Driver: San Francisco (2011)

Driver: San Francisco (2011)

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PS3-Review: Motorensound und Sirenengeheul in San Francisco

Endlich wieder hinter dem Lenkrad: John Tanner
Endlich wieder hinter dem Lenkrad: John Tanner © Entwickler / Publisher

In der Rolle von John Tanner beginnt das Abenteuer auf den Strassen von San Francisco. Sein Erzfeind, der Gangsteroberboss Jericho, entkommt aus dem Gefängnis, was den Spieler gleich mitten ins Geschehen katapultiert. In einer Art Tutorial begibt man sich auf Verfolgungsjagd und macht erste Erfahrungen mit der reichlich genutzten Drift-Funktion bzw. den grundsätzlichen Steuerungsmöglichkeiten. Bis zu diesem Zeitpunkt klingt alles eigentlich nach der typischen Räuber-und-Polizei-Geschichte. Bei der Jagd nach Jericho kommt es aber zu einem brutalen Unfall, bei dem ein LKW in den Wagen Tanners fährt woraufhin dieser direkt ins Koma befördert wird. Tanner wird sofort ins Krankenhaus geschafft, und allem Anschein nach wird er diesen Unfall nicht überleben.

Der Singleplayer-Modus von Driver: San Francisco fährt endlich wieder in die richtige Richtung. Seit Teil 3 ist die Driver-Franchise zu einem GTA-Mutanten geworden und konnte nie wirklich damit überzeugen. Auch wenn das Spiel alles in allem etwas einfach gestaltet wurde, so merkt man direkt, dass es hauptsächlich um den Spassfaktor geht. Weniger gelungen ist den Entwicklern der Multiplayer, und auch die Grafik muss hier und da leider Abstriche machen.

Story

Nicht nur mit dem Dodge Challenger geht es in San Francisco auf Verbrecherjagd.
Nicht nur mit dem Dodge Challenger geht es in San Francisco auf Verbrecherjagd. © Entwickler / Publisher

In Tat und Wahrheit fühlt sich Tanner lebendiger als je zuvor, denn während sein Körper im Krankenhaus auf der Intensivstation liegt, ist sein Geist in der Lage, sich frei durch die gesamte Stadt San Francisco zu bewegen. Es können nur Autos gesteuert werden, und will man ein Fahrzeug verlassen, so läuft man nicht im GTA-Style durch die Gegend, sondern transferiert sich einfach mit der sogenannten Shift-Funktion in den nächsten Körper hinter dem Steuer eines noch schickeren Autos. Die völlig neuartige Story ist sehr eigen, dient in ihrem Kern aber nur dazu, die Spielmechanik zu rechtfertigen.

Gameplay

Lizenzierte Fahrzeuge soweit das Auge reicht.
Lizenzierte Fahrzeuge soweit das Auge reicht. © Entwickler / Publisher

Es gilt, in sieben Kapiteln zu je sechs Pflichtmissionen, und anschliessend ein paar weiteren einzelnen Missionen in Form von Kapitel 8 und dem Epilog, auf die Suche nach Hinweisen zu gehen, die zu Jericho führen. Für Langzeitspieler bietet der Story-Modus genügend Material, auch wenn man die Hauptmissionen in gezielter Reihenfolge in etwa zehn Stunden beenden könnte. Doch die sogenannten Mutproben lassen den Spieler abstrakte Dinge anstellen, wie beispielsweise mit 320 km/h eine halbe Minute im Gegenverkehr zu fahren oder über ein Auto zu springen. Die Aufgaben sind enorm vielschichtig gestaltet. Manche sind sehr simpel, einige hingegen ziemlich herausfordernd. Es gibt aber auch leichte Aktivitäten, auf die man zurückgreifen kann, wenn mal das nötige Kleingeld fehlt. Das können offene Rennen sein oder aber auch Verfolgungsjagden, bei denen man entweder Räuber oder Cop sein darf.

San Francisco ist mit Sicherheit eine der besten Städte, die sich das Entwickler-Team Reflections aussuchen konnte. Der kleine, aber feine Unterschied zu anderen Open-World-Rennspielen ist die realistische Umgebung. Natürlich wurde die Stadt San Francisco nicht 1:1 nachgebaut, doch markante Gebäude stehen tatsächlich da, wo sie auch in der echten Stadt stehen. Auch die Strassenführung (Sprungmöglichkeiten, so weit das Auge reicht) ist sehr ähnlich. Wenn man durch die Strassen der Stadt fährt, so kommt nicht nur dank dem sehr passenden Soundtrack aus dem Radio eine vertraute Atmosphäre auf, sondern auch wegen der lizenzierten Fahrzeuge. Von Chevrolet über Ford bis Lamborghini und VW sind viele Marken vertreten und etwa 300 Fahrzeuge integriert.

Multiplayer

Cop oder Räuber? - Der Spieler hat die Qual der Wahl.
Cop oder Räuber? - Der Spieler hat die Qual der Wahl. © Entwickler / Publisher

Im Multiplayer mussten sich die Entwickler des Reflections-Teams etwas einfallen lassen, um das Gameplay einigermassen interessant zu gestalten. Also wurde zunächst ein Level-up-System bis Rang 40 implementiert, in dem man ständig neue Sachen freischalten kann. Dazu zählen Spielmodi, Autos, Fähigkeiten und Waffen. Es ist etwas schade, dass man fast alle Modi erst freischalten muss und dazu gezwungen wird, die ersten beiden Modi zu spielen, auch wenn in den unteren Levels der Levelanstieg ziemlich flott geschieht. Selbst für das Beenden von Tutorials gibt es Unmengen an Erfahrungspunkten, genauso wie für das Absolvieren der obligatorischen Qualifikation. Die Aufgaben lauten hier: Fahre mit Tempo, um Punkte zu sammeln; Zerstöre so viele Objekte wie möglich; Drifte so weit wie möglich; Überhole so viele Autos wie möglich.

Technik

Jetzt aber raus hier! - In Multiplayer Rennen geht es heiss zu und her!
Jetzt aber raus hier! - In Multiplayer Rennen geht es heiss zu und her! © Entwickler / Publisher

Auf technischer Ebene müssen die Entwickler an dieser Stelle mal gelobt werden. Mit viel Liebe zum Detail, angefangen bei rauchenden Reifen, über die vergleichsweise überzeugende Schadensphysik bis hin zu im Wind wirbelnden Zeitungsblättern, bietet San Francisco einen Augenschmaus für Freunde von Verfolgungsjagden und Kopf-an-Kopf-Rennen. Trotz der hohen Geschwindigkeiten saust die Spielwelt ruckelfrei vorüber, und Boliden erscheinen ohne zu verschwimmen im Rückspiegel. Ebenfalls positiv überrascht die angenehm grosse Sichtweite, Motoren- und Bremsgeräusche wirken authentisch, und der rockige Soundtrack passt perfekt zum Arcade-Setting. Wirklich schade ist aber, dass die Häuserfassaden ziemlich fade aussehen. Die Schattierungen der Fahrzeuge können ebenfalls nicht komplett überzeugen.

/ lul