NBA 2K10 (2009)

NBA 2K10 (2009)

  1. ,
  2. , ,

Xbox 360-Review: Der perfekte Wurf?

Kurz vor dem Korbwurf
Kurz vor dem Korbwurf © Entwickler / Publisher

Wer stellt eigentlich die besten Sportspiele her? Wer jetzt mit "EA Sports" hervorschiesst, dem müsste man die Antwort "Nicht ganz richtig" geben. Denn obwohl Electronic Arts in so mancher Sportart als Genre-Primus den Ton angibt, zuletzt sogar auf Kritikerseite wieder im Bereich Fussball, hat man in einer Disziplin seinen Meister gefunden, nämlich in Form von [publisher]2K Sports[/publisher]. Die zehnte Iteration der Basketball-Simulation zeigt sich in guter Form, könnte aber den einen oder anderen Wurf noch ein wenig besser trainieren. Voraus ist man der Konkurrenz aber allemal, und so bringt uns [publisher]2K Sports[/publisher] das beste NBA-Spiel, welches es derzeit auf dem Markt zu kaufen gibt. Der Haken daran: Das Spiel ist nicht ganz für jedermann geeignet.

Wie jedes Sportspiel versucht sich auch NBA 2K10 wie ein Spiel am Fernsehen zu präsentieren. Dies gelingt dem Titel sehr gut, was enorm viel zur lebendigen Atmosphäre beiträgt. Hinzu gesellt sich die gelungene technische Seite des Titels. Das Wichtigste, die Spielmechanik, überzeugt ebenfalls durchwegs. Kenner der Serie oder der Sportart dürfen ohne zu zögern zugreifen, Anfänger dagegen sollten etwas Geduld mitbringen, um das Spiel richtig geniessen zu können. Falls die letzten technischen Mängel behoben und die Zugänglichkeit für ungeübte Basketballer erhöht werden sollten, könnte die Serie im nächsten Jahr noch ein bisschen näher an die Perfektion herangetrieben werden. Solange begnügen wir uns aber problemlos mit der aktuellen Version.

Gameplay

Duelle zwischen zwei Spielern sind nicht selten
Duelle zwischen zwei Spielern sind nicht selten © Entwickler / Publisher

Grösste Neuerung gegenüber dem letzten Jahr ist der "My Player Modus", in dem ihr euren eigenen Spieler zusammenbastelt und diesen von der Amateur-Liga bis hin zur NBA über seine Karriere hinweg begleitet. Problematisch hierbei ist, dass der Skill-Level anfangs viel zu tief ist und ihr euch nur langsam emporkämpft, was bei dem einen oder anderen Spieler zu etwas Frust führen dürfte. Den eigenen Charakter kann man auch online einsetzen: Ihr formt dabei zusammen mit fünf anderen realen Mitstreitern Online-Teams und erhaltet, wie im Offline-Modus, Skill-Punkte, welche eure Spielerfähigkeiten mehr und mehr verbessern.

Die Menüs sind teilweise etwas überladen
Die Menüs sind teilweise etwas überladen © Entwickler / Publisher

Dass die Verbindung zum Internet auf der Konsole nicht ausschliesslich für Online-Matches und Nachbesserungen gut ist, beweist NBA 2K10. Mit dem "NBA Today"-Feature erhaltet ihr nicht nur News und Infos zur aktuellen NBA-Saison, auch der "Association"-Modus passt sich teilweise an. So könnt ihr zum Beispiel aktuelle Begegnungen nachspielen. Eine durchaus interessante Sache, die aber im Verlauf der Saison beweisen muss, dass sie einen Unterschied macht und nicht nur kosmetisches Beiwerk ist. Die "Association" ist übrigens der zentrale Spielmodus, wo ihr mit einem von euch gewählten Team Saisons und Ligen durchspielt. Sie ist also der Modus, in dem ihr die meiste Zeit verbringen werdet. Habt ihr dabei mal keine Lust auf eine Begegnung, könnt ihr diese auch simulieren und so schneller zum Saisonende gelangen. Nicht zu erwähnen bräuchte man wohl die Tatsache, dass die Spieler- und Teamdaten der realen NBA vorhanden sind, was heute zum Standard gehört.

Und wieder zwei Punkte!
Und wieder zwei Punkte! © Entwickler / Publisher

Doch wie verhält es sich mit der Spielmechanik, dem Herzstück eines jeden Sporttitels? Hier kann das Spiel fast vollends überzeugen. Zahlreiche Moves und Würfe lassen genügend taktische Möglichkeiten aufkommen und werden ausdauernde Spieler lange Zeit an die Konsole fesseln. Problematischer ist der Spielbeginn für Einsteiger. Leider ist man nicht dem Motto "einfach zu lernen, schwierig zu meistern" nachgekommen, denn blutige Anfänger werden während der ersten Spiele ein wenig schwitzen. Je nachdem als Vor- oder Nachteil zu sehen: Button-Mashing bringt nicht viel. Nach einigen Spielen und einigen eventuellen Blicken in die Spielanleitung funktioniert die recht komplexe Steuerung durchaus intuitiv, zumindest, was die Standard-Manöver anbelangt. Dort macht das Spiel aber lange nicht halt, denn es gibt unzählige situationsabhängige Moves und sogar die Möglichkeit, gewisse Coaching-Einstellungen wie Spieler oder Verteidigungs-Varianten während des Spiels, sozusagen On-the-fly, per Digipad einzustellen. Vielspieler werden ihre wahre Freude an diesem Titel haben und sich an der Komplexität freuen. Der Spielmechanik merkt man an, dass es sich nicht um das erste Spiel von [publisher]2K Sports[/publisher] dieser Art handelt und dass hier bereits viel Erfahrung gesammelt werden konnte.

Technik

Die Stadien sind gross und abwechslungsreich
Die Stadien sind gross und abwechslungsreich © Entwickler / Publisher

Eine der grossen Stärken des Titels liegt zweifelslos in der Präsentation. Sowohl die Inszenierung, als auch die technischen Aspekte von NBA 2K10 überzeugen fast durchs Band. Da wäre zum einen mal die technische Seite: Die Spielermodelle sehen unglaublich gut aus und lassen sich problemlos identifizieren. Vor allem einige Texturen, zum Beispiel diejenige von menschlicher Haut, sehen sehr realistisch aus. Schade, dass einige phyische Eigenschaften, wie die von Stoffen, nicht ganz so schön rüberkommen (ein anderes Problem bei der Spielerbekleidungen sind die regelmässigen Clippingfehler). Ebenfalls etwas negativ aufgefallen sind einige Animationsübergänge, die durchaus etwas flüssiger sein dürften, sowie der eine oder andere Ruckler.

Aber zurück zu den positiven Seiten. Rund um das Spielfeld herum tut sich ganz schön was. Die Ersatzspieler warten auf ihren Einsatz, die Coaches stehen herum und die Zuschauer fiebern euphorisch mit. Viele kleine Details lassen die Arenen lebendig und abwechslungsreich erscheinen. Jedes Stadion hat übrigens seinen ganz eigenen Stil. So wird recht viel Abwechslung geboten. Ebenfalls positiv trägt die Soundkulisse zur Atmosphäre bei. Hierbei wird man schnell an die obligaten Fangeräusche und Kommentatoren denken. Das Besondere daran: Beides kann überzeugen. Gerade die Kommentatoren konnte man bei früheren Sportspielen getrost ausschalten, nervten sie doch schon nach wenigen Spielen. NBA 2K10 macht dies besser: Die Texte passen sich recht gut an das Spielgeschehen an und wiederholen sich nicht die ganze Zeit. Ein ganz besonderes Feature: Die Kommentare passen sich an die Ereignisse in der realen NBA an, indem gewisse Informationen angepasst und immer wieder aktualisiert werden.

/ dak