Sid Meier's Civilization V (2010)

Sid Meier's Civilization V (2010)

PC-Review: Weltherrschaft auf ein Neues

Bauch rein, Brust raus.
Bauch rein, Brust raus. © Entwickler / Publisher

Die Spiel-Legende Sid Meier hat erneut zugeschlagen: Der jüngste Sprössling der grossartigen Serie Civilization steht in den Läden. Bisher waren alle Teile das Mass aller Dinge in der rundenbasierten Strategie, und die Konkurrenz kam bis jetzt nicht auch nur annähernd an das Flagschiff des Genres heran. Mit dem fünften Teil versucht das Entwicklerstudio Firaxis, an den Erfolg der Vorgänger anzuknüpfen.

Einmal mehr gilt es wieder, eine Zivilisation erfolgreich von ihren Anfängen bis in die ferne Zukunft zu führen und die Weltherrschaft zu übernehmen. Es wird sich zeigen, ob dies gelingt, oder ob Civilization 5 nur die Abschöpfung des finanziellen Potenzials der Serie zum Ziel hatte.

Obwohl sich im neusten Teil der Civilizations-Serie nicht viel geändert hat, lohnt sich der Kauf für alle Hobbystrategen. Nach wie vor kann einen das Spiel stundenlang an den Computer fesseln, ohne dass es auch eine Minute langweilig wird. Einziger negativer Punkt ist die fehlende Möglichkeit, ein persönliches Imperium aufzubauen, was dem Spiel ein wenig die Atmosphäre verdirbt. Im Grossen und Ganzen tut dies jedoch recht wenig zur Sache.

Story

Wie üblich ist es die Aufgabe des Spielers, eine Zivilisation von ihren Anfängen bis in die hochentwickelte Zukunft zu führen. Das Ganze startet mit den Normeinstellungen um 4000 v.Chr und endet, wenn man das erste Volk ist, welches eine bemannte Rakete ins Alpha-Centarui-System befördert. Im fünften Teil übernimmt der Spieler dabei die Rolle einer von 18 geschichtlich relevanten Persönlichkeiten, die über die ganze Spielzeit hindurch das persönliche Ego vertreten.

Gameplay

In hohem Bogen zum Ziel
In hohem Bogen zum Ziel © Entwickler / Publisher

Das neuste Civilization ist ein rundenbasiertes Strategiespiel. Der Spieler wählt zu Beginn einen Protagonisten aus, welcher die Zivilisation zur Blüte bringen soll. Dabei hat jeder Protagonist seine Vor- und Nachteile. Will man zum Beispiel eine Seemacht errichten, wählt man am besten Queen Elisabeth, denn diese gewährt einem Bonuspunkte in der Schiffsfahrt. Will man dagegen lieber auf dem Land das Spielziel erreichen, ist man mit Napoleon besser bedient. Diese Neuerung bringt dem Spiel eine gewisse neue Dynamik, mindert gleichzeitig jedoch auch die Identifikation des Spielers mit seinem Volk, da man nicht mehr selber der Herrscher ist.

Entwickler Firaxis ist jedoch in den Grundsätzen der Spielmechanik von Civilization treu geblieben. Runde für Runde wird aus der Vogelperspektive die Landschaft erkundet, und an strategisch guten Punkten werden Städte errichtet, in denen dann Truppen, Bauarbeiter und Siedler ausgebaut werden.

Hübscher Strand
Hübscher Strand © Entwickler / Publisher

Mit den Siedlern werden weitere Städte gegründet. Die Bauarbeiter werden dazu gebraucht, die Infrastruktur zu errichten, sofern diese weit genug erforscht wurde, und die Truppen sind dazu da, den Gegner zu vernichten. Neu in Civilization 5 sind dabei die die neuen Geländefelder, welche diesmal in hexagonaler Form die Fläche überdecken. Dies ermöglicht es, den Gegner wesentlich besser einzukesseln, als dies noch im Vorgänger möglich gewesen war.

Grundsätzlich ist Forschung über den gesamten Spielverlauf hinweg enorm wichtig. Fortgeschrittene Forschung ermöglicht es, bessere Technologien zu verwenden, was schlussendlich in einer militärischen Überlegenheit resultiert. Diese wiederum führt über kurz oder lang zum Sieg. Eine weitere Neuerung sind die sich selbst verteidigenden Städte. Dies ermöglicht es, einzelne Städte aus taktischen Gründen nur als Marionettenstädte zu benutzen.

Hierhin!
Hierhin! © Entwickler / Publisher

Ein weiterer wichtiger Faktor, der über Sieg oder Niederlage des Reiches entscheidet, ist die Zufriedenheit der Bürger. Sind diese nämlich nicht zufrieden, kann es zu Revolten und Aufständen in den Städten kommen. Diese können durch eine der Situation angepasste Politik verhindert werden. Zusätzlich wird der Spieler regelmässig über Missstände informiert und gebeten, diese auszumerzen.

Multiplayer

Natürlich wartet das neuste Civilization nicht nur mit einem Einzelspielermodus auf. Im Mehrspielermodus kann der Spieler mit anderen Konkurrenten aus der ganzen Welt um die Herrschaft kämpfen. Dies kann je nach Spieleranzahl ziemlich lange dauern. So sollte man vorher einschätzen, ob man wirklich genügend Zeit hat, die Partie dann schliesslich auch zu Ende zu spielen.

Technik

Hübsches Muster habt ihr da!
Hübsches Muster habt ihr da! © Entwickler / Publisher

Genretypisch sind rundenbasierte Rollenspiele keine grossen Leistungsfresser und sehen meistens nicht sehr spektakulär aus. Civilization 5 kann hier jedoch überzeugen. Satte Farben, schöne Animationen und detailreiche Kämpfe runden die wunderschöne Grafik ab, welche sogar DirectX 11 unterstützt.

Die tolle Grafik wird durch einen abwechslungsreichen Soundtrack unterlegt, welcher je nach gewähltem Protagonist verschieden ausfällt. So läuft bei Bismarck klassische Musik im Hintergrund, und bei Kaiserin Wu Zetian erklingen asiatisch angehauchte Melodien. Dies verleiht dem Spiel eine ansprechende Atmosphäre und ist die Grundlage für stundenlangen Spielspass.

/ dag

Kommentare Total: 2

El Chupanebrey

Tolles Spiel, ganz klar. Und der typische Civ-Humor ist immer noch da, diesmal auch wieder in Form von Einheiten. Mein Favorit: Die Tötungsmaschine namens "Riesiger Killerroboter". 😄 Obwohl man eigentlich mindestens vier Einheiten zur Stadteroberung bräuchte, kann man ein ganzes Reich mit zweien von denen in die Knie zwingen.

dag

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