Supremacy MMA (2011)

Supremacy MMA (2011)

  1. ,

PS3-Review: Arcade Faustkampf

Da bleibt der Atem weg
Da bleibt der Atem weg © Entwickler / Publisher

Über zwei Jahre brauchten [publisher]505 Games[/publisher] von der Ankündigung bis zur Veröffentlichung von Supremacy MMA. Ob sich die lange Zeit gelohnt hat, beziehungsweise ob sie wirklich notwendig war? Mixed Martial Arts, oder eben kurz MMA, geniesst in den USA grosse Beliebtheit, welche auch immer mehr nach Europa überschwappt. So haben es in der Vergangenheit auch einige europäische Boxer und Ringer in diesem Business versucht. Die Kämpfe sind hingegen in einigen Ländern Europas verboten.

Nachdem Ultimate Fighting Championship (UFC) mit UFC 2010: Undisputed ein eigenes Game herausgebracht hat, inklusive aller Lizenzen, und EA Sports mit EA Sports MMA in den Markt eingetreten ist, folgt mit Supremacy MMA bereits das dritte Genre-Game. [publisher]505 Games[/publisher] versuchen sich dabei aber von der Konkurrenz abzugrenzen und ordnen ihr Spiel eher im Arcadebereich ein. So finden die Kämpfe in zwei Dimensionen statt, und das Spiel verfügt über keine offiziellen Lizenzen.

Alles in allem ist Supremacy MMA ein gutes gelungenes Arcade-Kampf-Game. Grafik und vor allem die Effekte während des Kampfes sind top. Ebenso überzeugen die Soundeffekte und der Soundtrack. Grösster Schwachpunkt hingegen ist der mangelnde Spassfaktor, denn nach wenigen Stunden ununterbrochenen Drückens zweier Knöpfe langweilt das Spiel doch sehr. Der hohe Schwierigkeitsgrad im Story-Modus ist dabei auch keine grosse Hilfe. Ausserdem hätten sich die verschiedenen Kampfstile im Gameplay durchaus mehr zeigen dürfen.

Story

Knockout!
Knockout! © Entwickler / Publisher

Supremacy MMA verfügt über verschiedene Spielmodi. Einer davon, oder besser gesagt zwei, basieren auf einer Story. In der Männerstory kann zu Beginn aus zehn Kämpfern ausgewählt werden, die alle mehr oder weniger einen anderen Kampfstil beherrschen. Danach folgen die ersten Sequenzen der Story, allesamt in einem zweifarbigen Comicstil. Das Spektrum der sehr klischeehaften und durchschaubaren Stories reicht von typischen Knastgeschichten bis zum verstossenen Kleinkind. Die Sprecher können mit ihrem schauspielerischen Fähigkeiten ebenfalls nicht überzeugen. In der Regel muss sich der Spieler am Anfang aus dem Knast rauskämpfen oder ganz unten in schmuddeligen Casinos beginnen. Werden die Kämpfe gewonnen, geht's weiter auf grössere Bühnen, die zu viel Ruhm und Ehre verhelfen.

Der Storymodus mit den Frauen kann beinahe vernachlässigt werden. Es stehen lediglich zwei Frauen zur Auswahl, und nach wenigen Kämpfen ist die Story auch bereits schon abgeschlossen. Dafür kann dieser Modus in einem Versus-Spiel absolviert werden, jedoch ohne Zusammenhang mit der Story. Was sich die Entwickler dabei gedacht haben, wird wohl ein Rätsel bleiben.

Take a seat!
Take a seat! © Entwickler / Publisher

Gewonnene Kämpfe führen jeweils zum Gewinn von Erfahrungspunkten, mit denen neue Kampfbewegungen freigeschaltet werden. Leider verläuft diese Entwicklung linear und automatisch.

Gameplay

In jedem Kampfspiel ist es essentiell, dass man die verschiedenen Combos kennt. Denn mit diesen wird der Gegner so richtig dominiert. Gut, dass Supremacy MMA über ein Tutorial verfügt. Oder doch nicht? Denn in diesem Tutorial werden zwar die Schläge erklärt - es gibt genau zwei Knöpfe, die dafür bedient werden müssen -, und es wird auch gezeigt, wie man Schläge des Gegners kontert und ihn auf den Boden werfen kann. Wie man dann aber den Gegner am Boden auseinandernimmt, ihn in die verschiedenen Griffpositionen bekommt, wird nur vereinzelt kurz angeschnitten und kaum erklärt. Ansonsten ist die Steuerung sehr simpel gehalten. Mitunter führt dies schnell zu Langeweile, da manche Gegner mit unaufhörlichen Tritten oder Schlägen, sprich durch das andauernde Drücken einer Taste, besiegt werden können.

Bist zu kitzlig?
Bist zu kitzlig? © Entwickler / Publisher

Natürlich stehen als Kampfarenen nicht nur die klassischen Bodenmatten und der Boxring zur Verfügung, sondern auch verschiedene Käfige. Auf das Geschehen im Ring hat dies allerdings keinen Einfluss.

Das A und O bei Arcade-Kampfspielen sind die Combos. Diese gibt es auch bei Supremacy MMA. Deren Abfolge wird im Spiel nicht erklärt. Ebenfalls sind deren Auswirkungen eher unverständlich. Obwohl mehrmals die Tritt-Taste gedrückt wird, wird eine Faust-Combo ausgelöst und umgekehrt.

Multiplayer

Wird im Singleplayer die Dynamik schmerzhaft vermisst, so kommt diese im Multiplayer umso mehr zur Geltung. Dabei stehen neben dem Online-Modus auch lokale Fights zur Verfügung. Allerdings nur einzelne Fights, Turniere oder Ähnliches können im Multiplayer-Modus nicht gespielt werden. Ein kleines Detail dazu noch: Da nach einem Spieler-gegen-Spieler-Kampf nur ein Rematch-Knopf da ist, muss für die Auswahl neuer Kämpfer zuerst ins Hauptmenü zurück gegangen werden.

Technik

Paaaam!
Paaaam! © Entwickler / Publisher

[publisher]505 Games[/publisher] haben wohl bewusst Supremacy MMA in 2D-Grafik gestaltet. Dadurch wird die Arcade-Absicht verdeutlicht, und das Spiel grenzt sich von den anderen Mixed-Martial-Arts-Games ab. Allerdings ähnelt es dadurch auch stark Super Street Fighter IV oder Tekken 6. Die Grafik ist sehr gut gelungen. Schon nach wenigen harten Schlägen bluten die Kämpfer stark. Beulen, Cuts und Brüche werden sichtbar.

Ebenso positiv aufgefallen ist der Sound. Sowohl Soundeffekte wie auch der Soundtrack sind sehr gut integriert und sorgen für viel Atmosphäre. Das Knacksen der Knochen und das Einschlagen der Fäuste sind realistisch nachgemacht. Manchmal nach einem gewonnenen Fight wird es in der Arena ganz still. Ob dies gewollt ist oder nicht, bleibt offen.

Tobias Geser [gto]

Tobias schreibt seit 2010 Game-Reviews. Am liebsten spielt er spannende Adventures und actionreiche Shooter Games. Mit FIFA hingegen kann er überhaupt nichts anfangen. In seiner Freizeit trifft man Tobias häufig auf dem Mountainbike an.

  1. Artikel
  2. Profil