Rayman 3D (2011)

Rayman 3D (2011)

NDS-Review: Überschätzter Klassiker

Origineller Titel...
Origineller Titel... © Entwickler / Publisher

Rayman 2 dürfte eines der meistüberschätzten Games der letzten Jahre sein. Schon Ende 1999, als es erstmals für PC und Nintendo 64 erschien, heimste es Höchstnoten ein. Verkauft hat es sich trotzdem nicht halb so gut wie der Erstling. Später wurde es für zig weitere Plattofrmen portiert, zum Release des Nintendo DS gar neu aufgelegt. Mit Rayman 3D erhielt der sogenannte Klassiker auf dem 3DS ebenfalls ein Remake.

Die Story blieb über all die Jahre dieselbe. Rayman wurde gefangen genommen und all seiner Kräfte beraubt. Sein Freund Globox hilft ihm aus der Patsche, damit er nach und nach seine Kräfte zurückgewinnen und alle von den Piraten Gefangegehaltenen befreien kann. Dies soll mithilfe der vier Masken des Polokus geschehen. Ob sich die Suche nach den vier Reliquien lohnt?

Was soll man abschliessend zu Rayman 3D nur sagen? Noch immer berichten fast alle ausschliesslich positiv über Rayman 2 und dessen Remakes - unverständlicherweise. Klar, es handelt sich um kein schlechtes Spiel. Im Gegenteil: dieses Game bietet solide Jump'n'Run-Kost und geht mit den zusätzlichen Gameplay-Elementen gar darüber hinaus. Doch schafft es auch Rayman 3D nicht, den Spieler vollkommen in eine andere Welt eintauchen zu lassen und spielerisch so sehr zu überzeugen wie zum Beispiel die Genre-Grösse Banjo-Kazooie.

Story

Immerhin, die Geschichte liegt über dem Prinzessinenretten-Niveau eines "Mario". Man wird durch viele kleine Zwischensequenzen ganz gut unterhalten. Eine epische Geschichte oder grandios gerenerte Filmchen darf man zwar nicht erwarten, doch muss man - trotz des eher niedlichen Looks und einfachster Dialoge - auch nicht befürchten, in eine kindliche Thematik ohne Aussagekraft à la Banjo-Kazooie gezwängt zu werden. Es kommt gar vor, dass Gefangene erbarmungslos gefressen werden...

Gameplay

Rayman beim Schrotten einer Maschine
Rayman beim Schrotten einer Maschine © Entwickler / Publisher

Was Rayman 2 bzw. Rayman 3D aber fehlt, ist der spielerische Inhalt eines Banjo-Kazooie. Schon 1999 hinkte Rayman der grossen Konkurrenz hintennach. An Jump'n'Runs mit Action-Adventure Elementen gab es weitaus Besseres, heute gibt es mit Ratchet & Clank, Jak und Conker erst recht viel spielerisch Gehaltvolleres. Während man bei Genrekonkurrenten Sternen, Münzen, Puzzleteile, Gesangsnoten etc. sammelt, muss man bei Rayman nur nach den sogenannten Lums Ausschau halten und einige Käfige zerstören (in denen sich meist Lums befinden). Die Lums sind zwar zum Weiterkommen erforderlich, sammeln sich aber so leicht ein, dass man nie zu wenige davon haben wird.

Rayman 3D bietet keine Welt, in die man innert kürzester Zeit eintauchen könnte und die man am liebsten nicht mehr verlassen möchte. Zu einfach sind die einzelnen Levels gestrickt, zu sehr rückt die Spielmechanik in den Vordergrund und verhindert, dass man sich nicht in irgendein Game, sondern in eine Fantasiewelt hineinversetzt fühlt. Des Weiteren sind die Speicherpunkte zu grosszügig gesetzt, als dass man einer wirklichen Herausforderung gegenüberstehen könnte. Man besitzt über unendlich viele Versuche und mit der Zeit über eine sehr lange Lebensleiste.

Richtig fordernd und auch spannend wird es nur, wenn Rayman 3D aus seiner simpel gestrickten Jump'n'Run-Mechanik ausbricht und uns auf einer Pflaume durch Lava reiten lässt, auf eine hyperaktive Rakete setzt, einen Hang herunterrutschen lässt oder zum Auftrag gibt, mit explodierenden Fässern eine Maschine zu schrotten. Zudem erweitern Raymans Freunde mit Regentanz und wändedurchbrechender Kraft das Gameplay ein wenig.

Technik

Auch unter Wasser überleben wir dank Freunden ganz gut.
Auch unter Wasser überleben wir dank Freunden ganz gut. © Entwickler / Publisher

Rayman 2 hat schon 1999 ganz annehmbar ausgesehen. Daran hat sich nicht viel geändert. Natürlich gewährt uns die Technik des 3DS scharfere Texturen, kräftigere Farben und nicht zu vergessen den 3D-Effekt. Dieser ist in diesem Spiel extrem stark. Nur meint "stark" nicht "gut", sondern viel eher "übertrieben". Dreht man die Spielfigur zum Beispiel in der Nähe einer Pflanze um, springt diese urplötzlich ins und aus dem Bild, dass einem fast übel wird. Der Tiefeneffekt ist zwar ganz gut gelungen, doch gibt es zu viele Gegenstände, die unnötigerweise ins 3D-Konzept mit aufgenommen wurden und so beim Herumrennen stören können.

/ lsg