Homefront (2011)

Homefront (2011)

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Xbox 360-Review: Call of Duty-Killer?

Da kommt was Heisses von oben!
Da kommt was Heisses von oben! © Entwickler / Publisher

Irgendwann musste es ja so kommen: Nord- und Südkorea haben sich wiedervereint. Was eigentlich eine gute Nachricht sein müsste, verwandelt sich jedoch für die Vereinigten Staaten in einen Albtraum: Das Korea des Jahres 2027 marschiert in die USA ein. Geschwächt durch einen tödlichen Virus ist die einstige Grossmacht gegen die Invasion praktisch machtlos. Die asiatischen Feinde versklaven die amerikanische Bevölkerung oder richtet sie gnadenlos hin.

Aufgrund eigener Probleme können weder Europa noch Russland dem gebeutelten Amerika zu Hilfe eilen. Also muss der Widerstand aus dem Inneren kommen. Eine dieser Gruppen ist auch dafür verantwortlich, dass ihr aus der Gefangenschaft befreit werdet, wodurch ihr euch der Bürgerwehr anschliesst. Doch welche Hoffnung bleibt einer kleinen Widerstandsgruppe gegen die feindliche Übermacht?

Schade, schade... Aus Homefront hätte so viel mehr werden können - nein - müssen! Der gute Multiplayer reicht halt nicht aus, um eine viel zu kurze und bestenfalls durchschnittliche Kampagne zu rechtfertigen. Wenn dann auch noch die Technik schlampt, verfällt der Shooter in ein Mittelmass, und wird vielleicht erst zum Budgetpreis wieder interessant.

Gebrauchtkäufer aufgepasst: [publisher]THQ[/publisher] hat sich der lustigen Idee aus dem Hause [publisher]EA[/publisher] angeschlossen und verlangt 13 Franken, wenn ihr euch in Multiplayergefechte stürzen wollt. Der Code liegt Neukäufern selbstverständlich bei.

Story

Die Koreaner kommen!
Die Koreaner kommen! © Entwickler / Publisher

Tödlicher Virus? Koreanische Computerchips für amerikanische Regierungssysteme? Europa ist grad blöderweise verhindert? Ja, die Geschichte von Homefront wirkt ein wenig an den Haaren herbei gezogen. Umso enttäuschender ist dies, als der Co-Autor von Apocalypse Now, John Milius, hier federführend war. Die Idee eines (endlich) storylastigen Shooters hat somit auch hier nicht gefruchtet. In der hanebüchenen Handlung gibt es neben vielen Lücken auch keine interessanten Figuren. Die blasse Charakterzeichnung hat kaum mehr als Zutaten aus der Stereotypenkiste parat. Da hilft es auch nicht, dass das Leiden der Zivilbevölkerung gut herübergebracht wird.

Gameplay

[publisher]THQ[/publisher]s Homefront präsentiert sich als Frontalangriff auf Call of Duty und Co. Da dürft ihr auch keine grossartigen Innovationen in der Spielbarkeit erwarten. Diese ist glücklicherweise sehr solide: Die Shootermechanik sitzt und auch eure Feinde sind keine einfache Schiessbudenenten: Flankieren und aus der Deckung schiessen gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie kopfloses Auf-euch-zu-Stürmen. Vielmehr als epische Schlachten bietet Homefront Szenen aus einem Guerilla-Krieg. Das Leveldesign wurde entsprechend gestaltet und wirkt dank dem Einbezug von Hinterhöfen oder Spielplätzen sehr authentisch. Skriptsequenzen gibt es ähnlich wie bei der Konkurrenz mehr als genug, doch stechen diese nicht aus dem Mittelmass hervor. Wirklich Erinnerungswürdige Momente gibt es in der fünf Stunden kurzen Kampagne selten.

Multiplayer

Krieg in den Hinterhöfen
Krieg in den Hinterhöfen © Entwickler / Publisher

Der bestenfalls durchschnittliche Singleplayer wird von einem ordentlichen Mehrspielerteil ergänzt. Hier haben die Kaos Studios ganze Arbeit geleistet und bieten Spass für 32 Spieler. Vier Modi sehen zunächst nach etwas gar wenig aus, allerdings wurden sie derart motivierend gestaltet, dass sie es mit dem Kaliber eines Call of Duty aufnehmen können. Während der Matches bekommt ihr Geld, das ihr noch im Spielverlauf ausgeben könnt. So beginnt ihr oft einen Kampf als einfache Bodensoldaten, könnt aber bald durch Zukauf von Waffen, Panzern und sonstige Hilfsmittel grössere Geschütze auffahren. Dadurch werden die Kämpfe schön dynamisch.

Technik

Was auf dem PC noch als passable Technik durchgeht, wirkt auf den Konsolen veraltet. Hier kämpft das Spiel mit den üblichen Verdächtigen aus Pop-ups, Kantenflimmern und verwaschenen Texturen. Dass dies deutlich besser geht, hat bereits Killzone 3 unter Beweis gestellt. Für einen Shooter ist die grafische Brillanz nicht unwichtig und Homefront ist in dieser Hinsicht ein wenig enttäuschend. Wenigstens ist das Leveldesign ziemlich abwechslungsreich und mit einigen Details geschmückt.

Wer füttert jetzt das Vieh?
Wer füttert jetzt das Vieh? © Entwickler / Publisher

Die Soundkulisse bietet orchestrale Klänge gepaart mit wuchtigen Explosionen und knackigen Schusseffekten. Dies haut euch zwar nicht gerade aus den Socken, das Spiel leistet sich hier aber keine Blösse. Wohl aber bei der Lokalisierung. Wer über die fraglichen Übersetzungskünste und den teilweise unpassenden Stimmen nicht den Kopf schütteln möchte, stellt die Konsole lieber gleich auf Englisch ein.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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