Bulletstorm (2011)

Bulletstorm (2011)

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PS3-Review: Die Kunst des Tötens

Wo bin ich?
Wo bin ich? © Entwickler / Publisher

"Kill with Skill!" - so lautet das Motto des futuristischen Over-the-top-Shooters Bulletstorm. Vergesst für einen kurzen Augenblick Call of Duty, vergesst Homefront oder Killzone 3. Bulletstorm hat nicht viel mit diesen bierernsten Kriegssimulationen gemeinsam. Zwar könnt ihr euch auch hier durch die Gegnerhorden ballern, aber ihr würdet unheimlich viel vom Spiel verpassen. Neben dem Schiesseisen habt ihr nämlich eine Elektropeitsche und euren Stiefel als Waffe zur Verfügung. Wie ihr das einsetzt, ist euch überlassen. Seid ihr aber besonders kreative Tötungsmaschinen, belohnt euch das Spiel visuell wie auch spielerisch. Addiert ihr noch die überspitzten Einzeiler der Protagonisten hinzu, bekommt ihr etwas, was ihr euch nicht unbedingt unter einen handelsüblichen First-Person-Shooter vorstellen würdet...

Grayson Hunt und seine Kumpanen töten für Geld. Die Gruppe, die sich "Dead Echo" nennt, bringt jedoch nicht irgendwelche Leute um. Nur solche, die richtig Dreck am Stecken haben, müssen um ihr Leben fürchten. Als Grayson & Co. erfahren, dass ihr Boss, Sarrano, sie belogen hat und sie Unschuldige ins Gras beissen haben beissen lassen, läuft Hunt Amok. In einem beispielslosen Kamikaze-Akt übernimmt er das Steuer und greift Sarranos Raumschiff an. Beide Schiffe stürzen ab und müssen auf dem Planeten Stygia notlanden. Dort beginnt ein Rachefeldzug der etwas anderen Art.

Bulletstorm ist ein wahrer Arcade-Shooter der alten Schule, wo es lediglich darum geht, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Hierbei ist die Geschichte nur ein netter Zusatz, um das Spiel der Moderne anzupassen. Das ist People Can Fly auch sehr gut gelungen. Alles ist übertrieben, überdreht und oft an der Grenze des Geschmacklosen. Wenn ihr euch daran nicht stört, erlebt ihr ein abwechslungsreiches Spiel, worin ihr selber kreativ sein dürft und müsst. Die Kampagne ist mit rund sieben Stunden etwas gar kurz geraten, doch handelt es sich hier um sieben sehr unterhaltsame Stunden.

Achtung Importeuere: Die deutsche Fassung des Spiels wurde arg gekürzt, so dass es sich auf den Spielspass auswirkt.

Story

Na warte!
Na warte! © Entwickler / Publisher

Für einen Shooter ist die Geschichte nicht schlecht gelungen. Zwar kann man die Motivation von Hunt nicht immer nachvollziehen, doch als Spielunterlage funktioniert die Story allemal. Die überspitzten Dialoge wie auch das ständige Fluchen der Protagonisten sind sicherlich nicht jedermanns Geschmack, passen aber zum Setting und zum übertriebenen Gameplay. Leider lassen die Zwischensequenzen etwas Spektakel und Glaubwürdigkeit vermissen, da will der Funke nicht recht überspringen.

Gameplay

Das einzige, was in Bulletstorm zählt, ist der Spielspass. Nur darauf ist das Gameplay ausgerichtet. Hier dürft ihr eure wildesten Tötungsfantasien ausleben, und je kreativer ihr seid, desto mehr belohnt euch das Spiel dafür. Das gewöhnliche Niederballern eines Gegners gibt euch nur zehn Punkte. Tretet ihr den Gegner gegen einen Gegenstand, bekommt ihr 25 Punkte. Gegner mit der Elektropeitsche heranziehen und ihn mit einem Stiefeltritt auf einem scharfen Objekt aufspiessen: 100 Punkte. Die gesammelten Punkte könnt ihr für Waffen und Munition ausgeben. Nach und nach werden weitere Tötungsformen - Skillshots genannt - freigeschaltet, die alle wohlklingende Namen wie Voodoo Doll oder Afterburner haben.

Dir verpass' ich den Stiefel!
Dir verpass' ich den Stiefel! © Entwickler / Publisher

Bulletstorm spornt euch stets an, neue, kreativere Tötungsformen auszudenken. Hierfür braucht man keine ausserordentlichen K.I.-Leistungen. Gegner kommen daher meist einfach auf euch zugerannt, und ihr dürft entscheiden, wie ihr sie euch vorknöpft. Damit ihr auch ordentlich koordinieren und den Gegner in die richtige Richtung treten könnt, geht das Spielgeschehen in eine Zeitlupe über, sobald ihr einen Feind mit der Elektropeitsche herangezogen habt oder wegtreten möchtet. Schon bald hat man aber leider das Gefühl, immer nur die gleichen Gegner vor sich zu haben. Wer sich daher auf das reine Ballern verlässt und kein Freund des Ausprobierens ist, kann das Spiel als etwas repetitiv empfinden. Glücklicherweise wirkt das abwechslungsreiche und teilweise spektakuläre Leveldesign dem entgegen.

Multiplayer

Leider beinhaltet die Kampagne von Bulletstorm keinen Kooperativmodus, obwohl sich dieser aufgrund der ständigen Begleitung geradezu anbieten würde. Lediglich im Horde-Modus kommt etwas Ko-op-Feeling auf. Hier müsst ihr zu viert verschiedene Gegnerwellen überleben. Der Echo-Modus dient der reinen Highscorejagd. Hier spielt ihr einzelne Abschnitte der Kampagne durch und müsst versuchen, möglichst viele Punkte zu sammeln. Deathmatch- oder Capture-the-Flag-Modi sucht ihr vergebens.

Technik

Komm zu Papa!
Komm zu Papa! © Entwickler / Publisher

Das Spiel wurde von People Can Fly entwickelt, einem Studio, das zu Epic Games gehört. Dies merkt man dem Design an, denn gewisse Ähnlichkeiten zu Gears of War sind nicht von der Hand zu weisen. Das Artdesign von Bulletstorm hebt sich jedoch aufgrund seiner Farbenwahl und der kreativen Schauplätze vom Epic-Shooter ab. Ein Vorteil der Verwandschaft zu Gears of War zeigt sich in der Technik. Nicht nur sieht das Spiel sehr gut aus, die Framerate scheint auch in den hektischsten Momenten stabil zu bleiben.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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