Killzone 2 (2009)

Killzone 2 (2009)

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PS3-Review: Zerstörung des Planeten?

Kaboom!
Kaboom! © Entwickler / Publisher

Als Halo-Killer wurde der Vorgänger bezeichnet und war somit DIE Ego-Shooter Hoffnung aus dem Hause [publisher]Sony[/publisher] für die PS2. Die Prophezeiungen erfüllten sich nicht ganz, der Titel blieb hinter den Erwartungen zurück. Dies besserte sich aber mit dem erstmaligen Erscheinen auf der PSP. Auf der kleinen Schwester war es ein Erfolg und wurde verzückte so manchen Handheldzocker mit schmucker Grafik und interessanter Handlung. Mit einem noch grösseren Hype steigt Killzone 2 ins Rennen. Ist es ein V10-Motor oder ein Strassenfiasko?

Geschichte

Chemischer Angriff?
Chemischer Angriff? © Entwickler / Publisher

Auf Vecta tobte Krieg, die Helghast wollten zurück auf den Planeten, welcher sie vor vielen Jahren vertrieben hatte. Denn die Lebensbedingungen auf Helghan sind unmenschlich und die Verschmutzung der Luft nahm durch ihre Kolonialisierung noch zu. Eine Rückeroberung Vectas schien unausweichlich, die Bekämpfung der Vecta-Bevölkerung war die einzige Möglichkeit. Doch ihre Invasion wurde zerschlagen und sie wurden zurück auf Helghan vertrieben.

Keine Deckung in Sicht
Keine Deckung in Sicht © Entwickler / Publisher

Der Krieg ist aber noch nicht vorbei. Das Bündnis der Planeten traute der momentanen Ruhe nicht und formierte sich zum Gegenschlag. Inmitten dieses epochalen Exodus befindet sich eine kleine Truppe ISA-Soldaten, die vom glorreichen Templar angeführt werden. Die Mission könnte nicht klarer sein: Zerstörung der militärischen Macht von Helghan und Sturz des imperialen Anführers der Helghan. Deshalb stürzt die Flotte der ISA ohne Umschweife in die lebensfeindliche Hauptstadt Pyrrhus.

Der Kampf ist ein langer und dreckiger, auf einem Planeten, welcher keine Gnade kennt und gegen einen Gegner, der die tödlichen Eigenschaften der Umgebung zu seinem Vorteil auszunutzen weiss.

Die Steuerung wurde um Welten verbessert, dafür litt die Stimmung markant. Im Vergleich aber mit anderen Games ist die Atmosphäre aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Die realistischen Bewegungen brauchen ihre Einarbeitungszeit, nach einer Weile weiss man aber vorauszuahnen, wie man in welcher Situation reagieren muss.

Unterstützt wird die gute Geschichte von einer guten, eigenen Grafik, die einen grossen Teil des guten Feelings trägt. Der restliche Teil wird von der bombastischen Musik getragen, die wieder gänzlich von einem Orchester aufgenommen wurde. Der Multiplayerpart vermag vollends zu überzeugen, die Neuerung, dass ein Spiel mit mehreren Modi bestritten werden kann, hält den Langzeitspass hoch und die Einbindung in Home ist super gelungen.

Gameplay

Böse Menschen
Böse Menschen © Entwickler / Publisher

Auf dem Schlachtfeld scheint der Vorteil der Gegner gering zu sein. Eigentlich immer tritt die ISA mit mehreren Kämpfer an, Panzer und schlagkräftige Waffen ebnen den Weg zum Sieg. Ein taktisches Verständnis im Team ist aber dennoch nur gering nötig. Wichtig dabei ist immer, sich in Deckung zu wissen und die Gefallenen wieder zum Leben erwecken. Das Erstere wurde sehr gut umgesetzt, mit der Schultertaste duckt er sich auf der Stelle und sucht sich sofort Deckung, sobald der Spieler in Reichweite einer Wand oder sonstigen Hindernissen ist. Von da aus schiesst man gekonnt aus der Deckung hervor, wobei er sich erheben oder nur aufs gute Glück schiessen kann.

Das kann schief gehen
Das kann schief gehen © Entwickler / Publisher

Das funktioniert sehr gut. Die sensitive Steuerung trägt ihren Teil dazu bei, dass viele Treffer im Ziel ankommen. In der Preview-Version war die Umsetzung der Steuerung der grosse Minuspunkt. Zu träge bewegte sich der Spieler, es schien sogar eine Verzögerung zwischen Eingabe und Wirkung gegeben zu haben. Jetzt hat sich die Reaktionszeit drastisch verkürzt. Die Bewegungen funktionieren nun makellos. Wie für die Killzone-Reihe gewohnt, bleibt das Spielsystem realistisch. Das heisst, das Nachladen dauert seine Zeit und für die Bewegungen bereitet er sich zuerst darauf vor. So, zum Beispiel, haut er die Knarre nicht sofort nach dem Befehl über die Rübe des herannahenden Übels.

In den Rücken!
In den Rücken! © Entwickler / Publisher

Zuerst packt er sie so, dass er die maximale Kraft in den Schlag bekommt und erst danach vollführt er den Schlag. Die dauert bis zu einer Sekunde. Ein vorausschauendes Auge wird also für solche Bewegungen gebraucht. Nach einer Weile hat man sich aber an die Steuerung gewöhnt und man kann sich auf das Spiel konzentrieren. Was dann nämlich auffällt wird den Spieler interessieren. Viele neue Waffen wurden ins Arsenal genommen und die vorhandenen wurden umgebaut. Was im ersten Killzone noch alles mit dem Granatwerferaufsatz der Waffe funktionierte, muss jetzt in einer anderen Weise geschafft werden. Nur normale Granaten können jetzt geworfen werden. Dafür aber stehen unterschiedliche Knarren zur Verfügung. Das Zielen mit dem Scharfschützengewehr ist nicht mehr so stylisch wie auch schon, dafür aber trifft man jetzt besser.

Multiplayer

Wer stellt sich dem entgegen?
Wer stellt sich dem entgegen? © Entwickler / Publisher

Eines schon vorweg, der Multiplayer spielt sich sehr gut! Die Entwickler haben da sehr gute Arbeit geleistet. Die Spielmodi sind zwar etwa dieselben wie in jedem Shooter, nebst (Team-)Deathmatch, sind Zerstörung feindlicher Objekte und Ermordung eines gekennzeichneten Soldaten die interessantesten. Das geniale dabei ist aber die Mischung aller. Ein Spiel kann dann wahlweise mit allen Spielmodi gespielt werden. Nach einigen Minuten, oder nach Erfüllung des Auftrages wird ein neuer Befehl gesprochen und somit ein neuer Modus eingeläutet.

Diese geniale Idee hält die Spielmotivation sehr hoch. Zudem sind verschiedene Truppengattungen spielbar. Diese unterscheiden sich durch ihre Ausrüstung wie auch deren Eigenschaften. Im Team empfiehlt sich ein guter Mix zu finden. Denn die Truppe kann erheblich stärker werden, wenn auch ein Mechaniker mit dabei ist, der Roboter plazieren kann, welche dann andauernd auf die Gegner ballert.

Im Visier
Im Visier © Entwickler / Publisher

Eine grosse Weiterentwicklung im Spiel ist die Rückentwicklung der Waffen. Im ersten Killzone wurde das Spielgeschehen durch den Granatwerferaufsatz zerstört. Es ging nur darum, die richtige Waffe zu haben und schon war man unbesiegbar, alle anderen Waffen waren praktisch wirkungslos. Da dieser Aufsatz jetzt aber entfallen ist, hat das Spiel sehr viel mehr Möglichkeiten dazu gewonnen. Es ist keine Waffe unerreichbar, jede hat ihre Schwäche und ihre Stärken. Diese Veränderung ist trägt einen Hauptpfeiler daran, dass der Multiplayerpart so gut ist.

Technik

Hässliches Fabrikgelände
Hässliches Fabrikgelände © Entwickler / Publisher

In der Preview-Version wurde die Stimmung des Games noch aufs Höchste gelobt. Diese aber scheint ein wenig schwächer geworden zu sein. Das Spiel hat nicht mehr die Intensität, die es gehabt hat. Die Entwickler Guerilla mussten wohl einen Kompromiss zwischen Spielbarkeit und Spielgefühl eingehen. Was die Spielbarkeit an Stärke gewann, hat das Spielgefühl wieder verloren. Aus einem mitreissenden Shooter wurde ein Spiel, welches nicht mehr bis ganz tief unter die Haut geht. Ohne aber die Preview zu kennen, würde man aber immer noch sagen, dass die Atmosphäre gut ist, denn mit anderen Spielen verglichen ist diese immer noch viel besser.

So einfach kann Wiederbelebung sein
So einfach kann Wiederbelebung sein © Entwickler / Publisher

Die Grafik wurde auch heruntergeschraubt. Sie besitzt einen ganz eigenen Charakter, körnig, mit alten Kriegsfilmen vergleichbar. Dies macht sie sehr speziell. An manchen Orten scheint das Körnige aber leider ins Verschwommene überzugehen und trübt so das Gesamturteil. Tolle Arbeit wurde bei der Vertonung geleistet. Die Dialoge sind ins deutsche übersetzt worden und machen auch da einen guten Eindruck. Die Kriegsstimmung wird mit den Klängen unterstreicht und die klassische Musik ist wie schon im ersten Teil bombastisch. Die Ladezeiten sind anfangs des Levels lange, während des Spiels ist dann aber kein Unterbruch mehr bemerkbar.

/ eb

Kommentare Total: 2

th

aussehen tut das game ja ganz fein. aber die steuerung (oder zumindest meine unfähigkeit, diese richtig zu bedienen) verdirbt den spielspass. allzuoft steckt man dann in mühsamen situationen, wo man ein durch das zielfernrohr 2x2 pixel grosses target treffen sollte. zudem schade auch, dass man die handlung kein stück beeinflussen kann.

eb

PS3-Review: Zerstörung des Planeten?

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