Operation Flashpoint: Dragon Rising (2009)

Operation Flashpoint: Dragon Rising (2009)

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PC-Review: Die Rückkehr der Legende

Und weg das Dach!
Und weg das Dach! © Entwickler / Publisher

Nach acht Jahren ist es wieder so weit. Der Nachfolger von Operation Flashpoint, dem bisher ungeschlagenen Leader im Genre der ultrarealistischen Militärsimulationen, steht in den Läden. Codemasters hat bereits zweimal versucht, diese Erfolgsgeschichte weiterzuführen, doch ist ein würdiger Nachfolger leider noch nicht entwickelt worden. Unter dem Namen Operation Flashpoint 2: Dragon Rising wagt sich ein neues Entwicklerteam, ausgestattet mit den Namensrechten und einer Konsolen-Engine, an den Vorgänger heran. Es wird sich nun zeigen, ob der Versuch, an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen, erfolgreich war.

Dieses Review mag jetzt vielleicht den Anschein geweckt haben, dass das Spiel nicht gut sei. Das kann man so nicht sagen. Wichtig ist, mit welchen Ansprüchen man es angeht. Will man einen würdigen Nachfolger des ungeschlagenen ersten Teils, welcher knallharten Realismus geliefert hat, muss ich euch leider enttäuschen. Hat man jedoch vor, ein paar tolle Stunden mit einem Ego-Shooter zu verbringen und stört sich nicht gross daran, dass nicht jedes Detail realistisch dargestellt wird, hat man durchaus seinen Spass am Spiel. Alles in allem ist es ein solides Werk mit einigen Macken, über die man als Action-Fan hinwegsehen kann.

Story

Zuverlässige Luftunterstützung
Zuverlässige Luftunterstützung © Entwickler / Publisher

Storytechnisch bietet das Spiel schon mal nichts Weltbewegendes respektive zieht in dieser Hinsicht in die gleiche Richtung wie alle anderen Militärshooter. Im Mittelpunkt steht die fiktive Insel Skira, auf der unerwarteterweise Öl gefunden wurde. Dies bleibt natürlich nicht unbemerkt, und so kommt es, dass wir uns mitten im Kampf zwischen den Russen und dem von der Weltwirtschaftskrise gebeutelten China wiederfinden, welche beide das Öl in Anspruch nehmen. Kurzerhand nehmen die Chinesen die Insel in einer Blitzkriegaktion unter ihr Kommando. Als Antwort rüsten die Sowjets, welche Skira vorher unter Kontrolle hatten, für einen Krieg auf dem Land auf. Netterweise gibt es da noch die lieben Amerikaner, welche da was dagegen haben. Sie senden eine Friedenstruppe auf das 200 Quadratkilometer grosse Eiland, um die russischen Truppen zu unterstützen, denn ein Sieg auf dem Eiland könnte einen weitaus grösseren Krieg auf dem Festland verhindern. Tja, wie gesagt, die Story ist jetzt nicht wirklich nobelpreiswürdig, doch für einen Militärshooter reicht sie durchaus.

Gameplay

Auch der Panzer fehlt nicht
Auch der Panzer fehlt nicht © Entwickler / Publisher

Los geht's wie so üblich mit einem Einstiegsflim. Dieser kann sich wirklich sehen lassen, neuste Animationstechnik wurde verwendet. Aufpoppende Einblendungen und Schriftzüge unterlegt mit schicken Bildern und guter Musik machen ihn zu einem Erlebnis. Aus diesem wird man direkt ins kalte Wasser geworfen. Der Spieler steigt direkt in die erste Erkundungsmission ein. Ziel der ersten Mission: chinesische Vorposten zu eliminieren und somit den Amerikanern den Weg ins Landesinnere freizuräumen. Als Unterstützung bekommt ihr ein Special-Ops-Team, bestehend aus einem Sanitäter, einem MG-Schützen sowie einem Pionier. Bei dieser ersten Mission materialisiert sich schon der erste Kritikpunkt. Codemasters setzt aus einem unverständlichen Grund auf eine ziemlich grosse Distanz zum Geschehen. Konkret: keine persönlichen Schicksale, keine leidenden Zivilisten. Kombiniert mit der linearen Kampagnengestaltung definitiv ein Minuspunkt.

Feuer...!
Feuer...! © Entwickler / Publisher

Wie schon so oft wirkt sich die Multi-Plattform-Entwicklung negativ auf das Gamplay des Spiels aus. Es gibt zwar einen Hardcoremodus, welchen einem das letzte bisschen abverlangt, jedoch kommt man nicht über den Eindruck hinweg, dass es sich nicht um eine Militär-Simulation handelt, sondern eher um einen Actionshooter, welcher mehr Realismus bietet als ein typischer Taktikshooter. Beispiel: Das Zielen fällt einem auch im Sprint nicht wirklich schwer, die Gegner schiessen ungerührt weiter, auch wenn sie getroffen wurden, und jeder Panzer fliegt sogleich in die Luft, wenn man ihn einmal trifft. Wie gesagt, für einen Actionshooter-Fan genau das Richtige. Für die Realismus-Ambitionisten wahrscheinlich der Alptraum.

Verdammt, mein Magazin ist alle!
Verdammt, mein Magazin ist alle! © Entwickler / Publisher

Mittlerweile ist es auf dem Spielemarkt schwer geworden, noch etwas Neues in die Läden zu bringen. Auch das Team von Dragon Rising hatte es da nicht besser. Man nehme die Stürmung eines Vorpostens, füge die Zerstörung einer Flugabwehr hinzu und würze das Ganze mit einer Eskorte für einen Konvoi. Die Missionen wirken insgesamt wie aus einem Baukasten für Militär-Simulationen zusammengebaut.

Multiplayer

Minus ein Kamerad
Minus ein Kamerad © Entwickler / Publisher

Der Multiplayer-Modus hat zwei Gesichter. Zum einen gibt es da den wirklich überragenden Vier-Spieler-Koopmodus. Dabei kann der Spieler zusammen mit drei menschlichen Mitstreitern seine Missionen nochmal durchspielen. Hier kann man nur sagen: Bravo, gut gemacht, Codemasters! Doch leider gibt es noch die Kehrseite der Medaille. Der Spieler-versus-Spieler-Modus ist ziemlich misslungen. Es kann nicht sein, das ein Spiel, welches in der obersten Liga angesiedelt werden will, nur zwei Modi mit jeweils zwei Karten liefert. Da leisteten sich die Herren in der Entwicklung einen groben Patzer.

Technik

In Deckung bleiben!
In Deckung bleiben! © Entwickler / Publisher

Gott sei Dank ist in einem Shooter die Story nicht wirklich das Hauptkaufargument. In Sachen Technik haben die Jungs von Codemasters ihr Können gezeigt. Die KI ist über weite Teile des Spiels hervorragend gelungen, so dass es richtig Spass macht, gegen den Computer zu kämpfen. Zudem trägt die wirklich grossartige Grafik zu einer grandiosen Atmosphäre im Spiel bei. Der Spieler kommt in den Genuss von stimmigen Tag-Nacht-Wechseln sowie einer wundervollen Detailtreue. Ältere Rechner werden aufstöhnen und ächzend versuchen, die Grafikpracht darzustellen, wer jedoch genügend Rechenleistung zu Verfügung hat, kann sich auf die Optik freuen.

/ dag