inFamous 2 (2011)

inFamous 2 (2011)

PS3-Review: Totaler Kurzschluss?

So romantisch!
So romantisch!

Vor zwei Jahren bescherte uns Sucker Punch mit inFamous eine kleine Überraschung. Ein Sandbox-Spiel mit Superhelden? Tönt doch super! Geworden ist es ein gutes Spiel mit vielen Stärken, aber auch ein paar Schwächen, wie wir im Review feststellen mussten. Mittlerweile finden wir inFamous 2 in den Läden, und die Macher der Sly-Trilogie versprechen ein runderes Erlebnis. Können sie liefern oder hat Cole McGrath mal wieder einen Kurzschluss?

Die Prophezeiung Kesslers hat sich verwirklicht: Eine Bestie ungeheurer Grösse ist in Empire City angekommen. Cole stellt sich dem Kampf, doch er ist hoffnungslos unterlegen. Nur knapp schafft er es, zu entkommen und flieht mit Zeke und der NSA-Agentin Lucy Kuo nach New Marais. Dort verspricht sich Cole, neue und mächtigere Kräfte zu bekommen. Doch die Bestie nähert sich unaufhaltsam der Stadt...

inFamous 2 ist die logische Folge von inFamous. Viele der spielerischen Schwächen wurden ausgebügelt. Allen voran das eintönige Missionsdesign vom ersten Teil wurde verbessert und abwechslungsreicher gestaltet. Auch die Technik macht eine ganzen Schritt nach vorne und sorgt dafür, dass das Spiel sehr gut aussieht.

Schade, dass Sucker Punch nicht ein wenig mehr Zeit hatte, auch andere Dinge zu verbessern. So wurde die Knopfbelegung etwas suboptimal gelöst, weshalb öfters auf das Menü zurückgegriffen werden muss. Ebenfalls müssten sich die Entwickler überlegen, für die In-Game-Zwischensequenzen Nachhilfe bei Uncharted-Macher Naughty Dog zu nehmen. Ansonsten ist mit inFamous 2 ein runderes Spielerlebnis gelungen, das die Fans vom ersten Teil lieben werden.

Story

Und tschüss!
Und tschüss!

Über die Geschichte sollte man sich keine allzu grossen Gedanken machen. Es handelt sich um eine typische Superhelden-Story, worin Cole einen scheinbar übermächtigen Antagonisten besiegen muss. Viel wichtiger ist da die Präsentation, doch die ist alles andere ideal. Vieles wird immer noch in Comic-Zwischensequenzen erzählt, und die sind nach wie vor absolut sehenswürdig. Innerhalb der Kapitel jedoch wird die Geschichte mittels In-Game-Videos vorangetrieben. Es erstaunt, wie schwach die Präsentation hier gelungen ist. Die Sprecher wirken sowohl auf Englisch wie auf Deutsch sehr unmotiviert. Zu allem Überfluss hat man Coles Stimme ausgetauscht, und die neue macht ihn nicht wirklich sympathisch. Zeke, der den üblichen, quirligen Sidekick darstellen soll, versagt auf der ganzen Linie. Überhaupt, nach den Geschehnissen im ersten Teil ist es ein Rätsel, warum er in inFamous 2 auftaucht.

Gameplay

Viele Kräfte in ihrer Basisform besitzt Cole bereits zu Beginn. So fühlt ihr euch als Superheld sehr schnell wieder wohl und könnt gleich die Sau herauslassen, wenn ihr dies wünscht. Die Steuerung wurde leicht verändert: Cole läuft ein wenig schneller und ist noch "klebriger" geworden. Dies bedeutet, dass ihr in einem Nahkampf höllisch aufpassen müsst, nicht irgendwo hängenzubleiben.

Tolle Lightshow!
Tolle Lightshow!

Die Missionen bestehen zum einem grossen Teil aus dem Typ "Geh' von A nach B und bringe dort alle um". Trotzdem gibt es mehr Abwechslung als noch im ersten inFamous, und die coolen neuen Fähigkeiten sorgen für ordentlich Motivation. Woran sich nicht viel geändert hat, ist die K.I. Der Schwierigkeitsgrad wird nicht gerade die Bewegungen der Gegner, sondern vielmehr ihre Anzahl bestimmt. Ganz in Call of Duty-Manier schickt euch Sucker Punch in den Kampf gegen 20 oder mehr Milizsoldaten, die gleich alle zusammen auf euch schiessen.

Die Nebenmissionen sind zwar keine Offenbarung, aber auch alles andere als langweilig. Generell wird angeraten, viele Nebenjobs zu erledigen, damit ihr möglichst viele Erfahrungspunkte bekommt. Diese dürft ihr schliesslich für die Upgrades der Kräfte einsetzen - vorausgesetzt, ihr habt sie mittels Herausforderungen freigeschaltet!

Technik

Hiiiii yaaa!
Hiiiii yaaa!

Die grafische Steigerung im Vergleich zum Vorgänger sieht man inFamous 2 sofort an. Nicht nur ist die Technik solider als auch schon. Das Design ist ebenfalls deutlich abwechslungsreicher. Man hat hier nicht dauernd das Gefühl, im immer gleichen Stadtteil zu sein.

Trotz der lahmen Sprecher kann inFamous 2 mit einem ordentlichen Soundtrack trumpfen. Die Soundeffekte von Coles Kräften hören sich toll an und verpassen dem Superhelden-Flair den nötigen Punch.

/ ale

Kommentare Total: 2

th

hat mir sehr gut gefallen. den ersten teil kannte ich zwar nicht, aber das spielte keine allzu grosse rolle. die grafik ist hervorragend, die (neben)missionen abwechslungsreich genug und action gibts reichlich - was will man mehr? einzig dass mit den wachsenden kräften gegen schluss die gegner eigentlich praktisch keine chance mehr haben und das spiel selbst gegen die endgegner einiges einfacher wird, überrascht dann doch etwas...

der wohl unvermeidliche dritte teil kann kommen! 😊

ale

PS3-Review: Totaler Kurzschluss?

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Teaser: E3 2010 Englisch, 01:42