The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D (2011)

The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D (2011) NDS-Review

Auch nach 13 Jahren fasziniert uns der erste Endboss "Ghoma" noch

Auch nach 13 Jahren fasziniert uns der erste Endboss "Ghoma" noch

Wie soll man in ein Review einsteigen, das der schwierigen Aufgabe gerecht werden muss, die Stimmung eines der besten, wenn nicht des besten Videospiels aller Zeiten zu übermitteln? Man müsste einen perfekten Einstieg finden, der den Leser sachte in die Atmosphäre einführt und ganz langsam, Schritt für Schritt, zu erläutern weiss, was denn nun The Legend of Zelda: Ocarina of Time so gut macht. Genau dieses Kunststück des perfekten Einstiegs gelingt dem Game selbst nämlich auch. Es führt den Spieler gemächlich in die Spielewelt ein, schafft es aber gleich von der ersten Sekunde an, ihn zu fesseln.

Das Kunststück gelingt durch die einführende Erzählung des Deku-Baumes, der erstmals einen kleinen Einblick in die Welt Hyrule gewährt und aufblitzen lässt, dass dem Elfenjungen Link ein schweres Schicksal bevorsteht. Link soll nichts Geringeres als die Rettung der Welt vor dem Bösen glücken. Und bald schon steuern wir diesen Jungen selbst, erkunden das Dorf der Kokiri, finden unser Schwert und kaufen ein Schild, befreien den Deku-Baum von seinem Fluch und tauchen ein in eine der fasziniernsten Welten der Videospielgeschichte, reisen durch die Zeit und spielen die schönsten Melodien auf unserer Okarina.


Rating: Nintendo DS

Story

Die Geschichte mag anfangs simpel klingen und scheint uns verdächtig bekannt. Wessen Spielehelden Schicksal ist schon nicht dazu bestimmt, die Welt vor dem Bösen zu bewahren? Aber doch macht Ocarina of Time so vieles ganz anders. Es verbindet Story, Musik und Gameplay auf eine Art und Weise, die man zuvor noch nie gesehen hat und auch danach kaum mehr finden konnte. Der Spielinhalt wird nicht vom Verlauf der Geschichte getrennt, wie wir das aus modernen Spielen mit all den eindrücklichen Cutscenes kennen. Vielmehr erleben wir die Story aktiv mit und werden durch interessante Figuren und Völker in die Spielewelt hineingesogen. Kaum ein Spiel entwarf so viele denkwürdige und unvergessliche Figuren. Was haben wir anno 1998 gestaunt, als Sheik seine wahre Identität preisgab. Wie fasziniert waren wir von Impa, der letzten Überlebenden ihres Volkes. Wie sehr fürchteten wir uns vor dem Wüstenkönig Ganondorf und wie sehr nervten wir uns ab unserer Fee Navi...

Gameplay

Ein weiterer der grandiosen Bosse

Ein weiterer der grandiosen Bosse

The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D ist ein Remake desjenigen Action-Adventures, das ein ganzes Genre prägte. Kein Rollenspiel kommt mehr ohne (Deku-)Baum aus, in dem Monster bekämpft werden müssen. Wald, Feuer und Wasser prägen die Themen der Dungeons aller Videospielabenteuer. Die ersten Rätsel eines Action-Adventures bestehen meist im Verschieben von Blöcken, wie wir das in Ocarina of Time zuhauf machen müssen. Die Lock-On-Funktion war damals revolutionär, heute ist sie Standard. Ganz einfach nehmen wir so unsere Gegner ins Visier, um sie leichter attackieren zu können.

Wer die Zelda-Reihe noch nicht kannte, dem wurde sie spätestens 1998 gewahr. Praktisch jeder, der in die Welt dieses Spiels eintauchte, war fasziniert. Mit grossem Eifer machten wir Bekanntschaften mit den Kokiri und allen folgenden Völkern, schlichen uns an den Wachen vorbei, um mit Prinzessin Zelda sprechen zu können oder lernten von Malon auf der Okarina zu spielen, damit wir später auf einem Pferd reiten konnten. Wie episch war es, als wir erstmals durch die Weiten von Hyrule ritten und dabei unseren Pfeilbogen spannten.

Was nach hoffnungsloser Nostalgie klingt, funkioniert allerdings auch heute noch. Noch immer tauchen wir in eine Welt ein, die zu erkunden wir bestrebt sind, dessen Geheimnisse wir alle entdecken möchten. Das Spielprinzip ist so frisch wie eh und je. Wir kämpfen uns durch fleischfressende Pflanzen, Quallen, Skelette und Fledermäuse, suchen nach der richtigen Taktik bei den Bosskämpfen, die sich allesamt stark voneinander unterscheiden, grandios inszeniert sind und für die nötige Abwechslung im Kampf sorgen. Für Abwechslung neben dem Kämpfen wird durch ruhige Momente wie das Reiten, das Fischen oder sonstige Minispiele gesorgt.

Ein noch kleines Rätsel

Ein noch kleines Rätsel

Immer wieder stellen wir uns all den grandiosen Rätseln. Anfangs verschieben wir noch gähnend irgendwelche Blöcke, aber schon bald denken wir angestrengt über verzwickte Mysterien nach, die sich über verschiedene Gezeiten erstrecken. Wir reisen sieben Jahre durch die Zeit, um in einer zerstörten Welt etwas über die Vergangenheit zu lernen, die wir erst nach dieser Lernstunde selbst auslösen werden, indem wir wieder sieben Jahre zurückreisen. Und genau in solchen Momenten kommt das Ineinandergreifen von Musik, Gameplay und Geschichte perfekt zum Tragen.

Technik

The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D dürfte auch eines der wenigen Spiele sein, das so gekonnt Soundtrack und Gameplay verbindet. Ansonsten kennen wir das nur aus experimentellen Games à la Child of Eden. Hier aber treten wir in die Mühle von Kakariko ein, lauschen der einprägsamen Melodie des Windes, lernen sie als Erwachsener vom gereizten Mann in der Mühle kennen, um sie später als Kind eben diesem Mann erneut vorzuspielen und um so dem Ziel wieder einen Schritt näher zu kommen.

Wieder verknüpfen sich Musik, Story und Gameplay. Und die Musik spielt stets eine tragende Rolle, nicht nur spielerisch, sondern auch atmosphärisch. Unvergessen bleiben das gemeinsame Harfen- und Flötenspiel im Bolero des Feuers, unvergessen bleibt auch die Melodie der Zeit oder eben des Windes. Immer wieder wird sich der Spieler dabei beobachten können, wie er in die Mühle in Kakariko oder in die Zitadelle der Zeit eintritt, nur um der wunderschönen Musik lauschen zu können. Jeder Online-Radiosender, der Videospielmusik ausstrahlt, wird von den Melodien dieses Spiels dominiert. Koji Kondo hat Musik erschaffen, die über die Videospiele hinaus begeistert und selbst Meisterwerke von Nobuo Uematsu übertrifft.

Selbst kleine Gegner erfordern manchmal bestimmtes Vorgehen

Selbst kleine Gegner erfordern manchmal bestimmtes Vorgehen

Man wird nie alles über diesen Spieleklassiker gesagt haben können. Die Begeisterung für Ocarina of Time wird wohl auch in 10 Jahren noch bestehen - auch dank dieses Remakes nun, das alles in neuem Glanz erscheinen lässt. Vergessen sind die verwaschenen Texturen auf dem N64, vergessen ist die nicht optimale Steuerung der Gamecube-Version. The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D sieht wunderschön aus und bietet gar einen 3D-Effekt, der sich anzuschalten lohnt. Das Auge wird nicht überanstrengt, was natürlich auch durch das eher wenig hektisch Gameplay bedingt ist. Die Steuerung ist dank Touchscreen und Auswahlmöglichkeit bei der Invertierung der y-Achse gar besser als auf dem N64. Wollte man unbedingt das Spiel für irgendetwas kritisieren, dann vielleicht dafür, dass sich die Okarina ohne C-Knöpfe nicht mehr ganz so angenehm spielt.


Fazit

Dieses Remake beweist einmal mehr, dass Ocarina of Time ein zeitloser Klassiker ist. Kein Spiel zieht einen derart in den Bann, kein Spiel verknüpft die Elemente Gameplay, Musik und Story so gekonnt wie dieses Meisterwerk Shigeru Miyamotos. Eine Welt voller Geheimnisse, denkwürdige Figuren, ein damals revolutionäres Kampfsystem und grandiose Rätsel verleihen dem Spiel oft das Prädikat "Bestes Spiel aller Zeiten" - und dies nicht zu Unrecht! Jetzt 13 Jahre nach seinem Debut erstrahlt Ocarina of Time in neuem Glanz. Wir starren nicht mehr auf verwaschene Texturen und Link steuert sich auf dem N3DS so perfekt wie noch nie und dies dazu noch in angenehmem 3D.


OutNow.CH:

Bewertung: 6.0

 

16.06.2011 / lsg

Community:

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