Terminator: Salvation (2009)

Terminator: Salvation (2009)

Terminator: Die Erlösung
  1. , ,

Xbox 360-Review: Wo bleibt die Erlösung?

Kein Laser in die Augen bitte!
Kein Laser in die Augen bitte! © Entwickler / Publisher

Pünktlich zum Kinostart von Terminator: Salvation kommt auch das Videospiel zum neuen Terminator-Streifen in die Läden. Ob uns erneut eine Marketing-Game-Enttäuschung bevorsteht, lest ihr am besten gleich selbst.

Es herrscht Krieg zwischen der Menschheit und einer vom sogenannten Skynet-System kontrollierten Roboterarmee. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Widerstandskämpfers John Connor. Die Geschichte des Videospiels spielt sich zeitlich vor den Ereignissen im Film ab, zeigt aber viele der Charaktere aus dem Film. John Connor und seine Teamkollegen sehen sich gerade einer verlorenen Schlacht gegenüber und müssen versuchen unversehrt zum Evakuationspunkt zu gelangen. Auf dem Weg dorthin jedoch schnappt das Team einen Notruf auf und fühlt sich natürlich verpflichtet, trotz der geringen Erfolgschancen zur Hilfe zu eilen.

Alles schon mal gesehen - und das um einiges besser. Terminator: Salvation ist wieder mal eine lieblos und hastig verwurstete Filmlizenz. Neben der mauen Grafik liefert das Spiel eine total uninspirierte Spielmechanik, monotone Levels und ewig lange Ladezeiten. Kein Wunder also wollte Hollywoodstar Christian Bale (der John Connor im neuen Kinofilm) Stimme und Gesicht nicht für dieses überflüssige Marketingprodukt hergeben.

Gameplay

Freund oder Feind?
Freund oder Feind? © Entwickler / Publisher

Terminator: Salvation orientiert sich ganz und gar an anderen Third Person Shootern. Mit dem A-Knopf hopst ihr in Deckung. Von hier aus könnt ihr nun blind oder gezielt aus der Deckung heraus die Gegner unter Beschuss nehmen oder zur nächsten Deckung weiterhuschen. Dies ist eine sehr wichtige Technik, da viele der Robotergegner ihre schwächste Stelle am Rücken haben. Die Killermaschinen sind nicht gerade vielfältig, aber immerhin recht unterschiedlich ausgefallen. Ihr kämpft gegen fliegende Dronen, Mechs und das T-600-Terminator-Modell, die klobige Vorstufe zum bekannten T-800 aus dem ersten Terminator-Film.

Gelegentliche Ballerpartien, in denen ihr euch ans Maschinengewehr oder gar in den Geschützturm eines Panzers setzt, sind zwar spassig und bringen etwas Abwechslung ins Spielgeschehen, bieten aber überhaupt nichts Neues und drücken dem Spiel noch mal kräftig den 08/15-Stempel auf. Der Spieler kann maximal zwei Waffen gleichzeitig mit sich führen. Obwohl auch hier wieder mächtig gespart wurde: Maschinengewehr, schweres Maschinengewehr, Schrotflinte, Raketen- und Granatwerfer. Mehr hat die Waffenkammer nicht zu bieten.

Immer schön in Deckung gehen!
Immer schön in Deckung gehen! © Entwickler / Publisher

Ebenso minimalistisch ist der Rest des Spiels. Die Levels laufen immer nach dem gleichen Schema ab: Ihr kommt in ein Gebiet, die Gegner tauchen auf, ihr geht in Deckung, versucht hinter den Gegner zu gelangen und macht ihn dann, während eure teilweise strohdummen AI-Begleiter Deckungsfeuer geben, von hinten zunichte. Spieltechnisch wurden auch viele Dinge einfach weggelassen. Ihr müsst ohne Schlagknopf auskommen (nicht dass das gegen die Maschinen viel brächte), keinerlei Spezialmoves und keine Spur von einem Upgrade-System. Hinzu kommt noch die kurze Spieldauer und geringen bis keinen Reiz, das Spiel erneut durchzuspielen. Schade.

Multiplayer

Der Mehrspielermodus macht auch keine grossen Sprünge. Zwei Spieler können miteinander im Splitscreen gegen die Maschinenhorden ankämpfen. Hierbei übernimmt der zweite Spieler die Rolle der Widerstandskämpferin Blair. Ein heutzutage fast schon obligatorischer Online-Co-op-Modus ist nicht enthalten. Ansonsten spielt sich der Mehrspielermodus genau gleich wie der Einzelspielermodus, obwohl es zu zweit sicherlich etwas mehr Spass macht, sich durch das zerstörte Los Angeles zu schlagen.

Technik

Gemeinsam gegen die bösen Maschinen
Gemeinsam gegen die bösen Maschinen © Entwickler / Publisher

Grafisch hat Terminator: Salvation auch nicht allzu viel zu bieten. Die unmittelbare Umgebung wirkt irgendwie überall etwas zu ähnlich. Die Texturen und Charaktere sind nicht gerade Next-Gen würdig. Einzig die Gesamtkulisse ist gut aufgebaut und in Szene gesetzt. Die zerstörte Stadt im Hintergrund macht einiges her, schafft es aber trotzdem nicht, eine passende Atmosphäre zu kreieren. Die Musik und Soundeffekte hingegen erledigen ihren Job effektiv und geben dem Spiel doch noch etwas von der Filmatmosphäre mit. Die Zwischensequenzen sind ebenfalls gut und actionreich inszeniert, vermögen aber auch wieder grafisch nicht ganz mitzuhalten.

/ seb