Rabbids 3D (2011)

Rabbids 3D (2011)

NDS-Review: Eine dreidimensionale Zeitreise

Nur Blödsinn im Kopf
Nur Blödsinn im Kopf © Entwickler / Publisher

Was mit Rayman Raving Rabbids Ende 2006 zum Launch der Wii noch unter dem Rayman-Franchise begann, hat sich mittlerweile zur eigenen Marke entwickelt. Den verrückten Hasen wurde ein Spiel nach dem anderen gewidmet. Mittlerweile sind sie ohne Rayman unterwegs und reisen im neusten Abenteuer auf dem 3DS gar durch die Zeit. In Rabbids 3D treibt [publisher]Ubisoft[/publisher] einen der irren Hasen mit einer Wasch(zeit)maschine durch über 60 Levels.

Eingeleitet wird das Abenteuer durch eine kleine Filmsequenz. Einige Rabbids turnen in einem Museum herum und stellen wie immer viel Blödsinn an. Aus dem Nichts erscheint eine Waschmaschine, aus der ein weiterer Hase aussteigt. Anscheinend ist er soeben zeitgereist, was sofort von demjenigen Rabbid weiter ausgeführt werden will, den der Spieler gleich steuern wird. Ob das gutgehen kann?

Wer nach einfachster Unterhaltung und gewöhnlichster Jump'n'Run-Kost sucht, dürfte mit Rabbids 3D gut bedient sein. Allen anderen wird es hier an Abwechslung und einer vernünftigen Herausforderung fehlen. Der fehlende typische Rabbids-Humor macht den neusten Ableger insgesamt zu einer Enttäuschung.

Story

Sieht gefährlich aus, ist es aber nicht
Sieht gefährlich aus, ist es aber nicht © Entwickler / Publisher

Was ganz nett beginnt und gar schön anzuschauen ist, flacht extrem schnell ab. In den Genuss von toll gerenderten, langen und witzigen Videos kommt man leider nur ganz am Anfang. Später ist so etwas wie eine Geschichte gar nicht mehr vorhanden. Man absolviert einfach Level für Level in vier verschiedenen Gezeiten, darunter das antike Ägypten und natürlich die Urzeit mit Dinosauriern. Warum man das macht und welches Ziel man vor Augen hat, wissen wohl nicht einmal die Rabbids selbst. Ganz kleine Zwischensequenzen - etwa solche, in denen man auf einen neuen Gegnertyp trifft - vermögen kaum zu überzeugen. Der typische Rabbids-Humor fehlt fast gänzlich, die Lachmuskeln bleiben über das ganze Spielgeschehen entspannt; eine Enttäuschung!

Gameplay

Rabbids 3D ist nichts Anderes als ein ganz gewöhnliches Jump'n'Run. Es reiht sich in die Kategorie 08/15 ein, die zuletzt zu Super-Nintendo-Zeiten ein Hoch erlebte und schon in den Neunzigerjahren die Videospieljournalisten zur Frage führte, ob das Ende der Innovationen bereits anstehe. Man läuft, rennt, hüpft, sammelt Münzen und andere Extras ein und kickt ein paar Gegner aus dem Weg. Mit Abstrichen könnte man es als Super Mario Bros. bezeichnen, nur dass Rabbids 3D nicht halb so ideen- und abwechslugnsreich ist.

Eine Pracht!
Eine Pracht! © Entwickler / Publisher

In Sachen Struktur gleicht ein Level dem anderen. 16 Stages pro Zeitepoche sorgen dann noch dafür, dass es auch an Abwechslung im Look fehlt. Immerhin: die Hasen steuern sich perfekt. Genaue Absprünge, genaues Landen und das Verprügeln von gegnerischen Rabbids stellen kein Problem dar. Die simple und gut funktionierende Mechanik sorgt demnach für kurzweilige Unterhaltung. Lange am Stück hält man das Spiel aber nicht aus. Zu sehr wiederholen sich gewisse Muster und Aufgaben, zu einfach sind auch noch die letzten Level. Insgesamt hüpft man kaum mehr als 6 bis 7 Stunden herum, bis man einen ersten Durchgang geschafft hat.

Wer mag, spielt die beendeten Stages noch einmal im Challenge Mode oder unter Zeitdruck durch, um 3D-Figuren und neue Kostüme freizuschalten. Leider bereichern diese Modi sowie die erspielten Extras das Game kaum. Spielerische Abwechslung und Herausforderungen sucht man auch in den Zusatzinhalten vergebens. So döst das Spielgeschehen vor sich hin und schafft es nur knapp, den Spieler an der Stange zu halten. Der einzige Motivationsfaktor bleibt die immer wieder fesselnde Jump'n'Run-Mechanik, die, gut umgesetzt, wohl auch in 20 Jahren noch seine Anhänger finden wird.

Technik

Ave Caesar!
Ave Caesar! © Entwickler / Publisher

Rabbids 3D sieht ganz gut aus, besonders anfangs in der Videosequenz. Die verschiedenen Stages könnten zwar abwechslungsreicher gestaltet sein, überzeugen aber alles in allem durch eine breite Farbpalette, einige Details sowie schöne Hintergründe. Der 3D-Effekt ist in diesem 2D-Jump'n'Run mal wieder unnötig und trägt etwa genauso wenig zur Immersion bei wie der platte Soundtrack.

/ lsg