Gray Matter (2010)

Gray Matter (2010)

  1. ,

PC-Review: Gibt es Geister wirklich?

Dr. Frankensteins Labor?
Dr. Frankensteins Labor? © Entwickler / Publisher

Sam "Samantha" Everett ist auf dem Weg nach London, als ein Unwetter ihre Karte vernichtet und ihr neu erworbenes Motorrad den Geist aufgibt. Völlig durchnässt sucht sie das einzige Haus der Umgebung auf, um dort die Nacht zu verbringen. Dabei erlebt sie mit, wie eine junge Dame, die sich gerade als neue Assistentin von Dr. David Styles vorstellen will, vor Panik davonläuft. Kurzerhand stellt sich Sam als neue Assistentin vor, um sich ein Quartier für die Nacht zu sichern. Tags darauf will Sam sofort verschwinden, denn sie befürchtet, dass ihre Lüge aufgedeckt werden könnte. Doch wohin soll sie gehen? Sie hat kein Geld, keine Fahrmöglichkeit und keine leise Ahnung, wo sie sich überhaupt befindet.

So beschliesst Samantha, das Spiel etwas weiterzuspielen. Ihre erste Aufgabe besteht darin, sechs freiwillige Studenten für ein Experiment von Dr. Styles zu finden. Dies ist leichter gesagt als getan, kursieren doch Gerüchte darüber, dass der Doktor völlig verrückt sei. Stück für Stück erfährt sie, dass sich Dr. Styles nach einem Unfall, bei dem seine Frau verstorben ist, völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Trotzdem schafft es die Hobby-Zauberin, einige Studenten zu finden. Da es leider keine sechs Studenten sind, muss sie selber am Experiment teilnehmen. Nach diesem Experiment geschehen einige sehr seltsame Dinge, und Sam will diesen auf die Spur kommen. Hat Dr. Styles Böses im Sinn? Oder ist alles nur Zufall?

Gray Matter kann mit einer Geschichte aus der Feder von Jane Jensen überzeugen, die es versteht, immer mal wieder ein überraschendes Element einzubauen. Ein gelungenes Adventure, was Geschichte, Charaktere und Atmosphäre angeht. Allerdings wird Gray Matter keinen Preis für überragende Grafik oder sehr geschickte Charaktere bekommen. Der Spielspass ist allerdings auf jeden Fall vorhanden und für Adventure-Fans nahezu ein Must-have!

Story

Das Anwesen des Dr. Styles - Gruselig
Das Anwesen des Dr. Styles - Gruselig © Entwickler / Publisher

Jane Jensen, die Macherin der Gabriel-Knight-Trilogie, hat wiedermal ihre Feder ausgepackt, und man fühlt es: In der düsteren und seltsamen Welt von Gray Matter heben sich vor allem die tiefgründigen Charaktere hervor. Sei dies nun Mrs. Dalton, welche den Herrn des Hauses schützt, der etwas mysteriöse Dr. Styles selbst, der Student, der immer erst alles mit seiner Mutter besprechen muss, oder der Verkäufer im Magier-Laden, der immer mal wieder in Rätseln spricht.

Fakt ist, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Zwar muss die Geschichte erst in Fahrt kommen, doch danach wird man an den Bildschirm gefesselt. Neben der Hauptstory kann man auch daran arbeiten, in den Daedalus-Club zu kommen, den berühmten Orden der wichtigsten Zauberer. Da will Sam natürlich auf jeden Fall hin.

Gameplay

Zwischenzeitlich kann man auch nur die Aussicht geniessen
Zwischenzeitlich kann man auch nur die Aussicht geniessen © Entwickler / Publisher

Die Steuerung verläuft ziemlich gleich wie in allen Adventures: Alles wird komplett mit der Maus gesteuert und ist ein reines Klickvergnügen. Am Anfang wird in einem kleinen Turtorial alles erklärt. Während des Spiels wird hin und wieder ein kleiner Text eingeblendet, falls steuerungstechnisch etwas Neues auf den Spieler zukommt. Gray Matter ist voller Rätsel, welche durchaus mal knifflig, aber stets lösbar sind. Interessant sind auch die Zaubertricks, die den Weg von Sam begleiten. Mithilfe des Zaubertrickbuches muss der Spieler den Ablauf des Tricks selber bestimmen. Sollte man mal nicht weiterkommen, besteht die Möglichkeit, mit Hilfe eines Knopfdruckes alle Gegenstände im Raum anzeigen lassen, vielleicht hat man ja etwas übersehen? Sind allerdings mehrere Gegenstände zu nah zusammen, kann es durchaus verwirrend sein.

Auf der Karte, welche Sam immer bei sich trägt, wird angezeigt, an welchen Schauplätzen sie noch etwas zu erledigen hat. Etwas Neues für den Spieler hingegen ist, dass er zwei Charaktere spielen darf und muss: einerseits Samantha Everett, zum andern Dr. Styles. Dies bringt eine gewisse Spannung und Abwechslung in das Spiel, da der Verlauf der Geschichte aus verschiedenen Perspektiven wahrgenommen wird.

Technik

Kommen wir zu spät zur Party?
Kommen wir zu spät zur Party? © Entwickler / Publisher

Grafisch ist Gray Matter leider nicht ganz zeitgemäss. Die Zwischensequenzen sind in einer Art Comiczeichnung dargestellt, was zwar eine interessante Idee ist, aber etwas enttäuscht. Die Animationen wirken hölzern. Beispielsweise gehen die Charaktere seltsame Umwege, die nicht wirklich nachvollziehbar sind. Einen weiteren Schwachpunkt stellt das Übergeben von Gegenständen dar, denn dabei berühren sich die Charaktere überhaupt nicht. Die Hintergründe und Umgebungen sind hingegen sehr anschaulich und geben dem jeweiligen Schauplatz ihre ganz eigene Atmosphäre. Die Synchronisation der deutschen Stimme ist kein Wunderwerk, aber durchaus in Ordnung.

/ roe