Alan Wake (2010)

Alan Wake (2010)

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Xbox 360-Review: Des Lichts besten Freundes

Flying Car
Flying Car © Entwickler / Publisher

Lange, sehr lange musste man auf Alan Wake warten: Bereits im Jahre 2007 wurde das Spiel angekündigt und erfreute sich im Vorfeld aufgrund der mysteriösen Infos einer grossen Fangemeinschaft. Entwickler Remedy hat nun zusammen mit [publisher]Microsoft[/publisher] über drei Jahre in dieses Spiel investiert und lanciert laut eigenen Aussagen einen adrenalingeladenen Action-Thriller. Ob es aber auch wirklich hält, was es verspricht?

Alan Wake ist ein von häufigen Albträumen geplagter Schriftsteller. Zusammen mit seiner Partnerin Alice verlässt der Autor das Stadtleben für einen kurzen Urlaub in die Wildnis nach Bright Falls. Dort soll er seine Batterien wieder aufladen und sich ganz erholen können. Seine Albträume sollen endlich ein Ende finden. Doch bereits bei der Anreise scheint irgendetwas nicht zu stimmen, und gewisse Menschen kommen ihm sehr bekannt vor. Endlich am Ziel angelangt, zieht das Paar in das wunderschöne Haus am See ein. Bereits in der ersten Nacht fällt aber der Strom aus und Alice scheint spurlos verschwunden zu sein. Als Alan nach ein paar Augenblicken wieder aufwacht, findet er sich eine Woche später alleine und verletzt in seinem Auto wieder. Bald schon muss er feststellen, dass sein grösster Albtraum erst begonnen hat. Denn im dunklen Wald scheint er nicht alleine zu sein...

Wer aufgrund der Konsolenexklusivität das Game Heavy Rain nicht spielen konnte, kann sich garantiert in Alan Wake trösten. Der psychologische Action-Thriller ist stets spannend und bietet eine wirklich geniale, auf der Xbox 360 wohl noch nie dagewesene Atmosphäre. Die tolle Soundkulisse und die vielen optischen Details machen den zu Beginn nicht ganz einfachen Anfang absolut wieder wett. Nicht nur die atemberaubende Story, sondern auch die tolle Action sorgt während des Spiels für viel Abwechslung und spassige Spielstunden. Einzig etwas länger hätte das Game werden dürfen. Doch sollen schon bald weitere Inhalte per Download dazu kommen. Wir können es jetzt schon kaum erwarten.

Story

Die Feinde immer im Nacken
Die Feinde immer im Nacken © Entwickler / Publisher

Der wohl stärkste Punkt des Spiels: Alan Wake weiss storytechnisch schon ab der ersten Minute zu gefallen. In richtiger Thriller-Manier wird dem Spieler eine packende Geschichte geboten, die eigentlich zu keiner Zeit einzubrechen scheint. Das im Episodenformat aufgebaute Game überrascht in jeder Folge mit einem doch unerwarteten Schluss. Im Vorfeld wurde das Spiel immer wieder mit der TV-Serie Lost und dem Autor Stephen King in Verbindung gebracht. Dieser Vergleich scheint alles andere als falsch, denn genau in diese Richtung bewegt sich das Spiel. Einfach nur spitze!

Gameplay

Gespielt wird aus Sicht der dritten Person. Während man in den Zwischensequenzen meist die eigentliche Handlung mitkriegt, befindet man sich im Spiel selber häufig mit Taschenlampe und Pistole ausgestattet in dunklen Gebieten wieder. Die Übergänge zwischen dem eigentlichen Spielen und den Sequenzen hätten vielleicht sanfter ausfallen können. Doch spielt sich Alan Wake recht gut von der Hand und übersichtlich. Die Einführung zu Beginn ist gelungen und erklärt die nicht überhäufte Tastenbelegung am Controller.

Einsam?
Einsam? © Entwickler / Publisher

Nur mit dem Ausschalten seltsamer Gegner und der Suche nach seiner Frau ist es dann aber für Alan Wake auch nicht geschehen. Er sammelt nebenbei auch noch wichtige Objekte und muss immer wieder auch das Gespräch mit anderen Personen suchen. In den Kämpfen kann die Kamera dann aber manchmal etwas stören. Auch das Waffenarsenal ist nicht übermässig gross, bietet aber trotzdem eine gute Abwechslung. Wichtig ist es dabei, immer genügend Munition und Batterien auf sich zu haben. Denn das Licht und eine Schusswaffe sind die wichtigsten Überlebenseigenschaften für den Hauptcharakter.

Zugegebenermassen braucht Alan Wake am Anfang eine kurze Zeit, bis man in seine Welt eintaucht. Hat man dann aber mal die erste Episode durch, nimmt das Game so richtig Fahrt auf. Langweilig wird es nie, und den richtigen Weg ans Ziel findet man trotz der vielen Waldspaziergänge meist recht schnell. Die Steuerung selber erweist sich im Verlaufe des Spiels als ziemlich einfach, und die verschiedenen Atmosphären lassen den Spieler immer wieder staunen. Allzu häufige Schockmomente darf man dann auch nicht erwarten, doch kann das Spiel trotzdem hie und da für ein kleines Aufschrecken sorgen.

Technik

Tolle Aussichten
Tolle Aussichten © Entwickler / Publisher

Einfach nur erstaunlich, was die Macher im visuellen und tontechnischen Bereich aus Alan Wake gemacht haben: Die Sequenzen sind sauber gerendert worden, und die verschiedenen Orte sehen prächtig aus. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier gearbeitet, und es scheint, als hätten die Entwickler an jedes noch so erdenkliche Merkmal gedacht. Ganz selten ist dann doch ein leichter Ruckler wahrzunehmen, doch spielt sich das Game grundsätzlich sehr flüssig ab. Auch die doch sehr kurzen Ladezeiten behindern den Spielfluss keineswegs.

Neben der optischen Glanzleistung haben es auch die Soundeffekte in sich. Wer über ein Surround-System verfügt, wird schnell mal jedes Geräusch von hinten und vorne im Wald hören können. Dazu trägt der starke Soundtrack ebenfalls zur tollen Gesamtatmosphäre bei. Es darf also ruhig auch etwas lauter gespielt werden.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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Kommentare Total: 4

ale

Was ich bisher gesehen habe, gefällt mir eigentlich ganz gut. Die Inszenierung ist an gewissen Stellen besser als in Heavy Rain. Natürlich ist es schade, dass die Manuskriptseiten (und auch die Thermosflaschen bisher) keinen spielerischen Bezug herstellen, aber sie unterstreichen den Fokus auf die Story, weshalb ich sie gerne einsammle. Zudem lesen sie sich wie ein kleines Preview und lassen die Spannung ansteigen. Ihre Daseinsberechtigung haben sie dadurch schon...

Klar, die "Missionen" sind jeweils vom Stil: "Gehe von A nach B", aber so wie ich das sehe, ist das einer der wenigen Inszenierungsfehler, die die Entwickler begangen haben. Soll heissen: Das Problem ist, dass mir sowohl durch den Text im HUD als auch durch die Gedanken Wakes eingebläut wird, wohin ich gehen soll. Bei diesem linearen Leveldesign wäre sowas eigentlich gar nicht nötig gewesen; man hätte es selber herausfinden können. Dadurch wäre dieser "Geh-dorthin-Charakter" des Spielaufbaus nicht derart durchgedrungen.

Das sind aber nur meine erste Impressionen. Ich befinde mich erst in der zweiten Episode. Eventuell fehlt es mir im weiteren Spielverlauf auch ein wenig an Abwechslung. Bis auf die (in Anführungszeichen) "Bosskämpfe" sind ja alle Gegner gleich und ziemlich einfach zu eliminieren. Trotzdem, man spürt, wie der Fokus auf der Geschichte liegt, und manche Skripts haben mir Schauer über den Rücken gejagt. Zusammen mit dem bereits genannten Heavy Rain ist es das spannendste Spiel seit langem. Da kann man über die Macken des Gameplays mal ruhig hinwegschauen.

th

Kommt leider gerade bezüglich story und spielspass/spannung nie und nimmer an Heavy Rain hin. am meisten stört mich der ewigs gleiche handlungsverlauf. ich muss von A nach B, und dazwischen kommen mindestens 5-10 bösewichte (seeehr originell: "taken" genannt). rätsel gibts dazwischen eigentlich keine zu lösen. die wenigen "schwierigkeiten" bestehen grad mal darin, in den vorgegeben bahnen die gegend abzulaufen, und ab und zu mal ein schalter zu drücken.

war die spielfigur in heavy rain zwar sehr limitiert und die bewegung auf buttons-im-richtigen-moment drücken beschränkt, überzeugte es mit einer spannenden story, auf die man einfluss nehmen kann. alan wake ist grad das gegenteil: hier kann man zwar "frei" in der gegen rumspringen, aber auf die eigentliche handlung hat man nie einfluss. schlimmer noch: durch die immer wieder "zufällig" rumliegenden munition, waffen und sonstige verpflegung erinnert das spiel an einen klassischen shooter - ohne tatsächlich jemals auf einen entsprechenden unterhaltungslevel zu gelangen.

vom unbefriedigenden, schon fast billigen ende mag ich gar nicht mehr schreiben. lieber verlier ich noch ein paar worte zum manuskript, das man seite für seite auflesen sollte. warum genau?!? ob man nun alle oder keine seite gefunden hat, hat genau keinen einfluss auf die einzelnen episoden!

schade. ich habe mir viel mehr als ein simples ablaufen der levels erhofft - grade nachdem heavy rain die messlatte doch recht hoch gesetzt hat, und alan wake (deshalb?) nach hinten verschoben wurde...

grafisch und atmosphärisch ist das spiel ganz ok, mag aber bei gesichter und bewegungen leider nicht an heavy rain hin. aufgerundete 4 taschenlampen gibts dafür.

daw

Xbox 360-Review: Des Lichts besten Freundes

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