Pure Football (2010)

Pure Football (2010)

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PS3-Review: Nur Mädchen machen Schwalben

Noch eine Blutgrätsche!
Noch eine Blutgrätsche! © Ubisoft

Schon seit einiger Zeit dominieren die beiden Hersteller [publisher]EA Sports[/publisher] und [publisher]Konami[/publisher] die Fussballwelt auf den Videospielkonsolen. Letzter wirklicher Konkurrent war damals noch [publisher]Codemasters[/publisher] vor gut sieben Jahren mit der Serie Club Football. Nun traut sich der französische Publisher [publisher]Ubisoft[/publisher] in diese Sparte einzutauchen und lanciert mit Pure Football ein neues Fussballspiel. Dabei wollen die Macher vor allem die "echten" Fans ansprechen. Denn beim neusten Rasenknüller kann es nicht genug hart sein: Nicht nur die technisch starken Spieler, sondern eben auch die frechen und klugen Mitstreiter können hier gross auftrumpfen. Einen Schiedsrichter auf dem Feld sucht man in diesem Game nämlich vergebens...

Mit Pure Football hat [publisher]Ubisoft[/publisher] gewiss kein ernstzunehmendes Konkurrenzprodukt geschafft. Doch tun die Macher mit diesem Spiel sicher einen Schritt in die richtige Richtung und zeigen Mut im hart umkämpften Fussballmarkt. Der Spielspass steht klar an erster Stelle und ist zu einem gewissen Punkt auch gegeben. Doch das etwas mühsame Gameplay bremst die Freude auf ein neues Fussballspiel nach einigen gespielten Stunden. Trotzdem ist das Spiel sicher einen Blick wert, wenn man von den etlichen Simulationen allmählich ein bisschen die Schnauze voll hat. Also, Schuhe binden und ab auf den Platz!

Gameplay

Ein neues Fussballspiel kann man sich eigentlich gar nicht wirklich vorstellen. Denn wer wirklich auf der Konsole tschutten will, entscheidet sich entweder für Pro Evolution Soccer oder das mit Lizenzen vollgepackte FIFA. Nun, Pure Football geht in eine etwas andere Richtung. Denn mit den marktführenden Simulationen hat das neuste Fussballspiel wenig zu tun. Vielmehr ist es ein spassiges Arcade-Spiel geworden, bei dem man auch mal ganz hart kämpfen kann, dabei aber immer fair bleibt.

Du hast da was im Ohr...
Du hast da was im Ohr... © Ubisoft

Wer jetzt also wirklich auf grosse Konkurrenz zu den beiden schon etablierten Games hofft, irrt sich gewaltig. Denn schon bei der Zusammenstellung der Teams wird man ein wenig enttäuscht. Es haben es gerade mal 17 Nationalmannschaften in das Spiel geschafft. Die Schweiz sucht man dabei vergeblich, wobei ein paar bekannte Oldies wie Pelé, Dennis Bergkamp oder Lothar Matthäus in den Legendenteams doch noch integriert wurden. Auch spielt es sich ganz anders als eine Simulation. Rein vom Spielerischen her erinnert es stark an FIFA Street.

Die Pure-Energie, welche sich bei erfolgreichen Tätigkeiten innerhalb des Matches auflädt, ist sicher eine gute Idee, doch schiesst man bei korrekter Anwendung mit dieser Funktion meist gleich ein Tor. Da man aber nicht bestimmen kann, wann genau diese Funktion zum Einsatz kommt, kann es schon auch mal vorkommen, dass die ganze Energie aufgebraucht wird, wenn man aus ausichtsloser Position den Ball eigentlich nur wegschiessen wollte. Etwas störend sind auch die nur zwei Kamerapositionen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, doch keine kann wirklich überzeugen. Auch die Tastenbelegung am Controller lässt sich nicht ändern, und so muss man mit den beiden Vorkonfigurationen auskommen.

Voll getroffen!!
Voll getroffen!! © Ubisoft

Zum Glück kommt ein abwechslungsreicher Kampagnen-Modus daher. In diesem erstellt man sich einen eigenen Spieler und muss innerhalb von 28 Tagen aus seinem eigenen Team eine Weltklassemannschaft machen. Dann schafft man es auch in eines der Legendenteams und köpfelt schöne Tore nach Vorlagen von Rudi Völler. Dies alles geschieht auf unterschiedlichen Schauplätzen an grossen bekannten Städten. Allerdings nie wirklich in einem richtigen Stadion, sondern meist abseits auf einem Gelände ohne Zuschauer. Für die Atmosphäre sicher nicht optimal, doch wurden die Ortschaften vielfältig gestaltet.

Multiplayer

Bei so einem Arcade-Spiel darf natürlich ein Mehrspielermodus nicht fehlen. Während das Online-Spielen nicht sehr flüssig scheint, macht es umso mehr Spass, auf der Couch gegen andere Mitstreiter anzutreten. Da pro Mannschaft nur fünf Spieler auf dem Feld sind, ist es beim Spielerwechsel nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Folglich gewinnt die Mannschaft, die etwas mehr eingespielt ist und mit ein paar lässigen Tricks die Gegner alt aussehen lässt. Spass macht es auf jeden Fall.

Technik

"Hee, kauf dir ein Deo!"
"Hee, kauf dir ein Deo!" © Ubisoft

In grafischer Hinsicht spielt sich Pure Football sehr flüssig. Die Animationen sind zwar nicht weltbewegend, doch passen sie gut ins Spiel. Die Spieler selbst sind gut zu erkennen, wenn man sich ein bisschen mit bekannten Stars auskennt. Tontechnisch wurde das Rad sicher nicht neu erfunden, und den eher elektronischen Sound im Hintergrund hat man schon in ähnlicher Form bei etlichen anderen Spielen gehört. Die Effekte sind dafür gelungen, und die doch akzeptablen Ladezeiten lassen das Spiel in diesem Bereich ganz gut aussehen.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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