Medal of Honor (2010)

Medal of Honor (2010)

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PS3-Review: Von der Normandie nach Afghanistan!

Behaltet den Himmel stets im Auge!
Behaltet den Himmel stets im Auge! © Entwickler / Publisher

Lange Zeit blieb es still um das Medal of Honor-Franchise. Während der Playstation-2-Ära legte diese Spielereihe den Grundstein für eine neue Shooter-Generation und sorgte zugleich für eine bis heute anhaltende Lawine von Zweitweltkriegsspielen. Mittlerweile wurde die Spielereihe von Titeln wie Call of Duty und Battlefield verdrängt. Dies soll sich nun aber ändern, zumindest wenn es nach [publisher]EA[/publisher] geht.

Medal of Honor lässt den Zweiten Weltkrieg endlich hinter sich und nimmt den modernen Kampf gegen den globalen Terror auf. Dafür wird man zusammen mit seinem Team nach Afghansitan geschickt, wo die radikal islamistische Taliban-Bewegung und die Terrororganisation Al-Qaida bekämpft werden soll. Der Spieler übernimmt dabei die Rolle eines Elitesoldaten, der Angehöriger des sogenannten TIER-1 Squads ist. Die Spezialität dieser Einheit ist der Kampf hinter den feindlichen Linien, tief im Innern von Afghanistan. Sabotage-Akte, Aufklärungsmissionen und die Eliminierung oder Gefangennahme von versteckten Zielen gehören dabei zum Daily-Business. Erzählt wird die Geschichte abwechslungsweise aus der Sicht zweier Soldaten, die Angehörige verschiedener Einheiten sind.

Medal of Honor ist vielleicht nicht gerade die Granate geworden, an der es in diesem Jahr kein Vorbeikommen gibt. Der Titel bietet aber durchaus einige Stunden gute Unterhaltung. Wer sich von der etwas krassen Thematik nicht abschrecken lässt, bekommt mit diesem Titel solide Shooter-Kost mit den üblichen Waffen, einigen spannenden und abwechslungsreichen Feuergefechten und einem Standard-Multiplayer-Modus. Innovation sucht man hier allerdings vergebens.

Gameplay

Lagerfeueridylle?
Lagerfeueridylle? © Entwickler / Publisher

Besonders viel Wert haben die Entwickler auf die Inszenierung des umstrittenen Plots gelegt. Besonders die zahlreichen Zwischensequenzen sind dabei sehr gelungen. Ins Spiel integrierte Script-Sequenzen, wie man sie schon seit Call of Duty: Modern Warfare kennt, findet man auch in diesem Titel. Diese können sich durchaus sehen lassen, auch wenn sie nicht ganz so spektakulär daherkommen wie die der Konkurrenz. Ein Kriegsspiel herauszubringen, das sich mit einem derart realen und komplexen Thema beschäftigt und dies derart explizit darstellt, ist aber sicherlich eine Gratwanderung und wird verständlicherweise wohl einige potenzielle Kunden abschrecken.

Einen Krieg gewinnt man nicht alleine!
Einen Krieg gewinnt man nicht alleine! © Entwickler / Publisher

Die Kampagne bietet spielerisch solide Shooter-Kost, ohne sich dabei aber bedeutend von der Konkurrenz abzuheben. Alles ist schon mal in ähnlicher oder sogar identischer Form dagewesen. Gleiches gilt für die Missionen: Man merkt zwar stellenweise, dass die Entwickler Wert auf Abwechslung gelegt haben, vom Hocker reisst einen das Gebotene aber nicht. Einmal muss man einen Informanten mitten in einer Taliban-Hochburg aufspüren, ein anderes Mal muss man bestimmte Gebiete erobern, damit sich die Armee dort niederlassen kann. Der obligate Einsatz von Fahrzeugen, darf dabei natürlich auch nicht fehlen, und so rast man in einer Mission mit Quadbikes durch ein von Terroristen belagertes Tal, um dort feindliche Flugabwehrstellungen zu eliminieren. Leider ist aber auch diese Kampagne bereits nach wenigen Stunden fertig. Einzige Motivation zum erneuten Durchspielen bietet der Modus "Kampf gegen die Zeit", bei dem man die gesamte Kampagne erneut durchspielt, sich aber einem Zeitlimit stellen muss.

Im Kampf gegen den Terror bedienen sich die Soldaten standesgemäss der modernsten Waffen und zahlreicher Gadgets. So dürfen an bestimmten Stellen auch Luftangriffe geordert werden, die feindliche Nester in kürzester Zeit ausräuchern. Der Schwierigkeitsgrad ist während der ganzen Spieldauer nie sonderlich hoch. Einsteiger werden hier also kaum Mühe bekunden. Ein Grund dafür ist unter anderem die etwas dämlich agierende KI der Gegner.

Multiplayer

Mit den ATVs durch die Wüste!
Mit den ATVs durch die Wüste! © Entwickler / Publisher

Der Multiplayer Part von Medal of Honor wurde von den Kreativköpfen von DICE entwickelt, welche unter anderem auch für Battlefield: Bad Company verantwortlich waren. Es treten insgesamt bis zu 24 Spieler auf acht verschiedenen Karten an, wobei im Laufe der Zeit bestimmt weitere Maps zum Download bereitstehen werden. Die Spielmodi offenbaren nicht viel an Innovation, dafür punkten sie mit einem allgemein hohen Spieltempo. Mit dabei sind Standard-Modi wie Team Deathmatch, Sektor-Kontrolle oder Zielraid, wo Ziele auf der Karte mit Sprengstoff sabotiert werden müssen.

Der Spieler kann zwischen drei verschiedenen Klassen wählen: Schütze, Spec Ops und Scharfschütze. Für jedes gewonnene Match und für jeden eliminierten Gegner bekommt man Experience-Punkte, die man zum Level-Aufstieg benötigt und die man zusätzlich beim Einkauf auf dem Waffenbasar unter die Leute bringen kann.

Technik

Hier könnte man doch auch Ferien machen?
Hier könnte man doch auch Ferien machen? © Entwickler / Publisher

Grafisch ist Medal of Honor bestimmt kein Meilenstein der modernen Videospielgeschichte, weiss aber durchaus zu überzeugen. Die grössten Minuspunkt gibt es wegen des teils sehr starken Tearing. Ebenfalls präsentieren sich gewisse Texturen als ziemlich matschig und wenig detailreich. Dafür kann der Sound um so mehr punkten. Besonders Soundtrack, Umgebungsmusik und Specialeffects sind ausserordentlich gut gelungen und geben dem Spieler in kürzester Zeit das Gefühl, mitten in Afghanistan zu sitzen.

/ Andreas Mutzner [am]