DC Universe Online (2011)

DC Universe Online (2011) PS3-Review

Lach du nur...

Lach du nur...

Wirklich gute Spiele über Superhelden sind rar gesät. Oft genug werden diese charismatischen Charaktere zu reinen Prüglern verdammt, meistens jedoch bekommen Lizenzversoftungen nicht mal dies ordentlich hin. Eine löbliche Ausnahme stellt das von Rocksteady entwickelte Batman: Arkham Asylum dar, das neben der feinen technischen Komponente auch spielerisch überzeugen konnte. Mit DC Universe Online (DCUO) betritt das Superheldengenre Neuland. Die Ausrichtung des Spiels auf einen massiven Multiplayermodus wirkt zu Beginn etwas ungewöhnlich. Tatsächlich paaren sich hier klassische Rollenspielelemente eines MMORPG (Massively Multiplayer Online Role Playing Game; auch: MMO) mit jenen eines Actionspiels. Von klassischen MMOs hat sich [publisher]Sony[/publisher] auch die monatliche Grundgebühr abgeguckt. Ob dadurch nicht die Motivation der Spieler flöten geht?

Der Kampf der Helden gegen die Schurken spitzt sich zu. In den Ruinen einer fast vollständig zerstörten Stadt findet der Endkampf zwischen Superman und Lex Luthor statt. Als Lex seinem Erzfeind das Leben nimmt, glaubt er, der endgültige Sieger zu sein. Doch in der Hitze des Gefechts haben sowohl Schurken wie auch Superhelden übersehen, dass eine weitaus schlimmere Gefahr die Erde zu vernichten droht: Der ausserirdische Brainiac, erstarkt dank seinen energieraubenden Exobytes, übernimmt die Herrschaft über die Erde. In seinem letzten Versuch, den Planeten zu retten, reist Lex Luthor in die Vergangenheit zurück, um mit Hilfe von Brainiacs Exobytes normalen Menschen Superkräfte zu verleihen. Ob dies gegen die ausserirdische Gefahr ausreicht?


Rating: Sony Playstation 3

Story

Netter Strampelanzug!

Netter Strampelanzug!

Die Story beinhaltet zwar kein klassisches Gut-gegen-Böse-Schema, lässt sich aber dennoch als typisch für Superheldengeschichten bezeichnen. Jedoch wird vor allem zu Beginn der Eindruck erweckt, dass die Erzählung lediglich als Aufhänger für die Charaktererstellung genutzt wird. Eine Gut-und-Böse-gegen-noch-Böser-Handlung wirkt nicht sonderlich inspiriert. Obschon ein wichtiger Punkt, ist die Story bei einem MMO nicht alles. Die Motivation zieht der Spieler hauptsächlich aus den Gameplayelementen.

Gameplay

DCUO ist nicht das erste MMO mit Superheldenflair. Zuvor hob sich bereits City of Heroes vom Fantasy-Einheitsbrei im Genre ab. Trotzdem ist die Verbindung von Superhelden und MMO etwas, das wohl die wenigsten Konsolenspieler kennen. Um so schlimmer ist es somit, dass kein Tutorial zumindest das Inventarhandling erklärt. Wenigstens ist die Einleitung gut geeignet, um die grundlegende Steuerung zu erlernen.

Süsse Mädchen in einer wüsten Welt.

Süsse Mädchen in einer wüsten Welt.

Die Charaktererstellung ist nicht so umfangreich wie etwa die eines Fallout 3. Nebst den Farben und der Ausrüstung eures Helden (oder Schurken) könnt ihr die Grundvoraussetzungen für euren Charakter definieren. Dieser Punkt ist äusserst wichtig, da er eure Spielart bestimmt. Wollt ihr fliegen oder akrobatisch hin und her springen? Wollt ihr die Kräfte des Feuers oder des Eises besitzen? Diese werdet ihr im weiteren Verlauf des Spiels dank gewonnenen Erfahrungspunkten ausbauen können. Zudem wählt ihr hier euren Mentor aus den bekannten Helden oder Schurken. Dieser steht euch fortan zur Seite und versorgt euch mit Quests.

Das Kampfsystem in DCUO ist combobasiert und rückt in diesem Sinne näher einem Actionspiel als einem klassischen MMO. Leider hat diese Steuerung ihre Vor- und Nachteile. Im "Player vs. Enviroment"-Modus, wo ihr hauptsächlich gegen die K.I. kämpft, funktioniert sie ziemlich gut. Im "Player vs. Player"-Modus kann es jedoch zu einem unkontrollierten Button-Mashing ausarten, was dem Spiel seine (geringe) taktische Komponente nimmt.

Multiplayer

Die sieht aber krank aus!

Die sieht aber krank aus!

Trotz der erwähnten Steuerungsdefizite im "Player vs. Player"-Modus kann dieser Teil des Spiels ziemlich lustig werden. Neben den üblichen Modi und Arena-Kämpfen sticht vor allem die Spielform "Legends-PVP" ins Auge. Hier übernehmt ihr die Rolle eines bekannten Superhelden wie Batman oder Robin und tretet gegen Kontrahenten des gleichen Kalibers an. Die Schauplätze stellen hierbei berühmte Locations wie die Bathöhle oder Arkham Asylum dar.

Technik

Noch bevor ihr den ersten Menübildschrim seht, verlangt das Spiel von euch eine Aktualisierung. Danach geht das Warten weiter. Nachdem ihr den Promocode für die ersten 30 Tage eingegeben habt, lädt sich das Spiel weitere 25 Gigabyte an Daten auf die Festplatte, und ihr wartet gut und gerne geschlagene zwei Stunden. PC-Spieler sind sich solche Gängelungen gewohnt. Auf Konsole, wo man nach der Arbeit die Disc einlegen und losspielen möchte, sind solche Wartezeiten inakzeptabel.

Das Spiel an sich wurde - für ein MMO - ziemlich sauber codiert und beinhaltet wenig Bugs. Die Welt wurde in einem schönen Comic-Stil gestaltet und sieht mehr als ordentlich aus. Das grosse Highlight sind aber die (englischen) Stimmen. Hier wurden namhafte Sprecher engagiert, die den Figuren ihre Stimme leihen. Der Joker, zum Beispiel, ist kein geringerer als Mark Hamill.


Fazit

Es heisst, MMOs verbessern sich mit der Zeit. Hoffen wir, dass dies bei DCUO auch so ist. Manchen Quests würde etwas Balancing gut tun, und auch das Kampfsystem ist nicht über alle Zweifel erhaben. Wen die Abo-Gebühren nicht abschrecken, erhält aber ein relativ solides MMO mit Superheldenfaktor. Das ist vor allem auf der PS3, wo gute MMOs Mangelware sind, ein echtes Highlight.

26.01.2011 / ale


Community:

Bewertung: 2.8 (2 Bewertungen)

 

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Kommentare:

1 Kommentar

OutNow.CH:

Bewertung: 3.2

Spielspass:

Bewertung: 4.0

(50%)

Gameplay:

Bewertung: 2.0

(25%)

Technik:

Bewertung: 3.0

(25%)