The Cursed Crusade (2011)

The Cursed Crusade (2011)

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Xbox 360-Review: Verflucht sei dieser Kreuzzug

Wäre ich heute doch nur zu Hause geblieben
Wäre ich heute doch nur zu Hause geblieben © Entwickler / Publisher

Viele Epochen und Ereignisse aus der menschlichen Geschichte wurden inzwischen von Videospielentwicklern förmlich ausgeschlachtet. Man denke da nur einmal an den Zweiten Weltkrieg, welcher vor gar nicht allzu langer Zeit wohl in jedem Genre irgendwie verwurstet wurde. Eine Serie von Ereignissen, die im Gegensatz dazu bisher kaum Beachtung fand, sind die Kreuzzüge.

Mit The Cursed Crusade schicken die französischen Entwickler von Kylotonn Games ihren Kandidaten im hartumkämpften Herbstgeschäft ins Rennen. Als Geschichte dienen reale Geschehnisse, die mit fiktiven Elementen vermischt werden. Spielerisch erwartet einen ein kooperatives Hack'n'Slay-Erlebnis mit dem Fokus auf blutige Nahkämpfe. Die Mischung klingt gar nicht schlecht, fraglich ist jedoch, ob ein unbekanntes Spiel mit all den grossen Namen, die einem gerade um die Ohren gehauen werden, mithalten kann.

Der Herbst 2011 ist vollgepackt mit Spielen, die auf allen Ebenen überzeugen können. Doch die Franzosen von Kylotonn Games haben kein solches Spiel produziert. Viele gute Ideen wurden durch eine schludrige Umsetzung in den Sand gesetzt, und technisch wurde mittelmässige Arbeit geleistet. Obwohl das Abenteuer von Denz und Esteban nicht schlecht ist, gibt es massig Alternativen, die viel mehr überzeugen können. Schade.

Story

Der Franzose Denz de Bayle und der Spanier Esteban Noviembre teilen ein grausames Schicksal: Beide werden von einem schrecklichen Fluch heimgesucht. Dieser verleiht dem Träger zwar grosse Macht, gleichzeitig folgt ihnen der Tod persönlich auf dem Fuss. Denz hat nur eine Hoffnung, irgendwie aus der Sache rauszukommen: seinen Vater. Dieser ist jedoch verschollen, seit er sich aufgemacht hat, um im Kreuzzug nach Vergebung zu suchen. Denz und Esteban machen sich zusammen im Namen des Papstes auf, um selbst Erlösung zu finden.

Du stehst nicht mehr auf Kumpel
Du stehst nicht mehr auf Kumpel © Entwickler / Publisher

So spannend sich die Geschichte im Prinzip anhört, so öde ist sie im Grunde auch. Das liegt aber nicht an der Story selbst, sondern an der Erzählweise. Die Hintergrundgeschichte an sich basiert nämlich auf den realen Ereignissen. Der Kreuzzug wird von den Personen angeführt, die in Wirklichkeit dabei waren, das Spiel startet mit der Belagerung der Stadt Zara. Das Problem sind ellenlange Zwischensequenzen, die sich zäh hinziehen wie alter Kaugummi. Eigentlich wünscht man sich nur, dass man wieder zurück zur Action kommt.

Gameplay

Wenn man denn zum Spielen kommt, dann gibt sich The Cursed Crusade sehr einseitig. Man kämpft sich von einem abgesteckten Areal zum nächsten. In jedem dieser Areale kämpft man in der Regel gegen eine Handvoll Gegner, die mit unterschiedlichen Waffen ausgerüstet sind. Dabei greift man selbst auf eine Vielzahl an Nahkampfwaffen zurück, die in verschiedene Kategorien eingeteilt sind. Es gibt schwere Zweihand-Schwerter, Einhand-Waffen oder Langwaffen wie Speere. Und eigentlich ist das Kampfsystem gut gemacht. Jede Waffengattung verfügt über eine Vielzahl an Kombinationsangriffen. Zusätzlich kann man feindliche Angriffe blocken, kontern und ihnen ausweichen. Doch auch hier gibt es wieder Probleme. Jedes Gefecht kann gleich angegangen werden, was daran liegt, dass z.B. das Kontersystem viel zu simpel ist. Man hat eine halbe Ewigkeit Zeit, um den richtigen Knopf zu drücken, mit dem man einen Konterangriff zu startet, was die ganzen Kombos redundant macht. Ein wenig Würze in die Kämpfe bringt die Möglichkeit, den eingangs erwähnten Fluch zu nutzen. Aktiviert man diese Dämonenform, wird man selbst zu einem kaum besiegbaren Überbringer des Todes.

Genau in die Weichteile
Genau in die Weichteile © Entwickler / Publisher

Neben den Actionabschnitten bietet The Cursed Crusade leichte Rollenspielanleihen, denn nach jedem beendeten Spielabschnitt bekommt man die Möglichkeit, seine Statuswerte zu verbessern. Zudem lassen sich neue Kombinationen für die Waffen freischalten, was jedoch nicht wirklich interessant ist, da es sowieso sinnlos ist, sie sich zu merken.

Multiplayer

Die Herren Noviembre und de Bayle sind ein unzertrennliches Duo. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, das Spiel mit zwei Spielern durchzuspielen. Wie schon öfters gibt es auch hier massig Probleme. Online lassen sich wenig bis gar keine Mitspieler finden. Entscheidet man sich hingegen für den lokalen Mehrspielermodus, muss man sich auf nervende Kameraprobleme einstellen, die das Vergnügen schmälern. Dennoch machen die Kämpfe zusammen mit einer anderen Person deutlich mehr Spass als im Alleingang.

Technik

Im Dunkeln ist gut munkeln
Im Dunkeln ist gut munkeln © Entwickler / Publisher

So viel es bis hierhin zu bemängeln gab, die deutsche Sprachausgabe gehört definitiv nicht zu den Mängeln. Die aus Film und Fernsehen bekannten Sprecher verleihen den Figuren überraschend viel Tiefe. Im technischen Bereich ist der Rest jedoch absolutes Mittelmass. Der Soundtrack ist zum Vergessen, die Lippenbewegungen sind asynchron, die Grafik ist veraltet und leidet unter häufigem Tearing. Zudem gibt es einen richtig störenden Bug, der ständig sämtliche Lautstärkeregler zurücksetzt, wodurch man keinen Ton hat und jedes Mal umständlich alle Regler wieder aufdrehen muss.

/ flt

Kommentare Total: 2

Nibor94

Nach einem genialen Trailer ein grottnschlechtes Spiel. Grafik von vor 4 Jahren. Gameplay miserabel. Multiplayer ist sogar katastrophal, wir konnten gerade mal 10 Minuten spielen bis es verleidet war...

Tut mir Leid, dafür kann ich nur 0 Sterne geben, denn das Spiel wird im Regal verstauben...

[Editiert von Nibor94 am 2011-10-24 22:34:44]

flt

Xbox 360-Review: Verflucht sei dieser Kreuzzug

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Trailer: E3 Englisch, 01:14