen, sind es weniger Felder. Man muss sich also oft entscheiden, ob man eine Figur nur bewegen und dafür in gute Position bringen möchte, oder ob man eine Figur auf offenem Feld vorrücken und zusätzlich angreifen lassen möchte.

Scharfschützen können über grosse Distanzen auf Gegner feuern, Medics können Verbündete heilen und mit Pistolen auf kurze Distanz schiessen, Recons wiederum tarnen sich und greifen unentdeckt an, Gunners feuern sich mit Maschinengewehren ihren Weg frei. Die taktischen Möglichkeiten werden durch verschiedene Terrain-Bedingungen ergänzt. Wer zum Beispiel von oben herab schiesst, verursacht mehr Schaden.

Technik

Geht gleich ab, die Rakete
Geht gleich ab, die Rakete

Ghost Recon: Shadow Wars überzeugt mit taktischem Tiefgang und süchtig machendem Gameplay. Jedem vollbrachten Zug möchte man immer noch einen weiteren hinzufügen - bis man vom 3D-Effekt Kopfschmerzen hat. Die dritte Dimension lässt das Terrain realistischer erscheinen, ist aber ingesamt noch immer eher unnötig, besonders angesichts der eher zweckmässigen Grafik.

/ lsg