A New Beginning (2010)

A New Beginning (2010)

PC-Review: Der virtuelle Klimawandel

Lass mich 'n bisschen zocken!
Lass mich 'n bisschen zocken! © Entwickler / Publisher

Vom Rummel um den Klimwandel in den letzten Jahren blieb kaum jemand verschont - bis auf die Videospieler. Doch dies ändert sich mit dem neuen Titel der The Whispered World-Macher: A New Beginning. Der Name ist Programm: Da es im Jahre 2500 für die Menschheit unmöglich ist, sich auf der Erdoberfläche aufzuhalten, schickt man einige Raumfahrer zurück in die Vergangenheit. Diese sollen den Machthabern klarmachen, dass man unbedingt handeln muss, um die Menschheit zu retten.

Natürlich gibt es ein Problem mit der Zeitreise, und die Raumfahrer landen im Jahr 2050. Und hier scheint es auch schon zu spät für jegliche Rettungsversuche. Die Welt ist bereits zu weit zerstört, Moskau ist eine neue Antarktis, in London stürmt es ununterbrochen, und von San Francisco sieht man aufgrund der grossen Überschwemmung auch nichts mehr. Können unsere Helden aber trotz dieses Fehlers die Welt und unsere Zukunft vorzeitig retten?

Klimwandel ist langweilig? Mit A New Beginning sicher nicht! Die Story ist sehr gelungen und weiss zu fesseln. Die Menschen haben sich angepasst, und die Dialoge sind vor diesem Hintergrund mehr als plausibel, auch wenn sie sehr absurd erscheinen. Auch wenn die Technik und die Story zu überzeugen wissen, sind die oft viel zu einfachen Rätsel ein Dorn im Auge der eingefleischten Adventure-Fans. Nichtsdestotrotz ein Spiel, das mehrere Stunden Unterhaltung bieten kann mit einem ausgeklügelten, aber nicht wirklich neuen Gameplay.

Story

Gibt's hier Monster? *Angst*
Gibt's hier Monster? *Angst* © Entwickler / Publisher

Auch wenn man meinen mag, dass das Thema Klimawandel mehr nervt, als es Spass macht: Dieses Spiel beweist das Gegenteil. Die Grundgeschichte mit der Zeitreise und den Problemen der Raumfahrer ist interessant und doch nicht wirklich das Highlight dieses Spieles. Der wahre Glanzpunkt von A New Beginning liegt in den Meinungen und Lebensweisen der Menschen und deren Apparaturen. Die Menschen leben total angepasst an die zerstörte Welt. So ist zum Beispiel die Reaktion eines Protagonisten bei der Sichtung eines ganz normalen Vogels einfach überwältigend und trotzdem plausibel, da er in seiner Zukunft keine Tiere dieser Art mehr kennt. Ein grosses Lob hiermit an die guten Ideen und die Inszenierung.

Gameplay

A New Beginning erfindet das Rad nicht neu, deshalb sind auch die Steuerung und das Inventar schon aus vielen anderen Adventure-Spielen bekannt. Die einzige Abweichung im Gegensatz zu anderen Spielen dieser Art ist wohl, dass sich der Mauszeiger nicht verändert, sobald man über etwas fährt, sondern dass man die Maustaste gedrückt halten muss, um die Möglichkeit zur Interaktion zu erhalten.

Hast du's im Griff?
Hast du's im Griff? © Entwickler / Publisher

Was in den ruhigen Szenen gut klappt, ist in den hektischen Minuten eine Geduldsprobe, und schlussendlich klickt man trotzdem das Falsche an. Frust Pur! Die Rätsel sind allesamt gut lösbar, wenn auch ab und zu viel zu banal. Die meisten sind nach dem "Such-und-Benutz-Schema aufgebaut, reine Inventurarbeit also. Und wenn einmal ein Rätsel zu schwierig ist, offeriert das Spiel nach einer bestimmten Zeit bereits einen Überspringen-Knopf.

Auch wenn man in den zahlreichen Gesprächen viele Optionen als Antwort zur Auswahl hat, bleiben die Auswirkungen leider viel zu beschränkt. Die Geschichte ist linear und es ist unmöglich, davon abzuweichen.

Technik

Die grafische Umsetzung von A New Beginning ist ein Genuss, nicht nur für Comic-Liebhaber. Die Kulissen sind gelungen: Farblich sehr gut abgestimmte Gemälde laden zum Verweilen ein. Man fühlt sich, als wäre man in einem interaktiven Trickfilm gelandet, in dem man sich austoben möchte. Schade nur, dass dieser auf eine maximale Auflösung von 1024x768 begrenzt ist.

Computer verleihen Flügel!
Computer verleihen Flügel! © Entwickler / Publisher

Wie schon bei The Whispered World, ist auch hier die Sprachausgabe sehr gelungen. Die Stimmen passen, so dass man schon fast meinen könnte, die Gespräche zwischen den Figuren seien keine Fiktion. Was leider einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, ist der Kopierschutz. Dieser zickt mehr rum, als er nützlich ist. Manchmal kommt es sogar vor, dass das Spiel nicht mehr starten will. Dann nützt nur noch ein Neustart des Systems. In diesem Punkt kann man nur hoffen, dass die Entwickler einen Patch nachreichen.

/ str