Killzone 3 (2011)

Killzone 3 (2011)

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PS3-Review: Für die Menschheit und die Erde

Angriff ist die beste Verteidigung
Angriff ist die beste Verteidigung © Entwickler / Publisher

Die Ego-Shooter-Serie Killzone ist mehr oder weniger Sonys direkter Konkurrent zu Halo auf der Xbox. Zwar sind die Spiele nicht wirklich zu vergleichen, sieht man einmal vom Genre ab, dennoch ist der exklusive PlayStation-3-Shooter quasi der Erzfeind der Halo-Reihe. Killzone 2 war durchaus ein gutes Spiel, doch ein Teil der Spielerschaft konnte sich mit dem Spielgefühl nicht wirklich anfreunden. Mit Killzone 3 soll das anders werden, es soll wieder zugänglicher werden als der Vorgänger.

Die Geschichte dreht sich um die Spielfigur Thomas "Sev" Sevchenko und seinen Partner Rico Velasquez. Sie beide gehören zur ISA, dem Militär der Erde, und dienen dort als Sergeants. Nach dem Ende von Killzone 2 befinden sie sich zusammen mit den verbliebenen Truppen der ISA auf dem Planeten Helghan, umgeben von einer schier unendlich grossen Armee der Helghast. Nun entbrennen eine verzweifelte Flucht und der schlimmste Krieg ihres Lebens.

Was Guerilla Games mit Killzone 3 auf die Beine gestellt haben, ist schon fast ein Ego-Shooter-Meisterwerk. Hier passt einfach alles: Die Atmosphäre ist enorm dicht, die Feuergefechte fühlen sich brachial und gut an, die Technik ist vom Feinsten, und trotz der Schlauchlevels wird richtig viel Abwechslung geboten. Nimmt man dann noch einen ausgereiften Mehrspielermodus dazu, hat man alles, was man für einen wirklich exzellenten Ego-Shooter braucht.

Story

Schau mir in die Augen Kleiner
Schau mir in die Augen Kleiner © Entwickler / Publisher

Das Ende von Killzone 2 ist der Anfang von Killzone 3. Rico hat Scolar Visari, den Anführer der Helghast, erschossen und damit einen grossen Fehler gemacht. Die Helghast wollen Rache und setzen nun alles daran, sämtliche Truppen der ISA auszulöschen. Um diese zu schützen, wird eine sofortige Evakuierung angeordnet. Doch der Plan geht schief, und Sev, Rico und die restlichen Einheiten leben schon bald versteckt im Untergrund, auf der ständigen Flucht vor den übermächtigen Truppen der Helghast. Die einzige verbleibende Option ist der schonungslose Angriff auf die Helghast. Alles in allem ist die Story-Line sehr passend, da sie nicht gross von der ursprünglichen Idee abschweift und die Serie gekonnt weiterführt.

Gameplay

Die niederländischen Entwickler Guerilla Games wollten mit Killzone 3 nichts anderes als den perfekten Ego-Shooter kreieren. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen, denn das Spiel gehört zum Besten, was der geneigte Action-Liebhaber so zu lieben gelernt hat. Ein Kritikpunkt von Killzone 2 (der aber Geschmackssache ist) war die träge Steuerung der Hauptfigur. Egal ob beim In-Deckung-Gehen, beim Sprinten oder beim Zielen: Alle Aktionen waren mit einer gewissen Verzögerung verbunden. Beim dritten Teil der Serie wurde dieses Konzept komplett über den Haufen geworfen, die Steuerung ist schnell und präzise. So kann man neuerdings in Deckung rutschen, was das Spielgefühl deutlich schneller macht.

Mit schwerem Geschütz gegen die Helghast
Mit schwerem Geschütz gegen die Helghast © Entwickler / Publisher

Ein besonderes Lob verdient der Umstand, dass Guerilla Games wohl das bestmögliche aus den veralteten Schlauchlevels herausholt. Denn bei Killzone 3 wird Abwechslung grossgeschrieben, es beinhaltet wohl alle Elemente, die das Ego-Shooter-Herz begehrt. Die Feuergefechte kommen heftig rüber und sind packend gestaltet. Die feindlichen Helghast verhalten sich schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ziemlich intelligent und flankieren, stürmen oder kreisen den Spieler ein. Doch nicht nur klassische Baller-Passagen sind zu finden. So ist man auch mal in einem Dschungel unterwegs und muss Gegner schleichend ausschalten oder darf auch mal beim Scharfschützengewehr Hand anlegen.

Ihren Teil zu den tollen Kämpfen tragen auch die unterschiedlichen Waffen bei: Sturmgewehre, Maschinenpistolen oder Scharfschützengewehre. Richtig spannend ist zum Beispiel aber der Prototyp der Bogenkanone, eine experimentelle Waffe, die Feinde im Nichts auflösen kann. Es geht jedoch nicht nur zu Fuss in den Kampf, regelmässig stehen explosive Passagen in unterschiedlichen Fahrzeugen auf dem Plan. So übernimmt man die Kontrolle über einen Exo (einen Kampfmech der ISA), der eine gewaltige Verwüstung anrichten kann. Schwer bewaffnet stampft man mit dem laufenden Panzer durch die Ruinen der Stadt Pyrrhus und zerlegt etliche Helghast-Soldaten und -Fahrzeuge. Nebenbei hat man auch mal die Kontrolle über ein Jetpack, das mit einem dicken Geschütz ausgerüstet ist - sehr spassig. In Rail-Shooter-Abschnitten ballert man dann vom Panzer oder Flugzeug aus mit einer dicken Wumme auf unzählige sich nähernde Gegner.

David gegen Goliath
David gegen Goliath © Entwickler / Publisher

Diese Abschnitte sind super gelungen, denn es wird sehr viel Action geboten. Ein wichtiger Faktor für die sowieso schon grosse Abwechslung sind die verschiedenen Umgebungen. Ist man zu Beginn noch in den Ruinen von Pyrrhus unterwegs, treibt es einen bald durch einen farbenfrohen Dschungel, eine verschneite Fabrik im ewigen Eis von Helghan bis hinauf in eine Raumstation im Weltall.

Multiplayer

Wer sich nicht gerne alleine in die Kampagne stürzt, darf sich bei Killzone 3 über einen kooperativen Spielmodus freuen. Leider ist dieser aber nur im Splitscreenmodus verfügbar, immerhin gibt es aber einen. Richtig spannend wird es jedoch sowieso erst im Online-Mehrspielermodus, wo man gegen andere Spieler antreten kann. Wie die üblichen Onlineshooter baut auch dieser auf eine Onlinekarriere, wo man mit dem Levelaufstieg Punkte verdient, um sich neue und bessere Ausrüstung zu leisten. Die Waffen und Fähigkeiten sind dabei auf unterschiedliche Klassen beschränkt, die alle ihren eigenen Spielstil erfordern. Die Spielmodi sind erfrischend, die Klassen gut ausbalanciert, und genügend Maps stehen auch zur Verfügung.

Technik

Über den Wolken...
Über den Wolken... © Entwickler / Publisher

Das neuste Killzone ist ein audiovisuelles Spektakel der Sonderklasse. Die Grafik ist beeindruckend und vermittelt ein packendes Mittendringefühl. Ob man nun in den dunklen, zerbombten Ruinen der ehemaligen Grossstadt unterwegs ist oder mit dem Jetpack über dahintreibende Eisschollen fliegt, es sieht immer herrlich aus. Die Charaktermodelle sehen brillant aus, und die Bewegungen von Freund und Feind wirken unglaublich realistisch. Die schon fast epische Musikuntermalung tut ihr übrigens bei der Vermittlung eines fantastischen Spielgefühls. Die deutsche Synchronisation ist sicher nicht schlecht. Viel zu oft ist sie aber ganz und gar nicht lippensynchron. Glücklicherweise befindet sich die deutlich bessere englische Sprachausgabe ebenfalls mit auf der Disc.

/ flt