Alchemia (2010)

Alchemia (2010) PC-Review

Wo ist mein Körper?

Wo ist mein Körper?

Ein neues sympathisches Rätselspiel ist da: Es heisst Alchemia und beginnt etwas mysteriös: Ein kleiner namenloser Held der grossen Nase sitzt eines Abends am Lagerfeuer und wird von einem Schwarm fliegender Wesen überrascht, vor lauter Schreck bewirft er eines davon. Überraschend stürzt das Wesen ab und verliert seinen Körper. Dies weckt das Mitleid des kleinen Helden, welcher nun einen Körper für den Geist des Wesens sucht.

So reist dieses ungewöhnliche Duo quer durch viele merkwürdigen Szenen und begegnet absurden Wesen. Aber werden die zwei einen würdigen Körper für das Wesen finden, und welche Hindernisse werden sich ihnen in den Weg stellen?


Rating: PC Games

Story

Was bist du denn?

Was bist du denn?

Der Held, der auf keinen Namen hört, aber dafür eine um so grössere Nase hat, lebt in einer kleinen Hütte am Rand eines Waldes. Als er diese Wesen sieht und aus lauter Schreck bewirft, erwartet er nicht, dass eines davon dieses nicht überlebt und fortan als Geist an seiner Seite wandert. Da unser Held ein schlechtes Gewissen hat, hilft er dem Wesen, einen Ersatzkörper zu finden, was sich als schwieriger herausstellt als erwartet.

So kurz und schnell die Story auch erklärt ist, sie mag zu entzücken. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und gleich zu Beginn sehr sympathisch. Und trotzdem sind sie mysteriös und ein bisschen absurd. Tolle Sache.

Gameplay

Seit geraumer Zeit sind dunkle mysteriöse Rätselspiele im Trend. Kenner werden da an Machinarium denken, das in die gleiche Nische wie das hier beschriebene Alchemia schlägt. Ab der ersten Spielsekunde fühlt man sich als alter Hase in diesem Genre zu Hause.

Sieht ganz schön schwierig aus...

Sieht ganz schön schwierig aus...

Man steuert den Protagonisten mit der Maus, aber diesmal bewegt man sich nur, wenn man auch ein anderes, anklickbares Objekt auswählt. Da wäre man auch gleich beim ersten Negativpunkt. Man hat immer das Gefühl, nicht die totale Kontrolle haben. Es kommt oft vor, dass man sich erwischt, wie man den Bildschirm nach anklickbaren Objekten absucht. Es fehlt die Freiheit, die Welt zu untersuchen und zu erfoschen. So geht viel der eigentlich sehr ansehnlichen Stimmung verloren.

Die Rätsel sind zu Beginn noch sehr einfach und schnell bewältigt. Ein Beispiel: Zu Beginn findet man einen Traktor, den man per Schlüsseldreh, Kupplung und Gangschaltung in Betrieb nimmt. Fährt man diesen weiter vor, findet man unter diesem einen Stein, den man auf das Pedal setzen kann und so weiter reisen kann, ohne dass man selbst am Steuer sitzt. So werden die Rätsel aber schnell auch komplexer und absurder. Und leider auch einfallsloser.

Und ist man endlich richtig im Spiel angekommen, endet das Game leider schon. Die viel zu kurze Spielzeit ist wohl der grösste und traurigste Kritikpunkt an diesem Spiel. Der grösste Pluspunkt ist dafür die erwähnte Stimmung. Diese dunkle, mysteriöse und doch so sympathische Szenerie ist einfach fesselnd. Die musikalische Untermalung ist einzigartig. Es passt halt einfach alles zusammen.

Technik

Tolle, düstere Stimmung!

Tolle, düstere Stimmung!

Technisch gesehen ist Alchemia ein solides PC-Spiel, welches zu überzeugen vermag, aber leider schnell zu schwächeln beginnt. Die fein gezeichnete Kulisse und die sehr gelungene musikalische Untermalung sind fast unbeschreiblich, mögen aber trotz allem nicht über die kurze Spielzeit hinwegzutrösten. Auch die Steuerung ist leider nicht das Gelbe vom Ei, sondern beginnt ziemlich schnell zu nerven, wenn man nur noch klickbare Gegenstände sucht und so von Rätsel zu Rätsel rennt und das Ganze rundherum nur vorbeirasen sieht.

Auch die Rätsel vermögen zu Beginn noch zu überzeugen, sind nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr so sehr ideenverliebt, wie man am Anfang vermuten mag. Viele Rätsel löst man einfach durch Ausprobieren und nicht durch Überlegen. So ist man leider nach einer Zeit so abgestumpft von dem ganzen Spiel, das der Spielspass hängen bleibt.


Fazit

Auf der Hülle von Alchemia steht, dass die Animationen wie auch der stimmungsvolle Soundtrack und die surrealen Illustrationen zu überzeugen wissen. Das tun sie auch, jedenfalls zu Beginn. Technisch gibt es zu diesem Titel fast nur Positives zu sagen. Der Sound und die Stimmung sind so fesselnd und liebevoll gestaltet und wissen zu entzücken.

Nur leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Steuerung ist völlig unnütz und erinnert mehr an ein Wimmelbildspiel als an ein Rätselspiel dieser Art. Man sucht den ganzen Bildschirm nach anklickbaren Gegenständen ab und sieht die Kulisse nur noch als nervig an. Auch die Rätsel, die nett gestaltet sind, fangen nach der Spielhälfte an zu schwächeln. Sie verlieren an Reiz, und dies ist das Todesurteil für jeglichen Spielspass. Wenn man über diese Negativpunkte wegsehen kann, erlebt man mit diesem Titel trotzdem ein nettes Rätsel-Adventure, das in Sachen Kulisse seinesgleichen sucht.

09.09.2010 / str


Community:

Bewertung: 2.0 (1 Bewertung)

 

» Deine Wertung?

 

Kommentare:

1 Kommentar

OutNow.CH:

Bewertung: 2.0

Spielspass:

Bewertung: 2.0

(50%)

Gameplay:

Bewertung: 2.0

(25%)

Technik:

Bewertung: 4.0

(25%)