Donkey Kong Country Returns (2010)

Donkey Kong Country Returns (2010)

Wii-Review: Nintendo goes apeshit!

Exotische Levels machen Lust auf Urlaub!
Exotische Levels machen Lust auf Urlaub! © Entwickler / Publisher

Der japanische Spielehersteller [publisher]Nintendo[/publisher] prägte die Videospielszene wie kein zweiter und kann ein schier endloses Verzeichnis an Top-Franchises vorweisen, die jeden noch so anspruchsvollen HD-Jünger in süssen Kindheitserinnerungen schwelgen lassen. In diese Kategorie fallen auch die Abenteuer von Donkey Kong, die zu Zeiten des SNES sogar dem kugelbauchigen Italo-Klempner Konkurrenz machten. Passend zum Weihnachtsgeschäft 2010 beglückt uns [publisher]Nintendo[/publisher] nun mit der langersehnten Rückkehr des putzigen Primaten.

Nachdem Donkey Kong von einer Horde eigenartiger Tiki-Kreaturen überfallen und ausgeraubt wird, begibt er sich zusammen mit seinem Kumpel Diddy auf eine abenteuerliche Reise, um seine Mega-Bananen wieder zurückzuholen.

Donkey Kong Country Returns macht seinen erfolgreichen Vorgängern alle Ehre und darf ungeniert als einer der besten Titel für die Wii bezeichnet werden. Mit seinem hervorragenden, wenn auch teils sehr anspruchsvollen Level-Design, der gewohnt genialen Spielmechanik, der tollen Grafik und dem spassigen Multiplayer macht der Titel alles richtig. Jump'n'Run-Enthusiasten und Donkey-Kong Veteranen machen mit dem Kauf dieses Spiels garantiert nichts falsch.

Gameplay

Ein starkes Team!
Ein starkes Team! © Entwickler / Publisher

Die Retro Studios, welche uns schon mit der Metroid Prime Trilogy beglückten, schicken den Spieler in Donkey Kong Country Returns auf eine Oldschool-Jump'n'Run-Zeitreise. Ganz in der Tradition früherer Teile, steuert man Donkey Kong von links nach rechts und überwindet dabei tiefe Schluchten, plättet unzählige Gegner, schwingt sich von einer Liane zur nächsten und fliegt mit Kanonenfässern durch die Lüfte. Was sich hier nach gewohner Jump'n'Run-Kost anhört, verlangt einem aufgrund des erstaunlich hohen Schwierigkeitsgrades aber einiges ab. Ein schnelles Reaktionsvermögen und präzise getimte Sprünge sind unverzichtbar, wenn man nicht einen schnellen Tod sterben will. Da freut man sich für einmal auch wieder, wenn man einfach nur den Checkpoint in der Mitte des Levels passiert hat. Wem gewisse Passagen zu schwer sind, der kann von einem Auto-Pilot-Feature Gebrauch machen, welches einen automatisch durch die schwierigen Passagen steuert.

Kraken Paul ist auch mit von der Partie!
Kraken Paul ist auch mit von der Partie! © Entwickler / Publisher

Die Spielmechanik ist den Entwicklern insgesamt sehr gut gelungen und wirkt wie aus einem Guss. Die Entwickler haben sich für den ersten Jump'n'Run-Auftritt des Gorillas auf der Wii auch einige neue Bewegungen einfallen lassen. Hämmert man die Wiimote nach unten, so führt Donkey eine lähmende Stampfattacke aus. Schwingt man sie mit kreisrunden Bewegungen, kann man eine verheerende Rolle ausführen. Schüttelt man sie horizontal, so sucht der Affe die nähere Umgebung nach verborgenen Schätzen ab, indem er Sand und Dreck wegpustet. Sollte die geballte Kraft von Donkey Kong einmal nicht ausreichen, so kann man stets auf die Unterstützung von Diddy Kong und verschiedenen Reittieren zählen. Diese hat man aber auch bitter nötig, denn um das Spiel zu 100 Prozent zu absolvieren, muss man alle versteckten "KONG"-Buchstaben aufsammeln sowie alle Zeitrennen gewinnen.

Kontrast zur Winterzeit!
Kontrast zur Winterzeit! © Entwickler / Publisher

Das grösste Highlight von Donkey Kong Country Returns ist das hervorragende und enorm abwechslungsreiche Leveldesign, welches die Serie schon früher gross machte. Die Entwickler haben es tatsächlich geschafft, den Charme der vergangenen Ära einzufangen und diesen der zeitgemässen Technik anzupassen. So kämpft man sich beispielsweise an einem Strand entlang und muss krachenden Wellen ausweichen, reitet auf einem fliegenden Raketenfass durch eine Fledermaus-verseuchte Höhle oder nimmt an einer altbekannten Achterbahnfahrt durch eine Kohlemine teil. Besonderes Lob haben auch die Silhouetten-Levels verdient, in denen man Donkey Kong und seinen Gefolgsmann, geblendet durch das Gegenlicht, nur als Silhouette wahrnimmt und sie auf diese Weise durch die Levels peitscht. Das Ganze erinnert zugegebenermassen etwas an Limbo, sieht aber trotzdem ziemlich stylisch aus.

Multiplayer

Als speziell süsses Zückerchen bekommt man in Donkey Kong Country Returns endlich wieder einmal einen Offline-Koop-Modus serviert, in dem man die gesamte Welt zusammen mit einem Freund oder der Freundin bereist. Spassige Stunden sind hier garantiert.

Technik

Lasst euch nicht nass machen!
Lasst euch nicht nass machen! © Entwickler / Publisher

Donkey Kong Country Returns macht auch technisch alles richtig und sieht insgesammt sehr gut aus. Die Entwickler beherrschen ihr Handwerk ganz offensichtlich und liefern für Wii Verhältnisse wunderschön animierte Landschaften und tolle Umgebungseffekte, die sich bis zum Schluss auf einem konstant hohen Niveau bewegen. Der Sound punktet mit den altbekannten Jazz-Melodien, die einen sofort zurück ins SNES-Zeitalter katapultieren.

/ Andreas Mutzner [am]