Spyborgs (2009)

Spyborgs (2009)

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Wii-Review: Prügelbots auf Tour

Megaman?
Megaman? © Entwickler / Publisher

In der futuristischen Welt von Spyborgs werden verwundete Soldaten nicht mehr ausgemustert, sondern einfach mit kybernetischen Teilen zu Elite-Kämpfern, sogenannten Spyborgs, aufgepimpt. Zu Beginn klappte das ganz gut, doch nach und nach verschwanden immer mehr der Spyborgs, und düstere Zeiten zogen auf. Die drei Spyborgs Ninjabraut Clandestine, Vorzeigesoldat Stinger und der Roboter Bouncer haben nur knapp einen Hinterhalt ihres früheren Teammitglieds Jackal überlebt und sinnen nun natürlich auf Rache.

Jetzt aber schnell weg da!
Jetzt aber schnell weg da! © Entwickler / Publisher

Um zu Jackal zu gelangen, muss sich das Trio Infernale aber zuerst durch eine Horde unterschiedlichster Roboter-Gegner prügeln. Der grössenwahnsinnige Jackal hat es sich zum Ziel gemacht, zum kybernetischen Übermenschen zu werden und die ganze Welt zu versklaven. Doch seine drei Ex-Teamkollegen könnten ihm da noch einen Strich durch die Rechnung machen und so ganz nebenbei das Rätsel der verschwundenen Spyborgs aufklären...

Spyborgs ist leicht verdauliche Massenware, der es an Innovation und Abwechslung mangelt. Das absolut standardmässige Upgrade-System sowie die limitierten Combomöglichkeiten entlocken den meisten Spielern nur ein "Gähn". Dem Spiel fehlt es zu sehr an einer eigenen Identität und neuen Ansätzen. Da hilft auch das gelegentliche Schütteln der Wii-Mote nichts. Einzig und allein die Grafik und die sonstige Aufmachung des Spiels sind überzeugend. Immerhin zu zweit lassen sich einige heitere Prügelstunden verbringen, aber auch da gibt es weitaus bessere Titel.

Story

Vorher...
Vorher... © Entwickler / Publisher

Nach der Ankündigung von Capcoms neuem Wii-Brawler Spyborgs zu Beginn des Jahres 2008 ist viel passiert. Das Spiel wurde von einem puzzlelastigen, bunten Cartoon-Abenteuer komplett umgekrempelt zu einem eher uninspirierten Hack'n'Slay-Prügler mit leicht düstererem Comicstil. Die Geschichte um die Spyborgs ist nicht gerade gut erzählt und verschwindet während des Spielgeschehens absolut in den Hintergrund. Viel zu oft fragt ihr euch einfach, was ihr hier eigentlich macht. Ausser natürlich haufenweise Roboter zu verdreschen.

Gameplay

Nachher!
Nachher! © Entwickler / Publisher

Die Levels sind in vier Hauptsektionen und weiter in unzählige kleine Abschnitte eingeteilt. Vor jedem Abschnitt wählt ihr zwei der drei Spyborgs aus. Nun heisst es Beine unter die Füsse nehmen, sich möglichst schnell durch die Robotermassen durchprügeln und möglichst gleich noch eine hohe Combotreffer-Anzahl erreichen. All diese Faktoren und noch ein paar weitere, wie zum Beispiel Kills, ergeben, wieviele Erfahrungspunkte ihr erhaltet. Mit den Erfahrungspunkten kann der Spieler seine drei Spyborgs aufleveln. Hier zeigt sich jedoch schon, wie sparsam die Entwickler mit Neuerungen umgegangen sind. Die Upgrades beschränken sich auf sage und schreibe vier Spalten: Gesundheit, Schaden, Moves und Spezial. Wer jetzt denkt, dass Moves und Spezial es ja sicher in sich haben, irrt. In der Moves-Sparte erhaltet ihr lediglich einige wenige Moves, welche grösstenteils eigentlich schon zu Beginn frei sein sollten, darunter zum Beispiel ein simples Ausweichmanöver. Die Spezial-Sparte schlägt sich leider auch nicht mit Bravour. Zwar richtet nach ein paar Upgrades euer Spezialmove mehr (Flächen-) Schaden an, aber sonst tut sich da nicht arg viel.

Eine feurige Angelegenheit
Eine feurige Angelegenheit © Entwickler / Publisher

Die eigentliche Steuerung ist brachial simpel gehalten. Neben den zwei Angriffstasten habt ihr nur noch die Möglichkeit, die Z-Taste gedrückt zu halten und die Wii-Mote zu schwingen. Habt ihr dabei einen vollen Spezialbalken, kommt es zum Spezial-KO-Schlag. Hierbei kommt es zu einem QTE (Quick Time Event), bei dem ihr ein paar Gesten mit der Wii-Mote ausführen müsst. Wer aber auch hier lieber auf den Knöpfen rumwurstelt, kann die QTEs im Optionsmenü von Gesten zu Knopfsteuerung umstellen. Muss aber nicht wirklich sein, denn die Bewegungen, die ihr mit der Wii-Mote und dem Nunchuk ausführen müsst, sind eigentlich ganz gut gelungen und gut den Bewegungen der Charaktere nachempfunden. Mit der Wii-Mote lassen sich versteckte Kisten und getarnte Gegner in der Spielwelt aufdecken. Hierzu müsst ihr einfach mit der Wii-Mote auf die betreffende Stelle zielen, mit der A-Taste fixieren und fast wie ein Rubbellos das Unsichtbare sichtbar rubbeln. Wenn ihr alleine spielt, wechselt ihr mit der Plus-Taste blitzschnell zwischen den zwei gewählten Charakteren hin und her.

Multiplayer

Ein ungleiches Paar
Ein ungleiches Paar © Entwickler / Publisher

Spyborgs wurde mit dem Co-Op-Modus fast zu sehr auf den Mehrspielermodus ausgelegt. Denn allzu oft macht einem die nicht gerade auf Taktik bedachte AI einen Strich durch die Rechnung und greift den Gegner an, der die geringste Gefahr darstellt. Der Mehrspielermodus verändert eigentlich nichts am sonstigen Spielgeschehen, macht aber ansonsten viel mehr Spass als sich alleine durchzukloppen. Doch auch so verkommt das Spiel zu einer monotonen Knöpfe-Drück-Orgie ohne viel Sinn.

Technik

Bouncer: quetschen und zermalmen
Bouncer: quetschen und zermalmen © Entwickler / Publisher

Technisch gesehen ist Spyborgs überdurchschnittlich gut. Die Animationen sind flüssig, die Texturen schön gerendert, und ganz allgemein wirkt die Umgebung einfach gut. Nur schade, dass die Umgebungen im Endeffekt alle irgendwie zu ähnlich wirken und ausser den zahlreichen Kisten und Gegnern etwas karg anmuten. Den ständig dröhnenden, bis zum Gehtnichtmehr verzerrten Gitarrensound hätten sich die Entwickler aber sparen können.

/ seb