Portal 2 (2011)

Portal 2 (2011)

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Xbox 360-Review: “I think we can put our differences aside. For science… you monster!”

'Exit', so nah und doch so fern!
'Exit', so nah und doch so fern! © Entwickler / Publisher

Was, du hast Portal noch nicht gespielt?! Dann hör jetzt sofort auf zu lesen und hol dir die (mittlerweile günstig erhältliche) Orange Box. Es lohnt sich. Versteckt hinter grossen Namen wie Half-Life 2 oder Team Fortress 2, entpuppte sich Portal als ein kleines Juwel. Anstatt Blei feuert ihr aus der Ich-Perspektive Portale, mit deren Hilfe ihr Rätsel lösen und den Weg zum Ausgang finden müsst.

Portal 2 beginnt viele, viele Jahre nach Portal. Chell erwacht aus ihrem Tiefschlaf und findet sich in einem verwahrlosten Raum wieder. Ein erfolgloser Fluchtversuch endet in einer ebenso verwahrlosten Testkammer, wo GLaDOS sie dazu zwingt, weitere Tests zu absolvieren. Wird es diesmal Kuchen geben?

Wer Portal mochte, wird Portal 2 lieben. Vielleicht fehlt hier der Überraschungseffekt, aber die intelligenten Rätsel, die tiefgründigere Geschichte und eine ordentliche Spieldauer samt Multiplayer sorgen für die nötige Qualität. An den Kultstatus des ersten Teils reicht es nicht heran, aber spielerisch ist der Nachfolger wesentlich besser. Die Kreativität im Design und das faszinierende Gameplay rechtfertigen auf jeden Fall den Vollpreis.

Story

Was hängt denn da von der Decke?
Was hängt denn da von der Decke? © Entwickler / Publisher

Keine Videosequenzen. Keinen abusiven Skriptgebrauch. Nicht einmal ellenlange Textpassagen braucht es, um in einem Spiel eine fesselnde Geschichte zu erzählen. Die Interaktivität alleine müsste ausreichen. Zuzuhören, Hinweise zu suchen und den Spielverlauf zu verfolgen genügt, um Interesse zu wecken. Portal 2 schafft es wie schon sein Vorgänger, eine spannende Geschichte vollständig ins Gameplay zu integrieren und so den Spieler bis am Schluss zu motivieren. An die Eleganz und Umfang von BioShock reicht aber auch Portal 2 nicht. Die Charaktere werden wunderbar in Szene gesetzt, allen voran die künstliche Intelligenz mit Namen GLaDOS. Da ist es schade, dass wir von Chell und ihrem Hintergrund nichts erfahren.

Gameplay

Portal 2 führt das Spielprinzip des Vorgängers weiter und fügt ein paar interessante Neuerungen hinzu. Ihr erschafft weiterhin Portale, die euch von einem Ort zum anderen transportieren, und nutzt die Umgebung, um scheinbar unerreichbare Plattformen zu erklimmen. Über die neuen Features soll nicht viel verraten werden, damit ihr sie selbst kennen lernen könnt. Nur so viel sei gesagt: Die meisten Neuerungen werdet ihr lieben, und ihre Implementation grenzt an Genialität.

Blick hinter die Kulissen
Blick hinter die Kulissen © Entwickler / Publisher

Portal war zu kurz, wir wollten mehr, viel mehr! Mit Portal 2 versprach uns der Entwickler eine Verdreifachung der Spielzeit - immerhin ist der zweite Ableger nicht nur eine nette Dreingabe, sondern ein Vollpreistitel. Die Dauer-Kampagne geht trotz ein paar spielerischer Längen völlig in Ordnung. Valve schafft es immer wieder, einen Turn herbeizuführen, sobald Eintönigkeit droht. So wird Portal 2 zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Rätsel glänzen durch Einfallsreichtum und haben oft einen angemessenen Schwierigkeitsgrad. Hin und wieder sind manche Testkammern etwas zu leicht geraten. Trotzdem ist das Lösen eines Rätsels immer befriedigend.

Multiplayer

Der Multiplayer von Portal 2 besteht aus einer zweiten Kampagne, die online oder offline im Splittscreen spielbar ist. Dabei beschränken sich die Entwickler nicht auf einen lahmen Aufguss von Levels aus dem Singleplayer. Stattdessen bietet der Multiplayer eine separate Geschichte und neue Levels, die nur in Kooperation zu meistern sind. Dank der Möglichkeit, Markierungen via Knopfdruck zu setzen, gestaltet sich die Kommunikation besonders online sehr einfach, weshalb nicht einmal ein Headset notwendig ist.

Technik

Aperture muss subventioniert sein...
Aperture muss subventioniert sein... © Entwickler / Publisher

Das Artdesign ist äusserst gelungen. Wir sprechen hier nicht von Texturen oder Frameraten - das Spiel macht hier einen tadellosen, wenn auch nicht gerade hervorragenden Job. Die Rede ist vielmehr vom tollen Leveldesign, vom genialen Minimalismus hin zu einer üppigen Abwechslung. Dezente Lichteffekte sorgen dafür, dass man das Ziel immer vor Augen hat. Kritik verdienen die häufigen Ladezeiten, die insbesondere nach dem Ausprobieren verschiedener Moves und darauf folgenden Toden entnervend sein können.

Hinsichtlich der Sprachausgabe kann man den Entwickler nur Lob aussprechen. Die deutsche Synchronfassung ist gut gelungen, aber den Vogel schiesst hier die englische Originalversion ab. GLaDOS, absoluter Star im ersten Teil, bekommt hier ernsthafte Konkurrenz vom schrulligen Weathley oder von Cave Johnson. Dass die musikalische Komponente dem mittlerweile kultigen "Still alive" das Wasser kaum reichen kann, war zu erwarten.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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Kommentare Total: 2

HomerSimpson

Ich muss mir das Spiel echt mal kaufen gehen. Portal 1 war ja schon genial, habe jedenfalls noch nie so herzlich bei einem Spiel gelachen (okay vielleicht beim Simpsons Game) aber GlaDOs ist einfach nur köstlich. "Lay down on the floor, the party people will come pick you up in a minute" 😄

ale

Xbox 360-Review: "I think we can put our differences aside. For science... you monster!"

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Trailer: Boots Englisch, 01:01