World of WarCraft: Cataclysm (2010)

World of WarCraft: Cataclysm (2010 / Addon)

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PC-Review: Die Welt von Azeroth wächst weiter

Die Welt Azeroths wandelt sich
Die Welt Azeroths wandelt sich © Entwickler / Publisher

Sechs Jahre sind in Videospiel-Zeitrechnung eine Ewigkeit. Damals, als wir noch noch Games auf PS2, Xbox oder Gamecube spielten, erschien für den PC ein kleines Online-Rollenspiel namens World of Warcraft, ein Titel, der heute noch Millionen Fans vorweist. Kaum zu glauben, dass ein Spiel nach so vielen Jahren immer noch so intensiv gespielt wird. Wobei man eigentlich sagen muss, dass es sich nicht mehr um dasselbe Spiel handelt, welches Blizzard ursprünglich ausgeliefert hatte.

Dies wird umso deutlicher, wenn man sich die Welt von Cataclysm, der neuen Erweiterung, anschaut. Das Spiel bringt keine neuen Kontinente, wie es die beiden vorhergehenden Erweiterungen mit der Scherbenwelt oder Nordend taten. Stattdessen wurde die alte Welt gehörig aufgerüttelt, und viele Gebiete und deren Quests wurden komplett überarbeitet. Aber nicht nur das: Zwei neue Völker, eines auf Seite der Horde, eines auf Seite der Allianz, erzählen ihre Geschichten. Daneben warten neue Zonen in der alten Welt, vor allem für all diejenigen, welche ihre Charaktere zur neuen Level-Grenze von 85 bringen wollen. Und schliesslich werden viele neue "End-Game"-Inhalte geboten für alle Spieler, die sich bereits auf Level 85 befinden. Die Frage bleibt: Lohnt es sich, ein sechs Jahre altes Spiel zu spielen?

Blizzard hat sein MMORPG seit Beginn immer weiterentwickelt. Daher macht es Sinn, dass nun auch die alten Welten von den Neuerungen und Änderungen der letzten Erweiterungen profitieren. Viele Zonen und Quests überholen sogar so einiges, was es im Moment in der Scherbenwelt zu erleben gibt. Wer sich nicht von der etwas angestaubten Technik abschrecken lässt, geniesst ein spielerisch topaktuelles Online-Rollenspiel mit dem typischen Blizzard-Feinschliff und Unmengen an Inhalten. Insgesamt ist Cataclysm sicher keine Revolution, aber definitiv ein evolutionärer Schritt in der Erfolgsgeschichte des beliebtesten Online-Rollenspiels, welches sich epischer spielt, als es je der Fall war.

Gameplay

Alte Gebiete erstrahlen in neuem Glanz.
Alte Gebiete erstrahlen in neuem Glanz. © Entwickler / Publisher

Die Story von Cataclysm beginnt damit, dass der böse Drache Todesschwinge aus seinem Gefängnis tief unter der Erde Azeroths ausbricht. Dabei lässt er keinen Stein auf dem anderen. Dies erklärt auch, warum sich viele Gebiete verändert haben. Veränderung heisst in diesem Falle nicht, dass man Gebiete nicht mehr erkennen kann. Atmosphäre und "Feeling" der Zonen bleiben beim Alten. Ortschaften und Sehenswürdigkeiten haben sich verändert, zerstört und sind neu hinzugekommen. Interessant ist dabei, dass Blizzard nie die Geschichte der Gebiete vergisst und logisch darauf aufbaut. Dies gilt sowohl für die Welt an sich als auch für die vorzufindenden Quest-Reihen.

Man merkt beidem an, dass auch in der Welt von Azeroth Zeit vergangen ist. Veränderungen in der Spielwelt werden in Cataclysm viel stärker durch Quests und eure Fortschritte ausgelöst. So kann es vorkommen, dass zum Beispiel eine Ortschaft überflutet wird oder eine Bombe ganze Krater in den Boden reisst, wo vorher ein Wald stand. Man fühlt sich dadurch stärker in die Geschehnisse miteinbezogen. Die Geschichten werden übrigens häufiger durch "klassische" Zwischensequenzen oder Sprachausgaben erzählt, als es bisher der Fall war - anders als in Wrath of the Lich King, wo sich die Filmchen nur selten blicken liessen. Dies ist natürlich viel mitreissender, als am Ende einer episch anmutenden Quest-Reihe einen Text lesen zu müssen.

Kein Stein bleibt auf dem anderen.
Kein Stein bleibt auf dem anderen. © Entwickler / Publisher

Insgesamt ist das Fortschrittstempo enorm gestiegen. Man hat das Gefühl, schnell vorwärts zu kommen und dies nicht nur dank des rasenden Leveling-Tempos bis Stufe 60, sondern auch dadurch, dass man viel weniger Zeit an einem Ort verbringt. Wer keine Lust hat, einen neuen Charakter hochzuziehen und schon den einen oder anderen 80er im Stall stehen hat, kann sich an die neue Level-Grenze herantasten. Ähnlich wie in den Bereichen 1-60 hat sich Geschwindigkeit etwas erhöht, bis es heisst "Aufgestiegen". Ebenfalls eine Parallele: Das Quest-Design steht in nichts nach. Einen Unterschied kann man bei den Umgebungen erkennen, sind diese doch einiges abgedrehter und etwas fantasievoller gestaltet als die alten Zonen.

Alle neuen Gebiete verteilen sich über die beiden alten Kontinente Azeroths (oder teilweise unterhalb von ihnen). Wem das Lösen von Quests bisher Spass gemacht hat, der wird seine wahre Freude haben am Erkunden der sechs neuen Gebiete. Wer trotzdem einen neuen Charakter sein eigen nennen will, dem stehen die bekannten Rassen zur Verfügung, natürlich ebenfalls mit überarbeiteten Startegebieten. Daneben gibt es mit den Worgen und den Goblins zwei neue Rassen. Erstere verbünden sich mit der Allianz, während die kleinen grünen Wesen sich der Horde anschliessen. Spannend sind hier vor allem die Startgebiete und die Geschichten, welche während der ersten Levels erzählt werden.

Die Goblins, das neue Volk auf Seiten der Horde.
Die Goblins, das neue Volk auf Seiten der Horde. © Entwickler / Publisher

Einer der wichtigsten Punkte an einem Rollenspiel, vor allem um die zahlenden Spieler bei der Stange zu halten, sind End-Game-Inhalte. Dass diese nicht zu knapp bemessen sind in der WoW-Reihe, ist längsthin bekannt. Mit Dutzenden von Instanzen, täglichen Quests und anderen Inhalten wird es dem Spieler nicht so schnell langweilig. Um auch den Inhalten früherer Erweiterungen und Patches neue Spannung zu geben, hat Blizzard die Mechanik überarbeitet. Insgesamt sind diese früheren Erweiterungen etwas schwieriger geworden und erfordern den Einsatz neuer Strategien. Ein Teil der höheren Herausforderung liegt sicherlich auch darin, dass die Spieler nicht mehr ganz so gut ausgerüstet sind, wie es vor dem Erscheinen der aktuellen Erweiterung der Fall war. Ausserdem wurden auch die Klassen etwas neu balanciert und deren Klassenbäume überarbeitet. Das Spielerlebnis mit den bekannten Klassen ist im Kern aber in etwa gleich geblieben.

Technik

Sechs Jahre sind in der Spiele-Industrie eine sehr lange Zeit, gerade auch im Hinblick auf die Technik. Im Gegensatz zum Gameplay sieht man Cataclysm in diesem Bereich das Alter definitiv an. Zwar sind viele der neuen Gebiete hübsch anzuschauen, dies liegt aber weniger an der Technik an sich als viel eher am exzellenten Art-Design von Blizzard. Bemerkbar machen sich auch die Unterschiede dieser Zonen zu unberührten Gebieten, welche nach den Ereignissen von Cataclysm in ihrer ursprünglichen Form geblieben sind. Texturen sind weniger scharf und einige Effekte weniger aufwändig.

Das Startgebiet der Worgen
Das Startgebiet der Worgen © Entwickler / Publisher

Blizzard hat der Grafikengine immerhin neue Wasser- und Lichteffekte spendiert, welche ziemlich schön in das Gesamtbild einfliessen. Trotz alldem kann der Titel nicht mit der aktuellen Grafik-Elite mithalten, macht dies aber zum Teil mit der grossartigen Atmosphäre wett. Vollends überzeugen kann dafür der Sound. Die neuen und überarbeiteten Melodien passen wunderbar zu den Gegenden Azeroths und tragen viel dazu bei, dass sich der Spieler in der Welt verliert. Ebenfalls positiv fallen gesprochene Texte auf, welche häufiger vorkommen als bisher. Auch wenn es insgesamt immer noch sehr wenige Teile sind, die synchronisiert sind, ist es trotzdem angenehm, sich ab und zu zurückzulehnen und zuhören zu können.

/ dak

Kommentare Total: 2

goodspeed

Klein war WoW bei Gott noch nie. Bereits vor Release war das Spiel eines der heiss erwartetsten Spiele überhaupt und die zahlreichen Betatester kurbelten den Hype zusätzlich an.

dak

PC-Review: Die Welt von Azeroth wächst weiter

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