Halo: Combat Evolved - Anniversary Edition (2011)

Halo: Combat Evolved - Anniversary Edition (2011)

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Xbox 360-Review: Zurück in die Vergangenheit

Rot gegen Blau
Rot gegen Blau © Entwickler / Publisher

Auch wenn bei uns das Jubiläum noch nicht ganz erreicht ist, feiert Halo zumindest in den USA dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Obwohl es schon vor Halo: Combat Evolved Ego-Shooter für Konsolen gab, waren sie dennoch nicht so gut spielbar wie PC-Pendants. Doch dann kam Halo und hat alles geändert.

Eine interessante Geschichte rund um einen brutalen Krieg zwischen der Menschheit und einem mysteriösen Alien-Konglomerat, eine gute Steuerung, obwohl man einen Controller in der Hand hat, und einige Features, die heutzutage zum Ego-Shooter-Standard zählen, machten das Spiel zu einem der besten Argumente, sich eine Xbox zu kaufen. Um das Jubiläum zu feiern, veröffentlicht [publisher]Microsoft[/publisher] mit der Anniversary Edition ein Remake. Kann der Master Chief heute immer noch überzeugen, oder hätte man das Original lieber in Ruhe gelassen?

Die Halo: Combat Evolved - Anniversary Edition ist für seinen günstigen Preis wohl eines der besten Remakes auf dem Markt. Das Gameplay des Originals blieb unangetastet und die Technik wurde gut verbessert. Einziger wirklicher Wehrmutstropfen sind die wenigen Mehrspielerkarten.

Story

Heute bietet die Halo-Serie eine unglaublich tiefe Geschichte, die nicht nur in Spielen, sondern auch in Comics und Büchern vertieft wird. Diesem reichhaltigen Universum liegt ein einfaches Grundgerüst zugrunde, welches mit Combat Evolved etabliert wurde. Die Menschheit trifft bei ihren Streifzügen durch das Universum auf eine kriegerische Gemeinschaft von Alienrassen. Auf der Flucht verirrt sich ein menschliches Schiff und findet einen der titelgebenden Halo-Ringe. Das schwer beschädigte Schiff muss auf der Ringwelt notlanden, um dort die Schlacht gegen die Allianz auf dem Boden weiterzuführen. Glücklicherweise befand sich an Bord des Schiffes der Master Chief, einer der letzten so genannten Spartaner. Diese sind menschliche Supersoldaten und die Trumpfkarte der Menschen.

Sturm auf den Ring
Sturm auf den Ring © Entwickler / Publisher

Aus der heutigen Sicht mag die Geschichte rund um einen Supersoldaten und böse Aliens wenig ausgefallen wirken. Dennoch muss man dem Spiel zu Gute halten, dass es etwas in Gang gesetzt hat. Vielfältige Aliens und ein glaubhaftes Universum werden interessant dargestellt. In Sachen Geschichte gibt es auch eine Neuerung zu vermelden: Im Storymodus kann man Terminals finden, die Zwischensequenzen auslösen, welche die Hintergrundstory von Halo weiter beleuchtet.

Gameplay

Glücklicherweise haben die Entwickler bei 343 Industries das Gameplay in diesem Remake unangetastet gelassen. Noch immer hat man einen wiederaufladbaren Schild, genauso wie eine Gesundheitsanzeige, die sich nur durch Items auffüllen lässt. Auch die Waffen haben keinen Rückstoss, und die Pistole ist genauso mächtig wie damals. Und das ist auch gut so. Halo hat damals kaum etwas Neues in das Genre gebracht, aber viele Standards gesetzt. Wiederaufladbare Gesundheit und nur zwei tragbare Waffen sind heute ganz normal, doch Halo hat es populär gemacht. Aus heutiger Sicht wirkt das Spielprinzip leicht veraltet. Mit dem Sturmgewehr kann man ein ganzes Magazin verschiessen, ohne Präzision einzubüssen. Das ändert jedoch nichts daran, dass es sich immer noch gut spielt.

Halo in ungewohntem Glanz
Halo in ungewohntem Glanz © Entwickler / Publisher

Ob man mit einem Scharfschützengewehr Aliens erledigt, mit einem Raketenwerfer Fahrzeuge zerlegt oder selbst in einem Panzer sitzt - das explosive Gameplay kann unterhalten. Ein kleiner Mangel sind Missionen, die zu lang sind, wodurch spätere Kapitel der Geschichte zur Arbeit verkommen.

Der Einbau von Kinect trägt wenig zum Spiel bei. Es ist nett, beispielsweise Granaten per Sprachsteuerung zu werfen. Das klappt auch gut. Doch in der gleichen Zeit, in der man den Befehl ruft, hat man per Controller schon drei Granaten geworfen. Die Bibliothek, eine Art Datenbank, ist ebenfalls nett, aber kein Grund, sich extra dafür Kinect zuzulegen.

Multiplayer

Wie schon im Original kann man die Kampagne zu zweit durchspielen. Diesmal aber sowohl off- als auch online. Einen eigenen kompetitiven Mehrspielermodus gibt es nicht. Stattdessen gibt es sechs neue Mehrspielerkarten, die in Halo: Reach gespielt werden. Passend dazu gibt es auch noch klassische Spiellisten, damit man mit dem Originalregelwerk in den Kampf ziehen kann. Zudem gibt es noch eine neue Karte für den Feuergefechts-Modus. Insgesamt sechs Remakes von alten Karten sind mager, hatte das Original doch mehr als zehn. Ansonsten ist das Spielprinzip ja aus Reach schon altbekannt und bedarf keiner weiteren Erklärung.

Wie in den guten, alten Zeiten
Wie in den guten, alten Zeiten © Entwickler / Publisher

Technik

Grafisch wurde das Original massiv aufpoliert. Egal ob Gesichter, Waffen, Gegner oder Umgebung, alles erstrahlt in ungewohntem Glanz und entspricht fast der Pracht des letzten Ablegers. Tolle Effekte und ein flüssiger Spielablauf sind garantiert. Ab und zu macht sich jedoch leichtes Tearing im Hintergrund bemerkbar. Nett ist die Möglichkeit, das Spiel mit einem einzigen Knopfdruck jederzeit auf die Originalgrafik zurückzuschrauben. Auch diese Optik wurde leicht verbessert und sieht deutlich runder aus. Der Soundtrack wurde auch neu eingespielt und klingt besser als jemals zuvor.

/ flt

Kommentare Total: 2

Markus

Ach, das waren noch Zeiten als wir von der XBOX gehockt sind und zu viert die Hang'em High-Map rauf und runter gezockt haben.

Der Singleplayer-Modus ist einer der besten, den ich bei einem Spiel je gesehen habe. Ganz grosses Kino. Ich habe in den 25 Jahren, die ich bisher zocken (Gott, bin ich alt 😕) noch nie ein Game so lange gezockt...Und wenn Halo alte Klassiker wie "Xenon 2 - Megablast", "Lemmings", "Eye of the Beholder" oder "Black Crypt" schlägt, dann heisst das was...😄

Die Überarbeitung ist klasse und macht Lust auf mehr! Ich werde mit dieser Version wieder viel Spass haben.

flt

Xbox 360-Review: Zurück in die Vergangenheit

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