Metal Gear Solid: Peace Walker (2010)

Metal Gear Solid: Peace Walker (2010)

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PSP-Review: Echten Frieden gibt es nicht

Der junge Big Boss
Der junge Big Boss © Entwickler / Publisher

Die Playstation Portable ist keine unbekannte Plattform für die Reihe Metal Gear Solid (MGS). Bereits mit Portable Ops und Portable Ops+ machte Kojima Productions erste Erfahrungen mit dem Handheld, wobei nur das erste Spiel die Serie spielerisch und storytechnisch bereicherte. Als Peace Walker für die PSP angekündigt wurde, machte sich bei den Fans ein wenig Unmut breit: Aufgrund der vergleichsweise geringen Verbreitung der Konsole und deren Limitierungen (zum Beispiel kein zweiter Analogstick) sahen sie die PSP nicht als vollwertige Plattform an. Kojima versicherten jedoch, Peace Walker werde eine echte Fortsetzung der Serie sein (im Gegensatz zu Rising?) und sie würden wieder voll und ganz hinter dem Projekt stehen.

Peace Walker setzt da an, wo Portable Ops und Snake Eater aufgehört haben: Big Boss hat vom ewigen Katz-und-Maus-Spiel seiner Regierung genug und baut sich mit MSF (Militaires Sans Frontières) seine eigene Söldnerarmee auf. Diese wird von Paz, einer Rebellin aus Costa Rica, angeheuert, um ihr Land vor einer nuklearen Katastrophe zu bewahren. Im Kalten Krieg zwischen den USA und den Sowjets droht das kleine mittelamerikanische Land ohne Armee nämlich zum Spielball der Supermächte zu werden.

Der schiere Umfang des Spiels kann einen erschlagen. Damit könnt ihr Wochen, wenn nicht sogar Monate verbringen. Klar, die Steuerung ist aufgrund der Limitierungen der PSP nicht optimal, und bei manchen Missionen scheint man Einzelspieler vergessen zu haben, allerdings sind das noch lange keine relevanten Mängel. Einzig die Bosse hätten ruhig ein wenig abwechslungsreicher sein können.

Ansonsten bekommt ihr mit Metal Gear Solid: Peace Walker eine fantastische Fortsetzung der Geschichte von Big Boss, die sowohl spielerisch als auch technisch voll und ganz überzeugt.

Story

Da hängt 'was am Ballon!
Da hängt 'was am Ballon! © Entwickler / Publisher

Metal-Gear-Kenner werden sich im Universum von Peace Walker sofort zurechtfinden. Die Story ist etwas einfacher gestrickt als in den Spielen der PS2 und PS3, bleibt aber dennoch spannend und spinnt den Faden um die Abtrünnigkeit von Big Boss gekonnt weiter. Besonders cool ist, dass die Geschichte in absolut stylischen, interaktiven Comic-Sequenzen erzählt wird. So muss man während der Videos Acht geben, die Quick-Time-Events (QTE) nicht zu verpassen. Die Interaktivität beschränkt sich aber nicht nur auf QTEs: Hin und wieder müsst ihr auf etwas zielen und abdrücken, dann und wann dürft ihr auch einfach ins Geschehen hinein zoomen.

Gameplay

Das Gameplay bleibt im Wesentlichen dasselbe wie Portable Ops. Die Änderungen finden sich im Detail, sind aber bemerkenswert. Man kann zum Beispiel die Körper der ausgeschalteten Gegner nicht mehr fortbewegen. Dafür gestaltet sich die Rekrutierung von Soldaten via Ballon wesentlich einfacher. Zudem darf man jetzt nicht mehr kriechen; stattdessen kann sich Snake bloss tot stellen und hoffen, dass er nicht entdeckt wird. Eine Verbesserung erfuhr der Nahkampf, der deutlich flüssiger vonstatten geht.

Keine Zeit für ein Nickerchen.
Keine Zeit für ein Nickerchen. © Entwickler / Publisher

Hinsichtlich der Steuerung darf man jetzt zwischen drei Tastenbelegungen wählen: Neben dem von Portable Ops bekannten Setting könnt ihr Peace Walker auch als Shooter spielen, wo ihr die Kamera mit den vier Knöpfen auf der rechten Seite steuert. Monster Hunter Tri-Fans dagegen können sich über eine Tastenbelegung freuen, die jenem Spiel angelehnt ist.

MGS: Peace Walker beinhaltet praktisch zwei Spiele in einem. Auf der einen Seite habt ihr die üblichen Storymissionen mit dem oben beschriebenen Bewegungsrepertoire. Zu diesen summieren sich Nebenmissionen und die Möglichkeit, Videosequenzen nochmals anzuschauen.

Volle Kontrolle: Motherbase
Volle Kontrolle: Motherbase © Entwickler / Publisher

Auf der anderen Seite findet ihr die Motherbase, wo ihr eure Armee organisiert. Die rekrutierten Soldaten teilt ihr in die verschiedenen Bereiche wie F&E, Intel, Kampfeinheit undsoweiter ein. Dadurch werden Gegenstände entwickelt, Waffen verbessert und die Armee bei Laune gehalten. Sogar einen eigenen Metal Gear könnt ihr erstellen! Wahnsinn.

Multiplayer

Damit nicht genug, könnt ihr doch sämtliche Haupt- und Nebenmissionen zu zweit oder zu viert durchspielen. Der Koop-Modus wurde genial implementiert. Als Solo-Spieler merkt man aber schnell, dass manche Missionen auf zwei oder mehr Teilnehmer ausgelegt sind. Im Alleingang sind diese ziemlich schwer. Zusätzlich gibt es noch Platz für einen kompetitiven Teil. Die üblichen Deathmatch- und Capture the Flag-Modi dürfen hier natürlich nicht fehlen.

Technik

Gemeinsam ist es noch schöner!
Gemeinsam ist es noch schöner! © Entwickler / Publisher

Auf der technischen Seite macht Kojimas Team einen gewohnt exzellenten Job. Visuell ist Peace Walker vom Feinsten auf der PSP. Snake ist hervorragend detailliert, und die Dschungellandschaften sehen trotz viel grüner Farbe sehr schön aus.

Die Vertonung lässt die Herzen von Nostalgikern höher schlagen. Legendäre MGS-Sounds paaren sich mit gewohnt starken Sprechern, unter denen David Hayter wieder als Big Boss mit dabei ist.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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