The Legend of Crystal Valley (2010)

The Legend of Crystal Valley (2010) PC-Review

Was erwartet Eve in der Hütte?

Was erwartet Eve in der Hütte?

Eve ist ein rothaarige, junge Frau, die ihr hübsches und bescheidenes Leben lebt und liebt. Doch eines Tages bekommt sie einen Brief von ihrem verschollenen Vater, der sie auf eine Suche schickt, die ihr Leben für immer verändern soll. Dabei trifft sie nicht nur auf bekannte und unbekannte Fabelwesen, die ihr mehr oder weniger freundlich gegenübertreten, sondern wird auch immer tiefer in die Geschichte ihrer eigenen Familie hineingezogen.

Stück für Stück muss sie nun die Puzzleteile zusammensetzen, verschiedenste Rätsel lösen und Hinweise richtig deuten. Und beinahe zufällig entdeckt sie die wahre Identität ihrer Familie, die so geheimnisvoll wie unglaublich ist...


Rating: PC Games

Story

Angst vor der Dunkelheit?

Angst vor der Dunkelheit?

Die bereits erwähnte Heldin des Titels hört auf den schönen Namen Eve. Nachdem sie bereits seit langer Zeit kein Lebenszeichen ihres Vaters mehr bekommen hatte, erhält sie nun unerwartet einen Brief von eben jenem. Das Besondere an diesem Brief ist, dass er eher wie ein Hilferuf wirkt und sie zu ihrem Geburtshaus schickt - alles sehr mysteriös. Auf der Suche nach weiteren Antworten und vor allem nach ihrem Vater taucht sie in die magische Fantasiewelt von Crystal Valley ein und trifft dort auf fremde und geheimnisvolle Fabelwesen. Von nun an ist sie nicht nur auf der Suche nach ihrem Vater, sondern muss auch immer weiter, Stück für Stück, ein Rätsel lösen, welches ihr das düstere Geheimnis ihrer Familie verraten wird.

So weit zur Story, die zwar nicht wirklich innovativ anmutet, aber zunächst doch viel Potenzial birgt. Dieses Potenzial wird allerdings bald vergeudet, denn irgendwann versteht man die Verbindungen der einzelnen Wesen und Personen nicht mehr, und jeder neue Hinweis wirft mehr Fragen auf beziehungsweise sorgt für mehr Verwirrung. Sehr schade, denn Adventure-Games leben zu einem sehr grossen Teil von der Geschichte.

Gameplay

Heutzutage spielen Point'n'Click-Adventures nur noch selten in den Welten von Hexen, Gnomen und anderen Fabelwesen. Nun stösst The Legend of Crystal Valley in diese unterbesetzte Nische vor und versucht mit einer rothaarigen Protagonistin und einer Story, die ein wenig an "Alice im Wunderland" erinnert, in eine düstere und märchenhafte Welt vorzudringen.

Crystal Valley ist ein düsterer Ort

Crystal Valley ist ein düsterer Ort

Wie in einem Abenteuer dieses Genres üblich, bewegt man sich mit dem Mauszeiger fort und muss neben Rätseln vor allem Informationen sammeln, indem man sich mit den unterschiedlichsten Personen unterhält. Das ist in The Legend of Crystal Valley nicht anders - allerdings geben die wenigsten Menschen und Fabelwesen Informationen für lau heraus. Stattdessen muss man sie ertauschen - und zwar nicht gegen Geld, denn das Zahlungsmittel ist grösstenteils unbekannt. Nein, wer in diesem Spiel an Informationen und Hinweise kommen möchte, muss zunächst Gegenstände finden. Wer also Gegenstand A von Person X haben möchte, muss vorher noch drei weitere Gesprächspartner abklappern, die ebenfalls zu Tauschgeschäften bereit sind, wenn man denn den richtigen Gegenstand in der Tasche hat. Das artet leider oftmals in stupide Laufarbeit aus und sorgt eher für Frust als für echten Abenteuerdrang.

Dazu kommt, dass oftmals gar nicht gross angekündigt wird, das man einen neuen Gegenstand erhalten hat. Lediglich durch kurzes Aufblinken eines Buttons in der unteren Ecke wird man darauf hingewiesen. Übersieht man dieses schnelle Blinken, versucht man oftmals vergeblich, durch weitere Gespräche eben jenen Gegenstand zu bekommen. Das hätte wirklich besser gelöst werden können.

Schöne Inneneinrichtung

Schöne Inneneinrichtung

Ein weiterer Hauptteil eines jeden Adventures sind selbstverständlich die Rätsel. Allerdings nicht in diesem Spiel, denn richtige Rätseleinlagen kommen nur sehr selten vor. Und wenn man dann tatsächlich mal auf solch eine Denkeinlage trifft, dann ist sie viel zu einfach gestrickt und vorhersehbar. Fährt man mit dem Mauszeiger über einen Gegenstand, der benutzt werden kann beziehungsweise sonst irgendwie von Relevanz ist, ändert sich die Farbe. Das sorgt ebenfalls für einen sehr seichten Schwierigkeitsgrad und eher für Frust als für wirkliche Herausforderung.

Apropos Frust: Bewegungen werden, wie bereits erwähnt, durch Mausklicks gesteuert. Allerdings wirken die Bewegungen von Eve eher bedächtig und gemächlich, was ebenfalls recht schnell auf die Nerven geht. Durch Doppelklick auf die Stelle, zu der Eve gehen soll, kann man diese langsamen Bewegungen jedoch umgehen, denn dann "springt" die Protagonistin sozusagen sofort zum angeklickten Punkt. Dadurch kann man zwar unnötigen Frust vermeiden, es wäre aber gar nicht nötig, würden sich die Figuren einfach etwas zügiger bewegen.

Technik

Hübsches Farbspiel

Hübsches Farbspiel

Doch nicht nur Eve hat anscheinend Probleme mit ihrem Bewegungsapparat: Alle anderen Figuren bewegen sich sehr hölzern und kantig - wenn sie denn überhaupt in der Gegend herumlaufen. Meistens stehen oder sitzen sie nur öde in der Gegend herum und warten darauf, dass man sie anspricht. Das sorgt vor allem deshalb für Erstaunen, weil sie eigentlich so aussehen, als ob sie direkt aus einem Horrorfilm entsprungen sind und erst einmal an der Protagonistin knabbern möchten. Und nicht nur das Aussehen alleine sorgt dafür, dass dem Spieler ein kalter Schauer über den Rücken läuft: Die 3D-Charaktere wurden recht lieb- und leblos in die 2D-Szenarien gesteckt und wurden schlecht gezeichnet und animiert.

Ein weiteres Manko ist die Sprachausgabe, die sehr sporadisch eingesetzt wird und wie die Animationen eher hölzern wirkt. Glücklicherweise gibt es die Untertitel, die dafür sorgen, dass man sie schnell liest und dann die Szene abbricht, um nicht weiter in den zweifelhaften Genuss der Synchronstimmen zu kommen. Immerhin wirken die Soundeffekte und die Hintergrundmusik passend und untermalen die fantastische Atmosphäre von Crystal Valley.


Fazit

Laut Verpackungsangaben richtet sich The Legend of Crystal Valley vor allem an Fortgeschrittene. Das ist jedoch genau die Zielgruppe, die wohl am wenigsten Spass mit dem Adventure-Titel haben wird, denn der Schwierigkeitsgrad ist lächerlich, die Story etwas zu verwirrend und alles in allem wirkt das Spiel etwas veraltert. Anfänger und Neueinsteiger des Genres können hier allerdings erste Erfahrungen sammeln, ohne gleich auf Grund von zu schweren Rätseln oder unüberschaubaren Storyplots zu verzweifeln. Und auch absolute Hardcorefans dürften durchaus einige Stunden Spass haben, denn auch wenn es sich bei der Geschichte rund um die rothaarige Eve nicht um einen Überflieger handelt, so bekommt man durchaus Point'n'Click-Adventure in Reinform geboten.

31.08.2010 / fef


Community:

Bewertung: 2.0 (1 Bewertung)

 

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1 Kommentar

OutNow.CH:

Bewertung: 2.0

Spielspass:

Bewertung: 3.0

(50%)

Gameplay:

Bewertung: 2.0

(25%)

Technik:

Bewertung: 3.0

(25%)